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02.01.2007

11:21 Uhr

Bildungskampagne

Türkische Unternehmer wollen Schulen fördern

Um die Jobchancen der oftmals nur gering gebildeten türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland zu verbessern, hat die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) eine Bildungskampagne angekündigt. Bei Bundesbildungsministerin Annette Schavan rennt der Migranten-Dachverband damit offene Türen ein.

Die Hauptschule - hier die Rütli-Schule in Berlin - gilt als Migranten-Hochburg mit lausigen Chancen für die Schüler. Foto: ap

Die Hauptschule - hier die Rütli-Schule in Berlin - gilt als Migranten-Hochburg mit lausigen Chancen für die Schüler. Foto: ap

HB BERLIN. „Unser Ziel ist es, binnen fünf Jahren die Zahl der türkischstämmigen Schüler ohne Schulabschluss zu halbieren, die Zahl der mittleren Schulabschlüsse zu verdoppeln und deutlich mehr türkischstämmige Abiturienten zu bekommen“, sagte der TGD-Bundesvorsitzende Kenan Kolat. „Wir wollen solche Schulen finanziell fördern, die gute Arbeit mit Migranteneltern und -kindern machen“, sagte Kolat. „Türkische Unternehmer sind zu Spenden bereit. Viele, die hier etwas erreicht haben, sagen, wir wollen auch etwas zurückgeben.“

Bundesweit sollen nach dem Vorbild der Föderation Türkischer Elternvereine in Nordrhein-Westfalen Elternakademien gegründet werden. Dort können türkische Eltern Wissen über das deutsche Schulsystem sowie ihre Mitwirkungsmöglichkeiten, Rechte und Pflichten erwerben.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan kündigte in einem Zeitungsinterview an, die Zahl der Schulabbrecher generell halbieren zu wollen. Sie wolle dafür gemeinsam mit den Ländern in diesem Jahr eine entsprechende Initiative starten, sagte die CDU-Politikerin in der „Rheinischen Post“. Erreichbar sei eine Halbierung der Zahl der Schulabbrecher in fünf Jahren. Derzeit schafft rund jeder zehnte Schüler keinen Abschluss. Die Ministerin erklärte weiter, Schüler stärker für technische Fächer interessieren zu wollen. Dies sei wegen der Erfordernisse der Wirtschaft nötig.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland vereint unter ihrem Dach knapp 230 Vereine und Verbände. Sie sieht sich als nicht-religiöse Interessenvertretung der 2,3 Millionen Türken in Deutschland und ihrer etwa 500 000 eingebürgerten Landsleute. Kolat versteht sich als „Sprachrohr der schweigenden Mehrheit“ der Türken in Deutschland.

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