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24.08.2012

16:41 Uhr

Beschneidungs-Diskussion

Zentralrat der Juden will einheitliche Standards einführen

Der Zentralrat der Juden hat angekündigt, bei der Ausbildung der Beschneider künftig auf einheitliche medizinische und religiöse Standards zu setzen. Damit reagiert der Zentralrat auf die Empfehlungen des Ethikrates.

Das medizinische Besteck für die rituelle jüdische Beschneidung Brit Mila. dpa

Das medizinische Besteck für die rituelle jüdische Beschneidung Brit Mila.

BerlinDer Zentralrat der Juden will die Ausbildung der jüdischen Beschneider (Mohalim) in Deutschland künftig besser organisieren. Der Vizepräsident des Zentralrats, Josef Schuster, sagte am Freitag, die aktuelle Debatte um die Beschneidung habe die Notwendigkeit gezeigt, einheitliche religiöse und medizinische Standards zu garantieren. Der Verband sei deshalb mit dem Hildesheimer'schen Rabbinerseminar in Berlin und dem Abraham Geiger Kolleg in Potsdam im Gespräch.

Der Zentralrat reagierte damit auch auf die Empfehlungen des Ethikrates, die am Donnerstag gefasst worden waren: Die Experten hatten sich für Straffreiheit bei Beschneidungen jüdischer und muslimischer Jungen unter bestimmten Auflagen ausgesprochen. Dazu sollten eine qualifizierte Schmerzbehandlung und die fachgerechte Ausführung der Beschneidung gehören. Die Debatte war von einem Urteil des Landgerichts Köln ausgelöst worden, das die Beschneidung aus religiösen Gründen als Straftat gewertet hatte.

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Das Bundesjustizministerium will so schnell wie möglich einen Vorschlag zur gesetzlichen Regelung der Beschneidung vorlegen. Allerdings müsse bei der Formulierung auch die notwendige Sorgfalt aufgewendet werden, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums am Freitag in Berlin. Die Empfehlungen des Ethikrats kommentierte das Ministerium nicht.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann betonte im Streit um die Beschneidung das Recht der Eltern auf religiöse Erziehung ihrer Kinder. Das Urteil des Landgerichts Köln nehme die Abwägung zwischen Kindeswohl und Elternrecht „nicht hinreichend vor“, heißt es in einer Erklärung Ackermanns vom Freitag. Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“ der deutschen Katholiken. Ackermann hob aber auch das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit hervor: „Fachgerechte Beratungen und Durchführung“ seien daher nötig.

Von

dpa

Kommentare (25)

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Keine_Sonderrechte_fuer_Juden

24.08.2012, 16:57 Uhr

Zunächst ist doch wohl die Grundsatzentscheidung herbeizuführen: Darf die körperliche Unversehrtheit des Kindes zulasten eines überkommenen Rituals DAUERHAFT verletzt werden?

In einer Demokratie entscheidet darüber immer noch das Volk. Es gilt das Urteil der MEHRHEIT dieses Volkes - nicht nur der Juden!

Thomas-Melber-Stuttgart

24.08.2012, 17:00 Uhr

Dann muß Deutschland wohl die internationale Kinderrechtskonvention verlassen, da es darin untersagt ist, Kindern aus religiösen Gründen Gewalt anzutun:
http://kukmomentaufnahmen.blogspot.de/2012/08/beschneidung-xxxii-un.html

joerg_p

24.08.2012, 17:07 Uhr

Diese archaischen Rituale sind nicht mehr zeitgemäß und selbst in Israel steigt die Zahl religiöser Juden, die eine Beschneidung ihrer Söhne ablehnen : http://www.taz.de/Israelischer-Beschneidungsgegner/!97492/

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