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28.10.2016

14:31 Uhr

Bezahlung von Frauen und Männern

Schwesig legt Gesetzentwurf für mehr Lohngleichheit vor

Gleiches Geld für gleiche Arbeit – lange gab es Streit zwischen Union und SPD über die Pläne von Manuela Schwesig. Nun lässt die Familienministerin einen Kompromiss in Gesetzesform gießen.

In Deutschland besteht laut Statistik eine Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern von 21 Prozent. dpa

Kundgebung zum Equal-Pay-Day

In Deutschland besteht laut Statistik eine Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern von 21 Prozent.

BerlinNach monatelangem Ringen in der Koalition hat Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) ihren Gesetzentwurf für mehr Lohngleichheit für Frauen vorgelegt. Frauen in Unternehmen ab 200 Beschäftigten sollen Auskunft darüber verlangen können, was Männer für eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit verdienen. Der Entwurf wurde entsprechend eines Kompromisses der Koalitionsspitzen nun in die Abstimmung zwischen den Ministerien gegeben, wie Schwesigs Ressort am Freitag in Berlin mitteilte.

Der Auskunftsanspruch soll bestehen, wenn mindestens sechs Beschäftigte die vergleichbare Arbeit machen. Die Information darüber, was die Vergleichsgruppe im Schnitt verdient, soll über den Betriebsrat gegeben werden. Unternehmen können aber auch entscheiden, dass sie die Betroffenen direkt informieren. Schwesig wollte ursprünglich das Auskunftsrecht in allen Unternehmen, die Union erst ab 500 Beschäftigten.

Wo Hilfsarbeiter, Fachkräfte und Akademiker am meisten verdienen

Hilfskräfte

Topverdienste werden im Schnitt in Informations- und Kommunikationstechnik-Berufen (2,214 Millionen Euro) und bei Banken, im Rechnungswesen und in der Steuerberatung erzielt (2,085 Millionen Euro), die geringsten Verdienste in Gesundheits-, Körperpflege- und Wellness-Berufen (910 000 Euro) und in der Land- und Forstwirtschaft (924 000 Euro).

Fachkräfte mit einer betrieblichen Ausbildung

Topverdienste werden hier in Informations- und Kommunikationstechnik-Berufen (2,19 Millionen Euro) und in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen (1,972 Millionen Euro) erzielt, die geringsten Verdienste in Reinigungsberufen (986 000 Euro) sowie in Gastronomie- und Tourismus-Jobs (1,035 Millionen Euro).

Akademiker

Akademikern winken Topverdienste in technischen Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsberufen (2,709 Millionen Euro) sowie in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen (2,553 Millionen Euro), die geringsten Verdienste dagegen in der Lebensmittelindustrie (1,301 Millionen Euro) und in der Gastronomie- und Tourismusbranche (1,302 Millionen Euro).

Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigte sollen zudem verbindlich geregelte Verfahren zur Überprüfung und Herstellung von Lohngleichheit umsetzen. Verpflichtet werden sollen sie außerdem dazu, über Gleichstellung und Entgeltgleichheit zu berichten.

In Deutschland besteht laut Statistik eine Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern von 21 Prozent. Rechnet man heraus, dass Frauen auch öfter insgesamt schlechter bezahlte Berufe haben und sich mehr um die Kinder kümmern, bleiben noch rund 7 Prozent. Geplant ist, dass das „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“ nach Beratung im Bundeskabinett und parlamentarischem Verfahren am 1. Juli kommenden Jahres in Kraft tritt.

Von

dpa

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