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26.01.2013

14:49 Uhr

Bewaffnete Drohnen

De Maizière will mit Frankreich Killer-Drohnen entwickeln

Bundesverteidigungsminister De Maizière hat in Medien die Pläne der Bundesregierung zu Kauf und Entwicklung von Kampfdrohnen verteidigt. Offenbar sind diese deutlich weiter fortgeschritten als bisher bekannt.

Diese Drohne ist für die USA im Einsatz. Rund 3000 Menschen starben in US-Präsident Obamas erster Amtszeit durch den Einsatz von Drohnen im Antiterrorkampf. dpa

Diese Drohne ist für die USA im Einsatz. Rund 3000 Menschen starben in US-Präsident Obamas erster Amtszeit durch den Einsatz von Drohnen im Antiterrorkampf.

BerlinVerteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die geplante Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr verteidigt. „Unbemannte, bewaffnete Luftfahrzeuge unterscheiden sich in der Wirkung nicht von bemannten. Immer entscheidet ein Mensch, eine Rakete abzuschießen“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Der Grünen-Verteidigungsexperte und ehemalige UN-Sondergesandte für Afghanistan, Tom Koengis, nannte bewaffnete Drohnen dagegen völkerrechtlich bedenklich. Die rechtlichen Grauzonen für mögliche Waffeneinsätze würden damit vergrößert, sagte er der Chemnitzer „Freien Presse“.

Die Anschaffung von Kampfdrohnen habe Folgen, denn dadurch sinke die „Hemmschwelle für den Einsatz tödlicher Waffen“, erklärte der Grünen-Politiker weiter. Dies werde die Bundesrepublik „in mehr bewaffnete Konflikte führen“. „Deswegen bin ich gegenwärtig gegen die Anschaffung“, sagte Koenigs.

Medienbericht: Berlin will schnell Kampfdrohnen anschaffen

Medienbericht

Berlin will schnell Kampfdrohnen anschaffen

Die Bundesregierung will für Auslandseinsätze zügig Kampfdrohnen anschaffen.

Auch der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour warnte vor einer „leichtfertigen“ Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr gewarnt. Es sei „denkbar, dass die Hemmschwelle zu töten und zur Kriegsführung gesenkt wird. Das wäre eine fatale Entwicklung“, sagte er am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, wies die von Kritikern geäußerten Befürchtungen, die Kampfdrohnen könnten wie etwa von den USA in Pakistan zum gezielten Töten eingesetzt werden, zurück.

„Es geht ausdrücklich nicht darum, gezielte Tötungen zu ermöglichen: Das ist nicht beabsichtigt“, sagte er den „Ruhr Nachrichten“. Ein solcher Einsatz würde „allen Einsatzregeln und Vorgaben widersprechen, die bei der Bundeswehr in Afghanistan und in anderen Auslandseinsätzen gelten.“

Kommentare (53)

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Account gelöscht!

26.01.2013, 02:59 Uhr

Die letzten 4-5 Jahre gab es in Pakistan knapp 1000 zivile Kollateral-Opfer darunter fast 200 Kinder, das findet unsere Regierung sauber, präzise und verantwortbar?
Wie wärs mit einfach den Dingen ihren Lauf lassen, hat doch mit Ruanda und vielen anderen Ländern auch geklappt. Oder hat bei Mao oder Stalin wer gemeckert nach der 1.Million oder der 10.Million Toten?
Heuchler und Aufträge für die Rüstungslobby besorgen. Wohl schon nen Posten sicher nach seiner Kriegsminister Laufbahn?

Account gelöscht!

26.01.2013, 05:56 Uhr

Na klar sind Aufklärungsflugzeuge auch bewaffnet; schließlich ist ein Angriff je lediglich eine Vorwärtsverteigung und schützt unser Land auch am anderen Ende der Welt. Und es bewahrt auch das Leben unserer Soldaten dort, indem von diesen Soldaten aus wegfliegt und ganz woanders Raketen abfeuert.

Für wie blöd halten uns die Leute eigentlich, die mit solchen Begriffsverwirrungen um sich werfen?

nikta

26.01.2013, 08:03 Uhr

Wie kommt es zusammen mit der Ankündigung, dass die Bundeswehr am meisten sparen muss?! Sehr einfach: das heißt Informationsverwaltung?! Oder Kampf für öffentliche Meinung, die ermutigt werden soll, dass nicht Leute, sondern Maschinen töten werden! In diesem Sinne: koste, was es wolle, wenn es ohne Menschen wäre! Wie wäre es die Unsummen für was Produktives oder wenigstens Caritatives einsetzen, anstatt für „deutsche Freiheit und Sicherheit“ in Afghanistan und Mali zu vergeuden?! Es gibt in diesem Lande die Partei und sogar Bundesprediger, die die Freiheit als Lebenskredo durchs Leben tragen! Dieses Land auch selber bereit, (eher deklariert) sich für die Freiheit der anderen einzusetzen! Ich würde aber gerne die Unsummen für nicht abstrakte aber ganz konkrete Freiheiten zu Hause einsetzen! Nun z.B. für die Anwohner der Ghettos, die zurzeit „die Freiheit“ genießen, dort zu leben! Für die Zeitarbeiter, die „die Freiheit“ nicht mögen, in der der Sklaverei zu dienen! Für die Geringverdiener, die „die Freiheit“ fürchten, in programmierter Armut zu landen! Für die Alten und Armen, die die letzte „Freiheit“ bekommen, in der desolaten Pflege zu sterben! Wenn Sie erreicht haben, dass das Volk von solchen Unfreiheiten befreit ist, können sie ihn anwerben, bei der Freiheit den anderen zu helfen. Nun sehe ich in bekannten Ihnen Thematik eine verdeckte Absicht und klare Botschaft die Mehrheit umzuwerben. Es klappt nicht mit grausamen Terroristen, bärtigen Islamisten, Freiheitsrettung und Frankreichs-Solidarität! Nun versucht man dann mit Mali als Weltkultur-Erbe! Oder jetzt: na gut, Kampfeinsatz ist gefährlich und Opfern sind unvermeidlich, aber wie wäre es mit Drohnen?!

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