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05.03.2011

09:49 Uhr

Biokraftstoff

Schuld an der E10-Misere tragen die Anderen

Warum kommt der Biokraftstoff E10 bei Deutschlands Autofahrern so schlecht an? Regierung, Grüne und ADAC schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Das Hin und Her schadet dem Vertrauen der Verbraucher.

Die Einführung von E10 lief von Anfang an unglücklich. Quelle: dpa

Die Einführung von E10 lief von Anfang an unglücklich.

BerlinBundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) warf der Wirtschaft gravierende Versäumnisse vor. Die Grünen sahen die Fehler dagegen bei der Bundesregierung. Der ADAC machte die Wirtschaft verantwortlich.

E10 enthält entsprechend einer EU-Richtlinie bis zu zehn Prozent Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen. Zuvor wurden nur fünf Prozent Biosprit ins Benzin gemischt. Weil verunsicherte Autofahrer trotz der höheren Preise lieber Super Plus als E10 tanken, gibt es derzeit ein Überangebot des Biokraftstoffs und Engpässe bei Super Plus. Der Mineralölwirtschaftsverband hatte daher am Donnerstag angekündigt, vorerst keine weiteren Raffinerien auf die Produktion des neuen Treibstoffs umzustellen.

Aigner sagte: „Es kann nicht sein, dass die Autofahrer jetzt am Ende die Rechnung dafür bezahlen sollen, dass sich einzelne Konzerne aus der Verantwortung stehlen.“ Die Einführung von E10 dürfe nicht dazu genutzt werden, die Preise für Kraftstoff in die Höhe zu treiben.

Grünen sehen chaotische Informationspolitik

Die Grünen-Bundestagsfraktionsvize Bärbel Höhn warf der Regierung eine chaotische Informationspolitik vor. „Den Gipfel hätte man vor Start des Biosprits veranstalten müssen und nicht hinterher“, sagte Höhn mit Blick auf das für Dienstag geplante Gespräch von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit Spitzenvertretern der Industrie. Forderungen von Umweltverbänden nach einem generellen Stopp von Biosprit wies sie zurück. Solange die Energieversorgung noch am Öl hänge, sei dieser alternative Rohstoff sinnvoll. „Falsch ist die Politik der Bundesregierung, nicht Biosprit an sich“, sagte Höhn.

Kommentare (3)

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Otto

05.03.2011, 13:07 Uhr

Durch E 10 wird kein CO2 eingespart. Es werden Wälder abgeholzt und in Zukunft Zuckerrohr angebaut. Die Umweltschäden werden dadurch erst gemacht. Es werden Lebensmittel als Kraftstoff verwendet, dadurch die Lebensmittelpreise erhöht. Dadurch verhungern Kinder und Frauen. Ist das von der Deutschen Politik gewollt, wer hat hier wieder die Finger im richtigen Loch?

PikAs

05.03.2011, 14:27 Uhr

Die grünen Ökospinner machen uns wütend.
In unsere Autos kommt kein E10. Wir werden keine Lebensmittel "verfahren". In unser Haus kommt auch keine Energiesparlampe!

Unsere sogenannten "Politeliten" haben jeglichen Bezug zur Realität verloren und hängen immer neuen Spinnereien nach. Hauptsache sie bekommen das Geld der Bevölkerung! Alles andere dient nur als Deckmantel dafür!

WolfgangPress

06.03.2011, 06:59 Uhr

Die Politiker spielen mal wieder das alte Spiel, Schuld sind immer die anderen. Aigner, Söder und nun auch der schwarzlakierte dunkelgrüne Röttgen verteidigen einen kaum zu überbietenden Schwachsinn. E10 nützt niemanden, schadet aber der Umwelt ungemein. Darin sind sich zu meiner großen Überraschung Umweltverbände, Wissenschaft, Verbraucher und Vorstände großer Nahrungsmittelunternehmen einig. Nur die Politiker glauben, sie hätten eine gute Entscheidung getroffen. Aber wir wissen doch alle dass Politiker ignorant und dumm sind. Wären sie es nicht wären sie keine Politiker. Und die Dümmsten sitzen in Brüssel.
E10 muß jeder vernünftige Bürger boykottieren und wir müssen einen Weg finden diese unfähigen Politclowns zur Rechenschaft zu ziehen. Wir sind das Volk und nicht diese Typen.

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