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06.03.2011

11:59 Uhr

Biosprit-Streit

Röttgen spricht sich für E10 aus

Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat sich im Streit um den Bio-Kraftstoff E10 zu Wort gemeldet und dessen Einführung verteidigt. Die Abhängigkeit vom Öl müsse mit diesem Hilfsmittel verringert werden.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Quelle: dapd

Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

Berlin Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat die Einführung des umstrittenen Biosprits E10 verteidigt. Sie diene dazu, die Abhängigkeit Deutschlands vom Öl zu verringern, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Darüber gibt es einen Konsens über die Parteigrenzen hinweg. Die Bundesregierung hat deshalb mit Zustimmung der rot-grünen Opposition und aller Bundesländer die Einführung von E10 ermöglicht.“

Röttgen betonte, der Biosprit werde nicht zwangsweise eingeführt. „Die Politik verpflichtet die Industrie lediglich zur Einhaltung einer bestimmten Biokraftstoff-Quote, die zwar gestiegen, aber nicht neu ist und bislang immer so gut wie erfüllt wurde.“

E10 enthält bis zu zehn Prozent Bio-Ethanol. Damit will die Branche ihre Verpflichtung erfüllen, insgesamt 6,25 Prozent sogenannten Biosprits mit dem Treibstoff in diesem Jahr zu verkaufen. Da aber knapp zehn Prozent der Autos die Sorte nicht vertragen, wird E10 aus Verunsicherung derzeit kaum gezapft. Die E10-Lager quellen über, während der übrige Super-Kraftstoff knapp wird. Wegen des Chaos' bei der Einführung des Biosprits steht die Biokraftstoff-Strategie der Regierung vor dem Scheitern.

Von

rtr

Kommentare (11)

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Merbod

06.03.2011, 12:16 Uhr

Das sicherste Verfahren, das ungeliebte E 10 vom Markt zu vertreiben, ist ein Kaufboykott. Damit ist eine 100%-ige Wirkung garantiert, denn nichts ist stärker als die Macht des Marktes. Ich selbst könnte E 10 tanken, werde das aber nicht tun, sondern auf Super Plus ausweichen. Das ist zwar teurer, ergibt aber mehr Kilometer. Wenn alle das tun, ist die Sache ganz schnell erledigt.

marc

06.03.2011, 12:29 Uhr

Lobbyismus!
Selbst das Büro für Technikfolgenabschätzung im dt. Bundestag spricht sich eindeutig gegen die Einführung aus, nur der Umweltminister propagiert wider besseres Wissen. Die Wirtschaftswoche (10/2011) hat hierzu einen sehr umfassenden Artikel veröffentlicht, der eindeutig die negative Gesamtbilanz von E10 belegt.

radar

06.03.2011, 12:30 Uhr

Ein "Motorkaputt" Benzin, das die Schmierfähigkeit des Öls verwässert, braucht nun wirklich niemand. Das Schwachbenzin E10 passt allerdings zu halbgrünen CDU-Schwachpolitikern wie Röttgen.

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