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28.06.2012

13:39 Uhr

Betreuungsgeld

„Es gibt keine Einheitsfamilie“

Die Parteien haben sich einen harten Schlagabtausch zum Betreuungsgeld geliefert. Es gebe keine Einheitsbetreuung, sagen CDU/CSU. Die Gesellschaft will das Geld aber trotzdem nicht, sagt die Opposition.

Heiße Debatte um Betreuungsgeld

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BerlinUnversöhnlich prallten bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfes heute im Bundestag die unterschiedlichen Positionen von Opposition und Regierungslager aufeinander. Deutlich wurde: In der Union halten sich die Kritiker des Betreuungsgeldes inzwischen zurück, vereinzelte kritische Fragen kommen nur noch aus der FDP.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) warf der Opposition „Herabwürdigung von Familien mit anderen Wertvorstellungen“ vor. Es sei anmaßend, Familien zu verurteilen, die ihre ein- und zweijährigen Kinder selbst betreuen und nicht in eine Kita geben wollten, sagte Schröder. Sie forderte die Opposition auf, „das Schlachtfeld des ideologischen Kulturkampfes zu verlassen“. Der Kita-Ausbau und das Betreuungsgeld gehörten zusammen. „Nur beides zusammen ergibt Wahlfreiheit.“

Auch die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Dorothee Bär (CSU), sagte: „Es gibt in Deutschland keine Einheitsfamilie. Deshalb kann es auch nicht ein Einheitsmodell für die Betreuung geben.“

Die Koalition will Eltern, die für ihre ein- und zweijährigen Kinder kein staatlich gefördertes Betreuungsangebot in einer Kita oder bei einer Tagesmutter in Anspruch nehmen, ein Betreuungsgeld zahlen. Ab 2013 soll es für die Einjährigen zunächst 100 Euro monatlich geben, ab 2014 dann für die Ein- und Zweijährigen je 150 Euro.

SPD, Grüne und Linke verwiesen auf die breite Ablehnungsfront, auf die das Vorhaben in der Gesellschaft gestoßen sei - von den Gewerkschaften und Arbeitgebern, über kirchliche Verbände bis hin zur Landfrauen-Vereinigung. Die SPD-Fraktionsvize Dagmar Ziegler sagte: „Doch statt eines Lernprozesses macht die Koalition jetzt nur kurzen Prozess.“

Die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast, sagte, dem Projekt fehle sowohl eine gesellschaftliche wie parlamentarische Mehrheit. Aus Angst, die CSU lasse ansonsten die Koalition platzen, ließen CDU und FDP alte Familien-Ideologie wieder aufleben. Echte Wahlfreiheit für Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder gebe es nur dann, wenn es dem Staat gelinge, noch 200 000 fehlende Kita-Plätze zu schaffen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.06.2012, 21:26 Uhr

Die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast, sagte, dem Projekt fehle sowohl eine gesellschaftliche
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Selber keine Kinder aber laut kreischen. Solche Leute liebe ich
Dass das Betreuungsgeld ein bißchen dümmlich gemacht ist, stimmt ja. man sollte endlich mal aufhöen mit der Gießkanne übers Volk zu gehen. Die Frau Chefarztgattin braucht wohl nicht noch Geld vom Staat.
Dort geben, wo es gebraucht wird, dort lassen wo es Unsinn ist, wo ohnehin genug Geld vorhanden sit, das ist sozial und darüber sollte vielleicht endlich einmal diskutiert werden

ruds

29.06.2012, 10:25 Uhr

Was ist sozial?? wenn immer nur die gleichen; arbeitende Stuerzahlen für andere bezahlen????

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