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18.01.2007

15:51 Uhr

Bildungs-Wettbewerb

Exzellenzinitiative für die Hochschul-Lehre geplant

VonBarbara Gillmann

Parallel zur Exzellenzinitiative für die Forschung soll es bald auch einen Wettbewerb für die Lehre an deutschen Hochschulen geben. Zwar ist die Finanzierung noch völlig offen, doch ist schon vorab klar, dass die staatlichen Kassenwarte deutlich weniger tief in ihre Schatullen greifen müssten. Zudem will sich die Wirtschaft beteiligen.

Maschinenbau-Vorlesung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Foto: dpa dpa

Maschinenbau-Vorlesung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Foto: dpa

BERLIN. Die Exzellenzinitiative für die Lehre kündigte der Präsident des Stifterverbandes der Wirtschaft für die Wissenschaft, Arend Oetker, an. Kultusministerkonferenz (KMK), Stifterverband und DAAD wollten das Projekt als Public-Private-Partnership organisieren. Mit dem neuen Präsidenten der KMK, Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD), sei man bereits einig geworden, sagte Oetker: „Das ist Zöllners Thema“.

Zöllner wird am Freitag die Schwerpunkte seiner Präsidentschaft bekannt geben. Als Sprecher der SPD-Länder war Zöllner, der lange Wissenschaftsminister in Rheinland-Pfalz war, einer der Konstrukteure der Exzellenzinitiative für die Hochschulforschung. Der 2006 angelaufene Wettbewerb hat frischen Wind in die deutsche Hochschulforschung gebracht und viele neue Kooperationen angeregt. Die Hochschullehre hingegen steht seither noch mehr im Schatten als ohnehin schon – vielen Forschern gilt sie als lästige Bürde.

Der Wissenschaftsrat, das höchste Beratungsgremium von Bund und Ländern, fordert in seiner jüngsten Empfehlung eine bessere Lehre von den Hochschulen: Vor allem müssten die Akademiker, von denen nur noch eine Minderheit in die Forschung geht, besser für die Berufspraxis vorbereitet werden. Im internationalen Vergleich sind auch die Betreuungsrelationen in Deutschland sehr schlecht. Das ist umso problematischer, als die Zahl der Studenten in den nächsten Jahren voraussichtlich drastisch steigen wird und zudem die Umstellung auf das zweistufige Bachelor/Master-System die Ansprüche an die Lehre erhöht.

Um einen wirkungsvollen Wettbewerb für die Lehre auszuloben ist nach Ansicht Oetkers nur ein Bruchteil jener 1,9 Milliarden Euro nötig, die Bund und Länder für die Exzellenzinitiative zur Verfügung stehen. Langfristig sei sogar, „eine Stiftung für die Lehre denkbar, die Lehr-Projekte fördert“ – quasi als Pendant zur Deutschen Forschungsgemeinschaft, die die Hochschulforschung fördert.

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