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27.11.2014

22:50 Uhr

Bis Januar

Koalition verlängert Verhandlungen zur Flexi-Rente

Einigung ungewiss: Die zuständige Arbeitsgruppe will auch noch im Januar über die geplante Flexi-Rente beraten. Bei den derzeit geführten Koalitionsverhandlungen seien weitere offene Fragen hinzugekommen.

Die Arbeitsgruppe, die zur Flexi-Rente berät, verlängern ihre Gespräche zu dem Vorhaben. Ursprünglich sollten sie Ende des Jahres abgeschlossen werden. dpa

Die Arbeitsgruppe, die zur Flexi-Rente berät, verlängern ihre Gespräche zu dem Vorhaben. Ursprünglich sollten sie Ende des Jahres abgeschlossen werden.

BerlinDie Gespräche der großen Koalition über die Einführung einer Flexi-Rente verzögern sich. Die Verhandlungen sollten im Januar fortgeführt werden, erklärten die Arbeitsmarktexperten Katja Mast (SPD) und Karl Schiewerling (CDU) nach einem erneuten Treffen der zuständigen Arbeitsgruppe am Donnerstagabend in Berlin. Bislang war geplant gewesen, die Gespräche im Dezember abzuschließen.

Bei den Gesprächen seien zusätzlich zu den bisher diskutierten Punkten weitere offene Fragen hinzugekommen, erklärten Mast und Schiewerling. Diese beträfen etwa den Gesundheitsschutz im geplanten Präventionsgesetz.

Die Pläne zur abschlagfreien Rente mit 63

45 Jahre eingezahlt

Wer 45 Jahre lang Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Für jeden Monat, den die Rente vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter beginnt (2014: 65 Jahre und drei Monate), wird das Altersgeld eigentlich um 0,3 Prozent gekürzt. Dieser lebenslange Abschlag entfällt bei der Rente mit 63.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Aus der Rente mit 63 wird bis 2029 die Rente mit 65: Die Schwelle soll schrittweise steigen. Die neue „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ gilt ab 63 Jahren nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Für ab 1953 Geborene steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Für ab 1964 Geborene liegt sie somit bei 65 Jahren.

Anspruchsvoraussetzungen sinken

Bisher gab es nur eine „Rente für besonders langjährig Versicherte“ ab 65 Jahren. Die neue Rente mit 63 weitet diese Regel aus und senkt zudem die Anspruchsvoraussetzungen. Zeiten der Arbeitslosigkeit werden als Beitragsjahre mitgezählt, wenn Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld I bestand. Hartz-IV-Empfänger bleiben außen vor.

Was das kostet

Die Kosten wachsen langsam von 900 Millionen Euro 2014 auf 1,9 Milliarden Euro 2015 bis auf 3,1 Milliarden jährlich im Jahr 2030.

Bei den Verhandlungen geht es der Union vor allem darum, die Arbeitsmöglichkeiten über das Rentenalter hinaus auszubauen. Bei CDU und CSU war diese Forderung im Zuge des Rentenpaketes aufgekommen, zu dem die Mütterrente und die Rente ab 63 gehören. Vorgeschlagen wird, dass die Arbeitnehmer nach Erreichen der Altersgrenze weiter arbeiten können und dafür einen Bonus bei der späteren Rente bekommen.

Der SPD geht es insbesondere um eine Reduzierung der Arbeit vor dem Renteneintritt. Dazu gehören etwa die Modelle einer Teilrente mit 60 oder des Arbeitssicherungsgeld. Letzteres sollen Arbeitnehmer bekommen, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr voll erwerbsfähig sind. Sie sollen ihre Arbeitszeit reduzieren können und zum Ausgleich Arbeitslosengeld bekommen. Die SPD-Vorschläge stoßen in der Union auf Skepsis. Deswegen ist ungewiss, ob die Arbeitsgruppe überhaupt eine Einigung erzielt.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

01.12.2014, 08:29 Uhr

Änderungen wie z.B. Piloten mit 55 in Rente und der Normalbürger erst mit min. 67??

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