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26.04.2012

16:48 Uhr

Betreuungsgeld

Verbände sehen arme Familien benachteiligt

Verbände kritisieren die Einschränkung des Betreuungsgeldes für Hartz-IV-Empfänger. Die Regierung benachteilige damit hilfsbedürftige Familien und riskiere Kinderarmut.

Sozialverbände stellen sich auf die Seite von Hartz-IV-Empfängern und somit gegen die Anrechnung des Betreuungsgeldes auf die Bezüge. dpa

Sozialverbände stellen sich auf die Seite von Hartz-IV-Empfängern und somit gegen die Anrechnung des Betreuungsgeldes auf die Bezüge.

BerlinSozialverbände und Kirchenvertreter laufen Sturm gegen die geplante Anrechnung des Betreuungsgeldes für Eltern, die Hartz-IV-Leistungen empfangen. Sie warfen der schwarz-gelben Regierung am Donnerstag vor, Kinderarmut damit in Kauf zu nehmen.

„Wir sehen die Gefahr einer sozialen Schieflage beim Betreuungsgeld. Eine Anrechnung auf Hartz-IV-Leistung benachteiligt die Familien, die das Geld am dringendsten benötigten“, sagte Elisabeth Bußmann, Präsidentin des Familienbundes der Katholiken, den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. Auch Präses Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), forderte, das Betreuungsgeld dürfe „nicht an Einzelne ausgezahlt werden“, sondern müsse in den Ausbau von Krippen und Kindertagesstätten fließen. „Damit kämen wir auf dem Weg zur Bildungsgerechtigkeit und zu verbesserten Lebenschancen für benachteiligte Kinder einen guten Schritt weiter“, sagte Schneider.

Verrechnung mit Hartz IV: Kein Betreuungsgeld für Arme

Verrechnung mit Hartz IV

Kein Betreuungsgeld für Arme

Laut Medienberichten soll der Zuschuss von der Hartz-IV-Leistung abgezogen werden.

Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, warf der Bundesregierung vor, mit ihren Plänen zum Betreuungsgeld arme Kinder bewusst ins Abseits zu schieben. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Hilgers, der Kinderschutzbund habe das Betreuungsgeld von Anfang an abgelehnt, weil es falsche Anreize setze. Der Plan von Union und FDP, dass nun Hartz-IV-Empfänger vom Betreuungsgeld ausgeschlossen werden sollen, mache das Geschacher um diese familienpolitische Leistung endgültig „abstoßend und unwürdig“. Mit dem christlichen Menschenbild von CDU und CSU, jeden einzelnen Menschen wertzuschätzen und zu fördern, habe dies wenig zu tun.

Die vor allem auf Drängen der CSU vom Koalitionsausschuss vereinbarte Leistung von zunächst 100, später 150 Euro monatlich sollen Eltern erhalten, die ihre Kleinkinder selbst betreuen und nicht in eine Kita schicken. Dafür sind für 2013 400 Millionen Euro vorgesehen, für 2014 bereits 1,2 Milliarden Euro. Mehrere CDU-Abgeordnete haben angekündigt, gegen das Vorhaben zu stimmen.

Kommentare (1)

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Karl_Martell

27.04.2012, 18:42 Uhr

Ja und?
Ist doch alles bekannt.
Solange aber die Verblödungsmaschinerie von Plöd und RTel immer noch von einigen Neoliberalen geglaubt wird, wird sich auch nichts ändern...

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