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09.05.2011

21:50 Uhr

Birgit Homburger

Schwierige Zeiten für die Fraktionschefin

Fast 20 Jahre brauchte sie bis zum Aufstieg an die Spitze der FDP. Nun könnte sie das Personalkarussell der FDP wahrscheinlich hart treffen. Sachkenntnis und Organisationstalent helfen Birgit Homburger nicht mehr.

Die berufliche Zukunft von Birgit Homburger ist ungewiss. Quelle: dpa

Die berufliche Zukunft von Birgit Homburger ist ungewiss.

Berlin

Birgit Homburger gehörte noch nie zu den Leuten, die ganz leicht den Weg nach oben finden. Fast 20 Jahre Bundestag hatte die diplomierte Verwaltungswissenschaftlerin schon hinter sich, bis sie es schließlich 2009 an die Spitze der FDP-Fraktion schaffte. Ein "Traumjob", schwärmte sie damals. Anderthalb Jahre später ist dieser Traum wohl ausgeträumt. Homburger wird den Fraktionsvorsitz aller Voraussicht nach abgeben.

Das hätte nicht so kommen müssen. Allgemein werden der 46-Jährigen in Berlin viel Fleiß, große Sachkenntnis und erhebliches Organisationsvermögen bescheinigt. Zudem gilt die Tochter eines Sargschreiners vom Bodensee als völlig uneitel. Homburger gehört keineswegs zur Kategorie der Selbstdarsteller, an der es der Politik allgemein und der FDP im Besonderen keineswegs mangelt.

Aber damit beginnen vielleicht auch schon die Probleme. Als Fraktionschefin ist es ihr nicht gelungen, der Ansammlung von 93 Abgeordneten Profil zu geben. Ihre Reden gelten nicht gerade als Sternstunden im Parlament. Zudem halten manche in der eigenen Fraktion der ehemaligen Verteidigungs-Expertin vor, sich bisweilen im Ton zu vergreifen. "Wie auf dem Kasernenhof", heißt es über sie.

Überhaupt die "Schwertgosch": Viele haben ihr schon empfohlen, langsamer zu reden. "Dann müsst Ihr halt schneller denken", entgegnet Homburger dann gern. Nichts nervt sie mehr als Leute, die schlecht vorbereitet sind. Das lässt sich die Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP, die am Wochenende nur mit großer Mühe wiedergewählt wurde, dann auch anmerken.

Einblick in ihr Privatleben gibt Homburger, die kinderlos geblieben ist, nur selten. Einen der wenigen Momente gab es am Wochenende auf dem FDP-Landesparteitag in Stuttgart, als sie sich von ihrem Mann, einem Zahnarzt, umarmen ließ. Aber Zuspruch hat Homburger in diesen Tagen auch wirklich nötig.

Von

dpa

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