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28.09.2011

18:22 Uhr

BGH

Keine Internet-Sportwetten für Privatfirmen

Private Sportwetten und Kasinospiele bleiben im Internet verboten. Damit ist Klage der staatlichen Lottogesellschaften gegen private Wettveranstalter erfolgreich. Diese spielten die Bedeutung des Urteils herunter.

Laut einem BGH-Urteil bleiben Sportwetten und Kasinospiele im Internet verboten. dpa

Laut einem BGH-Urteil bleiben Sportwetten und Kasinospiele im Internet verboten.

KarlsruhePrivatfirmen dürfen in Deutschland weiter keine Sport-Wetten im Internet anbieten. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte am Mittwoch ein entsprechendes Verbot und stärkte damit das Monopol der staatlichen Lotto- und Toto-Gesellschaften im milliardenschweren Wettmarkt. Die privaten Anbieter, deren Aktien nach der Urteilsverkündung einbrachen, spielten die Bedeutung des Urteils herunter und verwiesen darauf, dass es nur wenige Monate gelte.

Das geltende Verbot privater Sportwettanbieter im Internet sei „wirksam und kann angewandt werden“, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm am Mittwoch. Insbesondere verstoße das Verbot privater Wetten und der Werbung dazu im Internet nicht gegen europäisches Recht: Das Verbot schränke den freien Dienstleistungsverkehr zwar ein. Dies sei jedoch gerechtfertigt, um Ziele wie die Bekämpfung der Spielsucht zu erreichen. Das Internet ist aus Sicht des Gerichts in dieser Hinsicht besonders gefährlich: Spiele und Wetten seien im Internet anonym, ohne soziale Kontrolle und jederzeit verfügbar. Dieser Vertriebsweg müsse daher stärker als andere reglementiert werden.

Für private Wettanbieter ist das Urteil ein großer Rückschlag. Die Aktien von Betfair gaben um zwei Prozent nach, Bwin.Party -Papiere verloren rund zehn Prozent. Die Anteilsscheine von Tipp24 rutschten zweitweise um fünf Prozent ab, erholten sich dann jedoch wieder. „Manche Anleger hatten gehofft, dass es vielleicht doch noch etwas wird mit den Sportwetten im Internet. Aber diese Fantasie ist jetzt vorbei“, sagte ein Händler in Frankfurt. Bwin Deutschland zeigt sich trotz der Entscheidung aus Karlsruhe gelassen. „Das Urteil des BGH betrifft den Ende dieses Jahres auslaufenden Glücksspielstaatsvertrag und hat keine Auswirkungen auf die neue Rechtslage ab 2012“, sagte Bwin-Direktor Jörg Wacker. Sollte der neue Vertrag, um den derzeit noch gerungen wird, den privaten Anbietern nicht zusagen, könnten diese dagegen erneut vor Gericht ziehen.

Kommentare (1)

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Psydelis

28.09.2011, 18:13 Uhr

Als Mitbetreiber einer Lottoannahmestelle sollte ich dieses Urteil eigentlich begrüßen.

Aber ich betrachte es mit Skepsis, denn Deutschland ist durch dieses Urteil weit weg von dem was mit Europa einmal geplant war - ein freier Markt ohne Grenzen.


Wir sind jetzt hier in "unserem" DEUTSCHEN Internet eingesperrt!

Einen regulierten und überwachten Markt fände ich persönlich deutlich besser.

Nicht überwacht im Sinne von Kontrolle, sondern Überwachung in dem Sinne, das der Spieler sich sicher sein kann, das er bei privaten Anbietern nicht betrogen wird.

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