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05.01.2008

13:20 Uhr

Beust erwägt Schwarz-Grün

CDU-Landesfürsten im Umfragetief

Wenn es für die absolute Mehrheit nicht mehr reicht, muss ein Koalitionspartner her: Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) peilt in diesem Fall bei der Bürgerschaftswahl die erste schwarz-grüne Koalition auf Länderebene an. In der Bundespartei löst er damit Unmut aus. Auch in Niedersachsen und Hessen könnten die CDU-Landesfürsten auf Brautschau gehen müssen.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) denkt über mögliche Koalitionen nach. Foto: dpa Quelle: dpa

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) denkt über mögliche Koalitionen nach. Foto: dpa

HB WIESBADEN/BERLIN. Mehrfach habe von Beust bei der Klausur des CDU-Vorstands in Wiesbaden für ein Bündnis mit den Grünen geworben, berichteten mehrere Teilnehmer der Sitzung am Samstag. Ein Bündnis mit der FDP würde Umfragen zufolge derzeit nicht für eine Mehrheit bei der Wahl Ende Februar ausreichen.

In der CDU-Parteiführung löste von Beusts Vorstoß Unmut aus. Teilnehmer der Sitzung am Freitagabend berichteten, er habe mehrere Anläufe genommen, um freie Hand für die Zeit nach der Wahl am 24. Februar zu bekommen. Er sei aber von anderen Spitzenvertretern gebremst worden, die die Debatte als verfrüht bezeichneten. Schließlich habe die CDU-Vorsitzende Angela Merkel die Debatte mit den Worten beendet, am besten gefalle ihr „eine Koalition mit den Wählern“. Mit Widerstand gegen ein schwarz-grünes Bündnis im Hamburger Rathaus sei aber nicht zu rechnen, sagte ein Vorstandsvertreter.

Bei der Pressekonferenz am Samstag zeigte sich Merkel zuversichtlich, dass von Beust in Hamburg allein weiter regieren könne. „Das ist machbar in Hamburg“, sagte sie. Fragen nach einem schwarz-grünen Bündnis wich sie aus.

Die CDU ist bis zur heißen Phase der Landtagswahlkämpfe in Hessen, Niedersachsen und Hamburg nicht aus dem Umfragetief herausgekommen. Für Hessen sagte eine am Samstag veröffentlichte Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ weiter den Verlust der absoluten Mehrheit für Ministerpräsident Roland Koch voraus.

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