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24.06.2013

16:44 Uhr

Bildung im Wahlkampf

Das Versuchslabor der Politik

VonJacqueline Goebel

In der Bildungspolitik gibt keine Gewinner. Im Wahlkampf schwören die Parteien, alles wird sich ändern. Doch damit das gelingt, braucht es zwei Dinge: Geld - und Einigkeit unter den Ländern. Eine Analyse.

Bis diese Fünftklässler das Abitur machen, dauert es noch eine Weile. Vielleicht herrscht dann in der deutschen Bildungslandschaft mehr Einigkeit als heute. dpa

Bis diese Fünftklässler das Abitur machen, dauert es noch eine Weile. Vielleicht herrscht dann in der deutschen Bildungslandschaft mehr Einigkeit als heute.

DüsseldorfDie Kultusministerkonferenz hat einen Erfolg zu vermelden. Das Abitur soll einheitlicher werden. Ab 2017 sollen gleiche Standards gelten in den Fächern Mathematik, Deutschland, Englisch und Französisch. Alle Länder sollen auf einen Pool zu greifen, sich Aufgaben herausfischen und diese den Schüler vorlegen. Und feststellen soll endlich auch, welche Taschenrechner und welche Literatur eingesetzt werden darf.

Jahrelang haben die Länder um diese Einigung gerungen und sind nun zu einem Ergebnis gekommen, dass doch nur eine halbe Lösung darstellt: Zwar sollen die Prüfungen nach ähnlichen Standards ausgewertet werden, doch im Prinzip sind die Klausuren noch immer von Land zu Land unterschiedlich. Vor allem führen noch immer völlig unterschiedliche Wege über völlig unterschiedliche Schulformen hin zu diesem vergleichbareren Abitur. Die einen Schüler stehen nach acht Jahren Gymnasium vor dem Abitur, die anderen nach neun.

Und auch die Bundesländer bewegen sich noch immer in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorwärts: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Sachsen wollen schon ab 2014 die Abiturprüfungen angleichen. Andere Länder wie Rheinland-Pfalz haben nicht mal landesweit ein einheitliches Abitur.

Die Schulpolitik, sie gleicht einem großen Versuchslabor, in dem jedes Land seine eigenen Experimente durchführt: In Niedersachsen will die rot-grüne Landesregierung das Sitzenbleiben abschaffen, andere Länder die Förderschule und auch die Hauptschule gerät immer weiter ins Abseits. „Nicht mal die Lehrer können das deutsche Bildungssystem erklären", sagt Ernst Rösner vom Dortmunder Institut für Schulentwicklung. „Im Prinzip macht jeder was er will."

Studie: Soziale Herkunft prägt nach wie vor den Schulerfolg

Studie

Soziale Herkunft prägt nach wie vor den Schulerfolg

Eine gute Schule fördert auch die Schwachen – sollte man meinen. Nach dem neuen „Chancenspiegel“ der Bertelsmann Stiftung müssen alle Bundesländer hier noch stark aufholen. Die soziale Herkunft prägt die Schüler enorm.

Das Chaos, es ist dem System verschuldet - und den lange ignorierten Problem im System: Die Länder haben die Hoheit über die Bildungspolitik. Doch zu lange haben sie zu wenig miteinander geredet, zu lange ist zu wenig Geld in die Bildung geflossen, sagt Ernst Rösner. Die Pisa-Studien haben klar gemacht, wie schlecht es um die deutsche Bildung wirklich steht. Jetzt stehen die Schulen vor einem Reformstau: Das Schulsystem muss reformiert werden, die nach UN-Konvention notwendige Inklusion von behinderten Schulen muss umgesetzt werden und gleichzeitig muss irgendwie auf die demografischen Entwicklungen reagiert werden.

Um die Probleme zu beheben, braucht es vor allem zwei Dinge: Einigkeit und Geld. Doch das System und die Gesetze erschweren beides.

Im Wahlkampf versprechen die Parteien vor allem mehr Geld: „Seit 2005 haben wir die Ausgaben für Bildung Jahr für Jahr erhöht", heißt es in dem vorläufigen Wahlprogramm der CDU. „Wir wollen die öffentlichen und privaten Bildungsausgaben weiter steigern."

Die Grünen versprechen: Eine Milliarden mehr für die Kitas, eine Milliarde für Hochschulen, 500 Millionen Euro mehr Bafög und 500 Millionen Euro für Ganztagsschulen.

Und die SPD will ab 2014 jedes Jahr 20 Milliarden Euro mehr in die Bildung stecken, bis die Bildungsausgaben in Deutschland endlich dem OECD-Durchschnitt von sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukt entsprechen.

Bei den Wählern dürften die Parteien mit diesen Plänen auf Wohlgefallen stoßen: Laut einer Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbands wünschen sich 78 Prozent der Wahlberechtigten höhere Investitionen im Bildungsbereich. Besonders verbreitet ist diese Meinung der Umfrage nach bei Anhängern der Grünen: 88 Prozent fordern dort mehr Geld für die Bildung.

Doch unter den CDU-Anhängern fordern 72 Prozent und damit eine deutliche Mehrheit höhere Investitionen in Schulen und Universitäten.

Kommentare (1)

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25.06.2013, 06:47 Uhr

Am meisten fehlt es an der Motivation der Lehrer und die wird immer schlechter.Das ist auch so gewollt,weil dumme Schüler soäter dumme Erwachsene werden,die man leicht lenken,ausbeuten und manipulieren kann.

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