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29.11.2011

13:44 Uhr

Bestseller-Alarm

Guttenberg-Buch stürmt die Verkaufscharts

VonAndreas Niesmann

Das Guttenberg-Comeback ist schon jetzt ein großer Erfolg – zumindest wirtschaftlich gesehen. Sein Buch „Vorerst gescheitert“ stürmt die Verkaufscharts. Das politische Echo hingegen ist verheerend.

Guttenberg-Buch im Handel

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DüsseldorfViel wurde darüber geschrieben, ab heute liegt es in den Buchhandlungen: 208 Seiten dick, in einem leuchtend roten Einband und für 19,99 Euro zu haben. „Vorerst gescheitert“ heißt das Buch, in dem Giovanni di Lorenzo Deutschlands gefallenen Polit-Star Karl-Theodor zu Guttenberg interviewt. Drei Tage lang haben sich der Chefredakteur der Zeit und der ehemalige Verteidigungsminister in ein Londoner Hotel zurückgezogen, und einen der märchenhaftesten politischen Aufstiege sowie einen der brutalsten Abstürze aufgearbeitet, die das Land je erlebt hat.

Schon jetzt kann man sagen: Der Aufwand hat sich gelohnt: Für den Chefredakteur der Wochenzeitung allemal, denn er konnte sein Blatt mit dem Exklusiv-Gespräch aufmachen und gleich mehrere Seiten mit Auszügen daraus füllen. Und auch beim Herder-Verlag ist man glücklich: 80.000 Exemplare ließ das Freiburger Verlagshaus für die erste Auflage drucken, ein Großteil davon war bereits vor der Veröffentlichung von Buchhändlern oder Online-Kunden vorbestellt worden. Auf der Bestseller-Liste des Online-Händlers Amazon schoss das Buch am Dienstag auf Platz vier vor, bei den politischen Büchern belegt es bereits Rang eins.

„Mit der Nachfrage sind wir sehr zufrieden“, bestätigte eine Herder- Sprecherin auf Anfrage von Handelsblatt Online. Zahlen, wie der Verkauf im Handel angelaufen ist, veröffentlicht der Verlag zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Man werde die ersten Verkaufstage beobachten und dann zügig entscheiden, ob und wann eine zweite Auflage erscheine. „Wenn nötig, bekommen wir das sehr schnell hin“, sagte die Sprecherin.

Wirtschaftlich gesehen ist der Comeback-Versuch des frühren Verteidigungsministers ein großer Erfolg, auch die mediale Aufmerksamkeit ist dem früheren CSU-Hoffnungsträger gewiss. Ob sich das sorgfältig inszenierte Comeback des neun Monaten von der Bildfläche verschwundenen Guttenbergs allerdings auch politisch für ihn auszahlen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt zumindest zweifelhaft. Denn Guttenberg nutzte das Buch auch, um die eine oder andere offenen Rechnung zu begleichen. Die Opposition, die eigene Partei und das ganze politische System – ihnen allen verpasst der Freiherr eine Abreibung. Selbst vor der Universität Bayreuth, die sich in der Plagiats-Affäre lange vor  ihren berühmten Doktoranden gestellt hatte, macht Guttenberg nicht halt.

Doch die Gescholtenen lassen das nicht auf sich sitzen – holen zum Gegenschlag aus. Es sei kein guter Stil, „wenn alles und jeder herabgesetzt wird, um selbst erhöht zu werden“, watschte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Guttenberg in der vergangenen Woche ab und bat ihn höhnisch, die „Wortgirlanden zu beenden“ und Rücksicht zu nehmen auf die Tausenden, die sich in deutschen Parteien täglich für die Zukunft des Landes engagierten.

Kommentare (16)

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karstenberwanger

29.11.2011, 13:51 Uhr

Scheint Mode geworden zu sein dass jeder Trottel ein Buch herausgibt. Noch schlimmer ist es ja dass das Dummvolk diesen Schund noch kauft von diesem Selbstdarsteller. Sperrt die am besten alle ein, egal welcher Partei sie angehören. Diese Gestalten richten doch seit 1 Jahrhundert nur noch Schaden an.

poolliter

29.11.2011, 13:54 Uhr

Vorerst gescheitert?
In der Politik wohl nicht nur vorerst!
In einem Job in dem Redlichkeit nicht erwünscht ist und stattdessen gute Selbstvermarktung und Eitelkeit nützlich sind kann er bestimmt Fuß fassen.

Kerstin

29.11.2011, 14:04 Uhr

Ja, jeder Depp, der gescheiteret ist in Wirtschaft oder Politik gibt seinen eitlen Nonsens per Buchdruck unters Volk - das so bescheuert ist, solches auch noch zu konsumieren und diesen eitlen, selbtgefälligen Schwätzern damit zu Kohle und Aufmerksamkeit zu verhelfen.

Das deutsche Volks war früher schon dumm und daran hat sich wohl nicht viel verändert. Die wollen doch belogen und betrogen werden.

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