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08.03.2011

06:34 Uhr

Biosprit E10

Benzin-Gipfel soll Info-Chaos beenden

Die Bundesregierung und Spitzenvertreter der Mineralöl- und Automobilbranche wollen heute beim sogenannten Benzin-Gipfel ab 13 Uhr einen Ausweg aus der Absatzkrise beim neuen Biosprit E10 suchen.

Tankstelle in Oberfranken: Der neue Biosprit E10 wird von Autofahrern kaum angenommen. Quelle: dpa

Tankstelle in Oberfranken: Der neue Biosprit E10 wird von Autofahrern kaum angenommen.

Berlin

Die Regierung will die Einführung bislang nicht stoppen und setzt vor allem auf eine bessere Information der Verbraucher. Rund drei Millionen Autos vertragen das Superbenzin nicht, dem zehn Prozent Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt wird. Mehrere FDP-Politiker dringen angesichts des Käuferstreiks auf eine Aussetzung und kritisieren das Krisenmanagement des federführend für den Biosprit zuständigen Umweltministers Norbert Röttgen (CDU).

Der "Benzin-Gipfel" war von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) einberufen worden. Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und Verkehrsminister Peter Ramsauer (beide CSU) nehmen daran teil. Angesichts der Schuldzuweisungen zwischen Regierung und Industrie vor dem "Benzin-Gipfel" ist mit kontroversen Diskussionen zu rechnen. Aus Angst um ihre Motoren weigern sich Millionen Autofahrer, den neuen Sprit zu tanken, der vielerorts das alte Super ersetzt.

Röttgen hat klare Forderungen an die Mineralölwirtschaft gestellt. "Sie müssen beim Gipfel klar und deutlich erklären, wie die Hersteller-Informationen verbessert und näher an den Kunden, das heißt an die Tankstelle gebracht werden können", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Zugleich kritisierte er die Branche. "Die jetzige Aufregung hängt damit zusammen, dass die Wirtschaft nervös geworden ist, weil sie ihr eigenes Produkt zu schlecht vermarktet hat." Die Regierung habe die Branche immer wieder dazu gedrängt, den Verbraucher rechtzeitig darüber zu informieren, welche Autotypen den neuen Kraftstoff E10 vertragen würden. Man habe die Unternehmen aber nicht dazu zwingen können.

In der Kritik: Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Quelle: dpa

In der Kritik: Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

"Die jetzige Aufregung hängt damit zusammen, dass die Wirtschaft nervös geworden ist, weil sie ihr eigenes Produkt zu schlecht vermarktet hat", sagte Röttgen. Er sei dennoch zuversichtlich, "dass das entstandene Misstrauen beim Verbraucher wieder abgebaut werden kann". Röttgens Amtsvorgänger, SPD-Chef Sigmar Gabriel, sagte MDR Info, keines der Argumente in der Diskussion sei neu. Auch die abzusehende Verunsicherung der Verbraucher hätte ihn 2008 bereits bewogen, die Einführung von E10 zu stoppen. Statt weiter auf Biokraftstoffe zu setzen, sei es klüger, "die Elektromobilität voranzutreiben, das Thema Wasserstoff weiter voranzubringen".

Kommentare (7)

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Manuel

08.03.2011, 08:10 Uhr

Die "Regierung" ist nicht meine Regierung
Ich wähle keine korrupten, verlogenen und unfähigen VolksverTRETER !!!!!!
Leider tut es die Masse der Menschen - immer und immer wieder.
Absolut KEINE der zur Wahl verfügung stehenden Parteien ist in der Lage das Volk zu vertreten.
Aber leider - die Masse meiner Mitmenschen hat das noch ? nicht kapiert......sie schlafen weiter




Michael

08.03.2011, 08:25 Uhr

Ich stimme dem Kommentar des anonymen Benutzers Manuel
voll zu und möchte nur hinzufuegen , Wer in D wählen geht, stimmt gegen die Interessen des Volkes, aber pro Wohlergehen der nahezu 3000 Parlamentarier während und nach der Mandatsperiode ohne entsprechende Gegenleistungen.

Che

08.03.2011, 08:32 Uhr

Die Gadaffis, Mubaraks und andere Potentaten hätten halt auch in Deutschland leichteres Spiel gehabt. Wir würden uns wohl erstmal vor einer Revolutionskabine zwecks Aufnahme in die Berechtigungsliste anstellen.

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