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18.06.2014

12:59 Uhr

Bildungspolitik

Schreibschrift für Grundschüler beibehalten

Es gibt Schüler und Studenten, die ihre eigene Handschrift selber nicht lesen können. Sollte sich deshalb an den Grundschulen etwas ändern? Vielerorts wird eine neue Schrift erprobt, die aus Druckbuchstaben besteht.

Auf einem Schulheft ist in den Farben rot, blau und grün „Schreiben lernen“ zu lesen: Die Länder wollen Schreibschrift für Grundschüler beibehalten. dpa

Auf einem Schulheft ist in den Farben rot, blau und grün „Schreiben lernen“ zu lesen: Die Länder wollen Schreibschrift für Grundschüler beibehalten.

HannoverErst Druckbuchstaben, dann eine Schreibschrift und schließlich die eigene Handschrift: Die Mehrheit der Bundesländer will vorerst nicht daran rütteln, in welcher Reihenfolge Grundschüler schreiben lernen. Allerdings wird vielerorts die umstrittene neue Grundschrift erprobt, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie besteht aus Druckbuchstaben, die nach und nach zu einer eigenen Handschrift verbunden werden sollen. Die klassische Schreibschrift fällt bei diesem Modell weg.

Der Grundschulverband entwickelte die neue Schrift unter anderem, weil sie Schülern den Umweg über eine Schreibschrift erspart und leichter zu lernen ist. Kritiker befürchten dagegen, dass seit Generationen bewährte Schreibschriften verloren gehen könnten.

Faktoren für den Schulerfolg

Faktor 1

Wie gut ein Kind in der Schule ist, hängt vor allem davon ab, ob sich das Kind in der Schule wohlfühlt - sagen 82 Prozent der Lehrer und 83 Prozent der Eltern.

Faktor 2

Der Schulerfolg hängt von der Begabung des Kindes ab, denken 80 Prozent der Lehrer und 79 Prozent der Eltern.

Faktor 3

Davon, wie gut die Lehrer sind, meinen 75 Prozent der Lehrer und 84 Prozent der Eltern.

Faktor 4

Wie sehr die Eltern darauf achten, dass ihr Kind die Hausaufgaben macht und ausreichend lernt ist ebenfalls ein Faktor für den Schulerfolg, meinen 68 Prozent der Lehrer und 73 Prozent der Eltern.

Faktor 5

Einen weiteren Faktor, wie gut die Eltern das Kind bei den Hausaufgaben und beim Lernen unterstützen, empfinden 66 Prozent der Lehrer als ausschlaggebend für den Schulerfolg und 72 Prozent der Eltern.

Faktor 6

Der Grad des Ehrgeizes des Kindes empfinden 60 Prozent der Lehrer als maßgeblich für den Schulerfolg, 65 Prozent der Eltern denken ebenso.

Faktor 7

Der Schulerfolg hängt von der Größe der Klasse ab, sagen 52 Prozent der Lehrer und 56 Prozent der Eltern.

Faktor 8

Der Bildungsabschluss der Eltern ist maßgeblich für den Schulerfolg meinen 51 Prozent der Lehrer und 40 Prozent der Eltern.

Faktor 9

Welche Sprache zu Hause gesprochen wird, ist ebenso eine entscheidender Faktor für den Erfolg des Kindes. Das sagen 48 Prozent der Lehrer und 39 Prozent der Eltern.

Faktor 10

Die Konkurrenzsituation in der Klasse empfinden lediglich 14 Prozent der Lehrer und elf Prozent der Eltern als Erfolgsfaktor.

Faktor 11

Zehn Prozent der Lehrer und 22 Prozent der Eltern denken, die Belohnung für gute Leistungen durch die Eltern ist ausschlaggebend für den Erfolg des Kindes in der Schule.

In Baden-Württemberg wird an 17 Grundschulen bis nächstes Jahr die Grundschrift erprobt. Aussagen dazu wolle man erst treffen, wenn die Schüler alle vier Grundschuljahre komplett durchlaufen haben, hieß es im Kultusministerium in Stuttgart. Bayern hat einen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch zum Vergleich zwischen Grund- und Schreibschrift bereits abgeschlossen. „Vorteile der Grundschrift konnten dabei nicht festgestellt werden“, erklärte das Kultusministerium in München.

Dagegen sprechen erste Ergebnisse einer Untersuchung an acht Grundschulen in Bremen für positive Auswirkungen der Grundschrift. Dabei wurden dem Bildungssenat zufolge unter anderem die Aspekte Linkshändigkeit, Hyperaktivität und Orthografie untersucht. „Von den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern wird die Grundschrift durchweg positiv bewertet“, sagte eine Senatssprecherin.

Wie viele Grundschulen bereits ausschließlich mit den Druckbuchstaben arbeiten, ist nicht bekannt. Erlaubt ist die Grundschrift unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Thüringen. „Zu 90 Prozent wird aber die Schulausgangsschrift gelehrt, die 1968 in der DDR eingeführt wurde“, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums. In Sachsen ist die Schulausgangsschrift sogar verbindlich. Auch die meisten Berliner Grundschulen verwenden sie seit dem Schuljahr 2000/01.

In Bayern war bisher die vereinfachte Ausgangsschrift vorgeschrieben. Nach dem neuen Lehrplan Grundschule, der nach den Sommerferien in Kraft tritt, kann auch die Schulausgangsschrift unterrichtet werden. In Rheinland-Pfalz favorisiert die Mehrzahl der Grundschulen nach informellen Rückmeldungen die Lateinische Ausgangsschrift, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte. Eine Festlegung auf die Grundschrift als einzige Schrift bundesweit lehnen die Ministerien der befragten Länder übereinstimmend ab.

Von

dpa

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