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16.08.2011

14:21 Uhr

Bildungsstudie

Deutsche Musterschüler kommen aus dem Osten

Mehr Abiturienten und Akademiker, bessere Betreuung in den Schulen und Kitas - mit dem Bildungssystem in Deutschland geht es weiter aufwärts. Sachsen ist Spitzenreiter, Berlin Schlusslicht - trotz deutlicher Fortschritte.

Schüler bei der Abiturprüfung an einem deutschen Gymnasium. Quelle: dapd

Schüler bei der Abiturprüfung an einem deutschen Gymnasium.

KölnDie Sachsen sind die Musterschüler. Im Bundesländervergleich „Bildungsmonitor 2011“, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, sicherte sich das ostdeutsche Land erneut den ersten Platz - zum sechsten Mal in Folge. Thüringen landete wie im Vorjahr auf Platz zwei vor Baden-Württemberg und Bayern. Schlusslicht der Rangliste ist weiter Berlin.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln macht den Ländervergleich seit 2004 jedes Jahr im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Bewertet werden die Bildungssysteme anhand von 111 Indikatoren - unter anderem dem Angebot an Ganztagsschulen und Kitas, Betreuungsrelationen an Schulen, Abiturientenquoten oder Bildungsausgaben.

„Kaderschmieden“ für den Nachwuchs

Sachsen und Thüringen bleiben laut Studie die „Kaderschmieden“ für den Nachwuchs in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Die Studienautoren bescheinigen beiden Ländern die höchste Schulqualität, gute Betreuungsbedingungen, exzellente Voraussetzungen für eine individuelle Förderung und die größten Erfolge im Kampf gegen Bildungsarmut.

Baden-Württemberg und Bayern - die Dritt- und Viertplatzierten - punkten vor allem mit ihrer Schulqualität und dem Übergang in den Arbeitsmarkt. An Berlins Schulen hapert es dagegen mit der Qualität. Viele junge Leute verließen die Schule dort ohne ausreichende Grundlage für den Job, beklagen die Studienautoren. Auch die Zahl der ausländischen Schüler ohne Abschluss sei zu hoch. Die Hauptstadt habe sich gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich verbessert. Der Absprung vom letzten Platz sei aber nicht geglückt.

Die Studie bescheinigt fast allen Bundesländern Fortschritte gegenüber 2010. Besonders zugelegt hat demnach Mecklenburg-Vorpommern. Das Land im Nordosten der Republik sei der „Dynamiksieger“ bei dem Ranking.

Der Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Hubertus Pellengahr, sagte, Qualität und Gerechtigkeit im Bildungssystem hätten zugenommen. „Aber es gibt weiter viel zu tun.“ Insbesondere bei der Integration und der frühkindlichen Bildung gebe es noch Defizite.

Kommentare (10)

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w.schwachtel@gmx.de

16.08.2011, 12:04 Uhr

Mehr Abiturienten heißt garnichts, wenn die Qualität des Abis sinkt. Nicht die Hauptschule wird gestrichen (in BaWü) sondern das ehemalige echte Gymnasium und Abitur. Das heutige Abitur verkommt zur ehemaligen Realschule.

Mehr Studenten sagt garnichts aus. Viele Junge Leute möchten einfach diese tolle Zeit geniessen und studieren halt irgendwas, möglichst nichts schwereres. Auch im Studium wird alles mehr und mehr "verschult".

Wolle

16.08.2011, 14:52 Uhr

Liebes Handelsblatt, Sachsen liegt in Mitteldeutschland, dort gibt es auch den MDR!!!
Das Berlin bei dieser Untersuchung das Schlußlicht stellt verwundert nicht, wird es doch von SPD und DKP, sorry PDS, regiert.

CPH

16.08.2011, 15:26 Uhr

Entwscheidend sind, und das wissen wir alle, weniger die Input- Indikatoren (also die Investments und Rahmenbedingungen), sondern der Output, also: Was machen wir Sachsen aus diesem Spitzenplatz, was machen die jungen Leute aus sich....

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