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04.03.2011

14:00 Uhr

Bio-Kraftstoff

EU gibt E10-Sprit-Kritikern Rückenwind

Schafft E10 noch den Durchbruch beim Verbraucher? Bisher tanken zu wenig Autofahrer den neuen Biosprit. Unions-Politiker würden ihn am liebsten abschaffen. Das ginge sogar, meint die EU.

Droht das Aus für E10? Quelle: Reuters

Droht das Aus für E10?

Berlin/BrüsselDie EU-Kommission hat am Freitag klargestellt, dass es keine Verpflichtung zur Einführung des Biosprits E10 in Europa gibt. Es sei alleine die Entscheidung der Bundesregierung, ob sie Pkw-Benzin mit einem Ethanol-Anteil von zehn Prozent einführe oder nicht, sagte Kommissionssprecher Joe Hennon. Die Kraftstoffrichtlinie von 2009 legt allerdings das Ziel fest, dass bis 2020 zehn Prozent der Energie im gesamten Transportsektor aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Wie die Staaten dieses Ziel erreichen, ist ihre Sache. Einige EU-Länder haben sich nach Kommissionsangaben dafür entschieden, einen Biosprit-Anteil von 80 Prozent für Taxis und Busse vorzuschreiben. Auch scharfe Vorgaben für Lastwagen sind möglich.

Neben Ethanol tragen Hybridfahrzeuge zum Erreichen des Zehn-Prozent-Zieles aus erneuerbaren Energiequellen bei. Intern geht die Kommission allerdings davon aus, dass Hybridantriebe bis 2020 nur einen Prozentpunkt beisteuern werden - der Löwenanteil also durch Beimischung von Biosprit erreicht werden muss. 2008 lag der Anteil an Ethanol und Biodiesel am gesamten Kraftstoff laut Kommissionsangaben EU-weit bei 3,4 Prozent.

Kritikern des neuen Sprits dürfte die EU-Ansage sehr gelegen kommen.„Dieser klimapolitische Unsinn hilft der Umwelt nicht und bestraft den Bürger. E10 wieder abzuschaffen wäre die effektivste Klimapolitik für Mensch, Fahrzeug und Umwelt", sagte Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Gruppe im EU-Parlament, der „Bild“-Zeitung.

Kritisch äußerte sich auch der CDU-Energieexperte im Europäischen Parlament, Herbert Reul. „Der Einsatz von E10 war überstürzt und ist falsch verstandener Klimaschutz auf dem Rücken der Autofahrer“, sagte Reul der Zeitung. „Je eher E10 von den Tankstellen verschwindet, desto besser.“

Auch Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament, ist überzeigt, dass die Einführung von Biosprit „von Anfang an schlecht durchdacht“ gewesen sei. „In den letzten Jahren wurden unter dem Stichwort Klimaschutz eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, ohne Folgen und Kosten vernünftig abzuwägen. Das rächt sich jetzt beim Biosprit“, sagte er. So werde durch E10 kein Gramm Kohlendioxid weniger ausgestoßen. Vielmehr steige der Kraftstoffverbrauch und im schlimmsten Fall werde „Tank gegen Teller“ ausgespielt. „Es war voreilig der EU-Richtlinie über Biokraftstoffe zuzustimmen“, betonte der FDP-Politiker. Energie-Kommissar Günther Oettinger (CDU) müsse die Richtlinie „überprüfen und am besten abschaffen“.

Seit Anfang des Jahres wird die neue Benzinsorte E10 schrittweise eingeführt. Anders als bisher enthält sie nicht fünf, sondern zehn Prozent Ethanol. Da knapp zehn Prozent der Autos die Sorte nicht vertragen, wird E10 aber aus Verunsicherung kaum getankt. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat deswegen zu einem „Benzin-Gipfel“ eingeladen. Das Bundesumweltministerium sieht die Schuld für das E10-Chaos bei den Mineralölunternehmen, weil sie die Verbraucher nur unzureichend informiert hätten.

Kommentare (17)

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wasser

04.03.2011, 13:30 Uhr

Heute in Starnberg gesehen: E 10 1,57 Euro, Super plus/E5 1,66, Diesel 1,45 Euro
Wann hat der Wahnsinn ein Ende??????

Account gelöscht!

04.03.2011, 13:33 Uhr

Dieser Schwachsinn ist doch auf dem Mist unserer Klimakanzlerin gewachsen bzw. sie Röttgen machen lassen. Das ganze haben Sie dann via EU laufen lassen. Am Ende weiß Merkel wieder von nichts und Röttgen bekommt auf die Mütze - Wetten dass... :-)

Horst

04.03.2011, 15:08 Uhr

Hoffentlich wird der Schwachsinn gekippt. Kein Mensch braucht E10, es schadet dem Auto und damit der Umwelt. Bio Produkte gehören auf den Teller und nicht in den Tank. Die sollten lieber die Schweine damit füttern.

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