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25.02.2015

17:19 Uhr

Billigerer Strom und krisenfester

EU-Kommission stellt Plan für Energie-Union vor

Über eine Milliarde Euro pro Tag: So sieht die Rechnung aus, die Europa laut EU-Kommission für seine Energieimporte zu begleichen hat. Eine Energie-Union soll diese Kosten senken und die Versorgung krisenfester machen.

Die EU-Kommission stellt ihren Plan für eine Energie-Union vor. dpa

Billigerer Strom und weniger Krisenanfällig

Die EU-Kommission stellt ihren Plan für eine Energie-Union vor.

BrüsselÜber eine Milliarde Euro pro Tag: So sieht die Rechnung aus, die Europa nach Zahlen der EU-Kommission für seine Energieimporte zu begleichen hat. Denn 53 Prozent der Energie - beispielsweise Erdgas aus Russland - werden eingeführt, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel bei der Vorstellung der Pläne für eine Energie-Union erinnerte.

Die Energie-Union soll Europa von Ländern wie Russland unabhängiger machen. Sie soll letztlich aber auch jedem einzelnen zugute kommen. Denn „wegen veralteter Infrastrukturen, unzureichend integrierter Märkte und nicht aufeinander abgestimmter Maßnahmen können unsere Verbraucher, Haushalte und Unternehmen nicht von der größeren Auswahl oder niedrigeren Energiepreisen profitieren“, wie die Behörde einräumte.

Die Energie-Union, eins der Hauptprojekte der neuen Kommission von Jean-Claude Juncker, will die jetzige Lage mit einem großen Bündel neuer Maßnahmen ändern. Diese reichen thematisch von Schiefergas über Atomkraft bis zu Windrädern, von freiwilligen Maßnahmen bis zur Überarbeitung und Durchsetzung von Gesetzen.

Woher bekommt Deutschland sein Erdgas?

Deutsches Erdgas-Aufkommen

Das gesamte deutsche Erdgas-Aufkommen (Importe, inländische Gewinnung und Speichermenge) entsprach in den ersten drei Monaten dieses Jahres einem Energiegehalt von rund 1,179 Millionen Terajoule (TJ). Das waren etwa 17,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

(alle Infos: Stand März 2014)

Importe

Mehr als vier Fünftel dieser Menge stammte aus Importen (rund 979.000 TJ) – 2,9 Prozent mehr als zwischen Januar und März 2013.

Wichtigste Lieferländer

Von diesen Einfuhren entfielen knapp 373.000 TJ auf Russland als mit Abstand wichtigstes Lieferland. Auf Rang zwei lag Norwegen (gerundet 291.000 TJ), gefolgt von den Niederlanden (etwa 267.000 TJ). Während die Importe aus Russland zuletzt um 11,7 Prozent und diejenigen aus Norwegen um 13,7 Prozent zulegten, sanken die Importe aus den Niederlanden um 12,6 Prozent. Alle sonstigen Bezugsländer kamen auf eine Restmenge von lediglich 48.800 TJ (-13,2 Prozent).

Inländische Förderung

Die inländische Erdgasförderung der Bundesrepublik erreichte von Januar bis März 2014 ein Energie-Äquivalent von rund 84.400 TJ – 8 Prozent unter dem Niveau der ersten drei Monate des vorigen Jahres.

Gasspeicher

Angesichts des milden Wetters im zurückliegenden Winter 2013/2014 waren die deutschen Gasspeicher von Januar bis März noch mit einer Kapazität von knapp 116.000 TJ gefüllt.

Exporte

Deutschland exportierte außerdem Erdgas mit einem Energiegehalt von rund 205.000 TJ ins Ausland – ein Fünftel weniger als vor einem Jahr.

Eine Maßnahme, die schon vorab im Fokus stand, ist die Bündelung von Gaseinkäufen im Ausland. Wenn sich die Einkäufer aus Europa zusammentun, so der Gedanke, können sie gegenüber den Gaslieferanten geschlossener und damit stärker auftreten. Allerdings gibt es auch skeptische Stimmen. Aus der CDU im Europäischen Parlament kam der Vorbehalt, „Zwangszusammenschlüsse“ der Einkäufer widersprächen der freien Marktwirtschaft.

Gas nimmt in der Energieunion generell einen wichtigen Platz ein. Die Kommission will unter anderem die Infrastruktur für verflüssigtes Gas (LNG), das in Schiffen transportiert wird, vorantreiben. So ließen sich Versorgungsengpässe entschärfen, die durch den Streit um Pipelines entstehen. Erdgas hat den Vorzug, anders als Sonne oder Wind je nach Bedarf Energie zu erzeugen, zudem verbrennt es nicht so klimaschädlich wie beispielsweise Braunkohle.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

26.02.2015, 08:50 Uhr

Neues aus Absurdistan (EUdSSR)
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EU-Kommission stellt Plan für Energie-Union vor.
Was wollen sie denn noch alles regulieren? Nach dem Krümmungsgrad der Gurke und dem Glühbirnenverbot ist jetzt die Energie an der Reihe.
Die einzelnen Staaten werden damit entmündigt.

Herr Manfred Zimmer

27.02.2015, 08:59 Uhr

Nach der "Kalten Fusion" oder "LENR" sollen die Stromkosten 0,01 € pro Kilowatt betragen. Das ist der Preis über den wir reden, aber nichts bewegt sich. Weshalb wohl?

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