Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.03.2014

16:59 Uhr

Bildungspolitik

Niedersachsen schafft Turbo-Abi ab

Niedersachsen will dem Abitur nach zwölf Jahren 2015 den Rücken kehren: Als erstes Bundesland schafft es das Turbo-Abitur wieder ab, um den Schülern mehr Zeit zum Lernen zu geben – mit einer Ausnahmeregelung.

Ungeliebtes Turbo-Abitur: Auch in anderen Bundesländern gibt es Kritik an der Verkürzung der Schulzeit. dpa

Ungeliebtes Turbo-Abitur: Auch in anderen Bundesländern gibt es Kritik an der Verkürzung der Schulzeit.

HannoverNiedersachsen will bei der Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren die Stundenpläne entzerren und den Stress für die Schüler senken. Als bundesweit erstes Bundesland soll dort nach den Sommerferien 2015 das Turbo-Abi abgeschafft werden. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) stellte am Donnerstag die Details vor. Leistungsstärkeren Schülern soll weiter die Möglichkeit eingeräumt werden, nach 12 statt 13 Jahren die Hochschulreife zu erwerben.

Erst 2011 war in Niedersachsen der erste Schülerjahrgang nach acht Jahren Gymnasium entlassen worden. Schon kurz nach der Einführung war das Turbo-Abi aber wegen zu hohen Lernstresses auf Widerstand gestoßen. Auch in anderen Bundesländern gibt es Kritik an der Verkürzung der Schulzeit.

In Niedersachsen soll nun die Zahl der Klausuren und der Kurse in der Qualifikationsphase reduziert werden. Außerdem soll die individuelle Förderung von Schülern gestärkt werden. Die derzeitigen Jahrgänge 5 und 6 werden das Abi regulär wieder nach 13 Jahren machen.

Die ideale Schule

Engagierte Lehrer

...fordern 94 Prozent der Lehrer und 92 Prozent der Eltern.

Gut ausgebildete Lehrer

...fordern 85 Prozent der Lehrer und 83 Prozent der Eltern.

Gute Organisation des Schulalltags

...fordern 77 Prozent der Lehrer und 74 Prozent der Eltern.

Klassengröße

Kleine Klassen wünschen sich 76 Prozent der Lehrer und 80 Prozent der Eltern.

Förderung

Eine gezielte Förderung nach Begabung wünschen sich 75 Prozent der Lehrer und 78 Prozent der Eltern.

Platz

Geeignete Räumlichkeiten fordern 72 Prozent der Lehrer und 64 Prozent der Eltern.

Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben ist für 51 Prozent der Lehrer und 67 Prozent der Eltern ein wichtiger Faktor für die ideale Schule.

Fremde Kulturen

Die Möglichkeit zum Schüleraustausch ist für 27 Prozent der Eltern und 39 Prozent der Eltern wichtig.

Für die Schüler, die noch Turbo-Abi machen müssen, soll es aber besondere Unterstützungsmaßnahmen geben. Außerdem soll die Pflichtstundenzahl auf maximal 30 pro Woche in den Jahrgängen 5 bis 13 gesenkt werden. „Das bedeutet zunächst weniger Stress durch eine geringere Stundentafel. Dennoch bleibt durch das zusätzliche Jahr nun auch mehr Zeit zum Lernen und für die Vertiefung der Unterrichtsinhalte“, sagte Ministerin Heiligenstadt.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.03.2014, 19:26 Uhr

Gut so!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×