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16.04.2014

17:23 Uhr

Bildungspolitik

Kein Anspruch auf Ethik-Fach in der Schule

Muss die Schule als Ersatz für Religionsunterricht auch Ethik als Fach anbieten? Das Bundesverwaltungsgericht sagt: nein. Doch eine Mutter sieht die Religionsfreiheit beschnitten und will vors Verfassungsgericht ziehen.

Das Eingangsportal des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig: Eltern und Kindern haben keinen Anspruch auf Ethik als Grundschulfach für ihre konfessionslosen Schüler. dpa

Das Eingangsportal des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig: Eltern und Kindern haben keinen Anspruch auf Ethik als Grundschulfach für ihre konfessionslosen Schüler.

LeipzigBei der Schulbildung ihrer Söhne geht es Anna Ignatius ums Prinzip. „Ich möchte, dass die Position von Menschen gestärkt wird, die nicht dem christlichen Glauben anhängen“, sagt die 42 Jahre alte promovierte Philosophin aus Freiburg. Seit vier Jahren klagt sie sich deswegen durch die Instanzen. Sie verlangt vom Land Baden-Württemberg, Ethik-Unterricht als Alternative zu Religion schon in der Grundschule anzubieten. Allerdings bleibt sie damit am Mittwoch vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wie schon in den beiden Vorinstanzen erfolglos. (Az.: BVerwG 6 C 11.13)

Aus dem Grundgesetz lasse sich kein Anspruch auf Ethik-Unterricht ableiten, entscheidet der 6. Senat. Der Staat habe bei der Einrichtung von Schulfächern einen Gestaltungsspielraum, sagt der Vorsitzende Richter Werner Neumann. Baden-Württemberg bietet Ethik-Unterricht nach Angaben des Kultusministeriums bislang frühestens ab Klasse 7 an. Ansonsten herrscht bildungspolitische Vielfalt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können sich schon Erstklässler zwischen Ethik und Religion entscheiden, andere Länder bieten Fächer wie Philosophie oder Werte und Normen ab Klasse 5 an.

Die ideale Schule

Engagierte Lehrer

...fordern 94 Prozent der Lehrer und 92 Prozent der Eltern.

Gut ausgebildete Lehrer

...fordern 85 Prozent der Lehrer und 83 Prozent der Eltern.

Gute Organisation des Schulalltags

...fordern 77 Prozent der Lehrer und 74 Prozent der Eltern.

Klassengröße

Kleine Klassen wünschen sich 76 Prozent der Lehrer und 80 Prozent der Eltern.

Förderung

Eine gezielte Förderung nach Begabung wünschen sich 75 Prozent der Lehrer und 78 Prozent der Eltern.

Platz

Geeignete Räumlichkeiten fordern 72 Prozent der Lehrer und 64 Prozent der Eltern.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben ist für 51 Prozent der Lehrer und 67 Prozent der Eltern ein wichtiger Faktor für die ideale Schule.

Fremde Kulturen

Die Möglichkeit zum Schüleraustausch ist für 27 Prozent der Eltern und 39 Prozent der Eltern wichtig.

Anna Ignatius findet es insbesondere ungerecht, dass ihren drei konfessionslosen Söhnen eine Werte- und Normenvermittlung – wie sie im Religionsunterricht erfolgt – versagt bleibe. Ihr Anwalt Thomas Heinrichs argumentiert, im Religionsunterricht würden „aktuelle, ethisch motivierte Problemlagen thematisiert“. Was ist Gerechtigkeit, wie geht man mit dem Tod von Großeltern um, Fukushima, die Krim-Krise – all das sei Thema. Heinrich spitzt es in der mündlichen Verhandlung zu: „Man kann sich fragen, ob das noch Religionsunterricht ist.“

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.04.2014, 19:31 Uhr

Die armen Kinder!
Die, die den Ethikunterricht besuchen müssen verstehen die Welt doch nicht !
Was unterscheidet Christen von Muslimen und warum ist der Jüdische Glaube der älteste der großen Weltreligionen ?
Im übrigen,
wenn ich als Unternehmer unter Bewerbern die Auswahl habe , werde ich auch auswählen....

Account gelöscht!

16.04.2014, 19:59 Uhr

Wann wird der Glaube und die Religion im allgemeinen, egal welche, endlich aus der Schule und dem öffentlichen Raum verbannt, denn Glaube ist nach unseren Gesetz privat Angelegenheit. Schürt doch das Märchengebilde Religion/Glaube, was noch nie als tatsächlich vorhanden nachgewiesen wurde nur zu Haß/Mord und Elend unter den verschiedenen Gruppen geführt hat.

Der Glaube, die größte Geißel der Menschheit, egal welche.

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