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21.12.2016

13:13 Uhr

Betriebsrenten

Regierung beschließt stärkere Förderung von betrieblicher Altersvorsorge

Sie sind die zweite Säule der gesetzlichen Altersvorsorge: Betriebsrenten. Doch die gibt es fast nur in großen Unternehmen, Geringverdiener nutzen sie praktisch gar nicht. Ein Maßnahmenkatalog soll das nun ändern.

Die Bundesarbeitsministerin bei der Vorstellung des Gesamtkonzeptes Alterssicherung. Die Regierung hat eine Reform der Betriebsrenten beschlossen. dpa

Andrea Nahles

Die Bundesarbeitsministerin bei der Vorstellung des Gesamtkonzeptes Alterssicherung. Die Regierung hat eine Reform der Betriebsrenten beschlossen.

BerlinDie Bundesregierung macht Betriebsrenten für Geringverdiener und deren Arbeitgeber attraktiver. Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine Reform, mit der drohende Altersarmut bekämpft werden soll. Arbeitgeber erhalten danach einen staatlichen Zuschuss von 72 bis 144 Euro, wenn sie für Geringverdiener mit einem Einkommen bis zu 2000 Euro 240 bis 480 Euro jährlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen.

Im Rahmen von Tarifverträgen soll es möglich sein, Betriebsrenten ohne Haftung der Arbeitgeber zu vereinbaren. Das heißt, der Arbeitgeber muss nicht mehr eine Mindestauszahlung Jahrzehnte im vorhinein garantieren. In der aktuellen Phase der Niedrigzinsen bereitet dies vielen Unternehmen Probleme.

Die Betriebsrenten gelten als zweite Säule der Altervorsorge neben der gesetzlichen Rente. Allerdings beklagt die Regierung, dass sie bislang hauptsächlich in großen Unternehmen zum Tragen kommt. Zudem beteiligten sich zu wenige Geringverdiener daran, sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). „Wir setzen nun starke Anreize, damit deutlich mehr Betrieb ihren Beschäftigten eine Altersvorsorge anbieten.“

Zentrale Zahlen zur Rente

Erhöhung

Zum 1. Juli 2016 gab es eine Rekordanhebung der Rente: In Westdeutschland stiegen die Bezüge im Sommer um 4,25 Prozent, in den neuen Ländern um 5,95 Prozent. Bis 2019 werden nur noch Erhöhungen jeweils unter 3 Prozent prognostiziert.

Rentenniveau

Die Rente hinkt den Löhnen somit immer stärker hinterher. Bis 2035 fällt das Rentenniveau von heute 47,8 Prozent nach Berechnungen des Sozialministeriums auf unter 43 Prozent – bis 2045 könnte es auf 41,6 Prozent sinken. Das will Nahles nun verhindern.

Beitragssatz

Er dürfte nach den vorläufigen Zahlen von heute 18,7 Prozent 2031 auf über 22 Prozent steigen. Der Satz ist nach geltendem Recht auf 22 Prozent bis 2030 begrenzt. Nach den aktuellen Zielen soll er auch bis 2045 nicht über 25 steigen.

Rücklage

Die Reserve der Rentenkasse, die Nachhaltigkeitsrücklage, sank von Juli bis August um mehr als eine Milliarde auf 30,9 Milliarden Euro.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Reform sei auch eine Antwort auf die aktuelle Niedrigzinsphase. Diese erschwert die private Altersvorsorge zusätzlich.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.12.2016, 15:12 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Wolfgang Trantow

22.12.2016, 16:44 Uhr

Warum muß nicht jeder Arbeitsgeber, ohne Ausnahme, für die Betriebsrente sorgen?

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