Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2013

06:30 Uhr

Billiger Wohnen

Union und SPD wollen Mietpreise eindämmen

Bauförderung für Mietwohnungen und Mietpreisbremse: Die zukünftigen Koalitionspartner wollen den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Union und SPD einigten sich auf ein „Paket für bezahlbares Bauen und Wohnen“.

Wohnungsmarkt

Günstige Wohnungen: Union und SPD planen Mietpreisbremse

Wohnungsmarkt: Günstige Wohnungen: Union und SPD planen Mietpreisbremse

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinUnion und SPD wollen drastische Mieterhöhungen vor allem in Großstädten stärker eindämmen und den Bau von Mietwohnungen weiter fördern. Die zuständige Arbeitsgruppe in den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen einigte sich auf ein „Paket für bezahlbares Bauen und Wohnen“, wie am späten Montagabend in Berlin mitgeteilt wurde.

In Gemeinden mit angespannten Wohnungsmärkten darf demnach die neue Miete bei Mieterwechsel maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten zur Förderung des Mietwohnungsbaus sollen wieder eingeführt werden. Diese Instrumente sollen zunächst auf fünf Jahre angelegt werden.

Der amtierende Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) sagte: „Die beste Antwort auf Wohnraumengpässe lautet: Bauen, bauen, bauen - auch in preiswerteren Mietsegmenten.“ Dafür soll die vor einigen Jahren ausrangierte degressive Abschreibung für Anlagen im Mietwohnungsneubau („degressive Afa“) wieder eingeführt werden. Dies setze wichtige Anreize für Investoren.

SPD-Verhandlungsführer Florian Pronold sagte: „Die Rechte der Mieter werden deutlich gestärkt.“ Bestehende Mieten sollen in angespannten Wohnungsmärkten künftig in vier Jahren höchstens um 15 Prozent steigen dürfen - bisher gilt dies für eine Frist von drei Jahren.

Bei Maklergebühren solle gelten, dass sie der Vermieter zahlen müsse, wenn er den Makler einschalte. Die Regeln, nach denen Vermieter Kosten energiesparender Sanierungen auf die Miete umlegen können, sollen zudem enger begrenzt werden.

Sitzverteilung im Bundestag: Stühlerücken links von Merkel

Sitzverteilung im Bundestag

Stühlerücken links von Merkel

Die Union schluckt die FDP, bei den Grünen dürfen Schwerhörige nach vorn rücken und um die erste Reihe gab's Zoff: An der neuen Sitzverteilung im Bundestag zeigt sich ein Zusammenspiel von Etikette und Anarchie.

Die Forderung nach einer Mietpreisbremse war ein wichtiges Wahlkampfthema der SPD. Die Idee wurde auch von Kanzlerin Angela Merkel im Wahlkampf der CDU aufgenommen. Hintergrund sind drastisch steigende Wohnkosten in Ballungsräumen wie München, Berlin oder Hamburg. Für bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Investoren hatte sich die Union ausgesprochen.

Einzelheiten zu den Vereinbarungen sollten am Dienstagmorgen (09.45 Uhr) vorgestellt werden. Mit den Vorschlägen befasst sich die große Verhandlungsrunde von Union und SPD am kommenden Montag.

Kommentare (25)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rene

05.11.2013, 08:01 Uhr

Immobilien stehen oft deutlich länger als 100 Jahre. Der Geschmack der Menschen ändert sich in jeder Generation, also alle 20 Jahre. In 80% der dt. Gemeinden sinkt die Bevölkerungszahl. In den "Metropolen" spätestens ab 2030. Man weiß also heute schon, dass das ganze Steuergeld verpulvert wird, um künftigen Leerstand zu bauen.
Aber es ist ja nicht der Politker Geld, sondern unsere tagtäglichen Steuern. Und in 20 Jahren bekommen den Politiker, die diesen Mist verzapft haben, von unseren Steuern ihre üppigen Pensionen.

Vermieter

05.11.2013, 08:21 Uhr

"Die Rechte der Mieter werden gestärkt"

Die Politik sollte besser mal dafür sorgen, dass die Rechte der Vermieter gestärkt werden, nur das führt zu zu Investitionen in den Mietwohnungsbau. Vermieter werden drangsaliert von sich ständig (rückwirkend!!!) ändernden Rechtsprechung z.B. zu Schönheitsreparaturen, neuer Regulierung z.B. Rauchmelderpflicht, Legionellenüberprüfung, Kanaldichtisgkeitsprüfung...

Die Mietervereine tragen das ihre dazu bei und wollen einfach nicht kapieren, dass genau deren Verhalten dazu führt, dass Mieten steigen.

Jedem der mir jetzt mit Mieterschutz kommt, soll sich mal ein paar Urteile in Sachen Mietrecht durchlesen. Dann weis man, dass das Risiko, der Aufwand und Ärger nur über die Höhe der Miete zu kompensieren ist.

Wenn es nicht so viel Ärger wäre, könnte ich froh sein: der Staat, die Mietervereine, die Richter, der zwar kleine Teil unverschämter Mieter, drückt das Angebot und treibt die Preise.

Grrr

05.11.2013, 08:49 Uhr

Alternativen wären auch vernünftige ÖPNV Anbindungen aus dem Umland zu schaffen, damit zumindest der (Pendler-)Verkehr abnimmt. Und die Vororte damit attraktiver sind als in der Innenstadt neu zu bauen.
Irgendwann stehen die Hütten dann leer!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×