Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.03.2004

16:02 Uhr

Bislang waren keine verwertbaren Dateien auf der Festplatte gefunden worden

Hinweise im Strauß-Prozess auf heimliche Schweizer Konten

Eine auf dem Notebook von Max Strauß entdeckte und rekonstruierte Datei könnte ein Indiz für versteckte Schweizer Konten sein. Unter dem Decknamen "Master" soll Waffenlobbyist Karl-Heinz Schreiber ein Schweizer Konto für den Vater von Max Strauß, den den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU), geführt haben.

HB AUGSBURG. Im Steuerstrafprozess gegen Max Strauß ist ein mögliches Indiz für verdeckte Schweizer Konten aufgetaucht. Auf der 1996 gelöschten und später unter nie geklärten Umständen verschwundenen Festplatte des Notebooks von Max Strauß sollen nach neuen Beweisunterlagen die Dateinamen „Master“ und „Max???“ rekonstruiert worden sein. Unter dem Decknamen „Master“ soll Waffenlobbyist Karl-Heinz Schreiber ein Schweizer Konto für den Vater von Max Strauß, den früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU), geführt haben.

Dem Strauß-Sohn wird vorgeworfen, von Schreiber über das Schweizer Konto „Maxwell“ unversteuerte Provisionen in Höhe von 2,6 Millionen Euro erhalten und 1,3 Millionen Euro Steuer hinterzogen zu haben. Das Verfahren wurde am Dienstag fortgesetzt.

Bisher hieß es offiziell, auf der wegen eines Virus neu formatierten und überschriebenen Festplatte seien keine verwertbaren Daten gefunden worden. Die neuen Unterlagen wurden der Staatsanwaltschaft vor gut zwei Jahren übergeben. Beim Versuch der Rekonstruktion durch eine EDV-Firma sollen die Namen „Master.txt“, „Georg.txt“ und „Max???“ entschlüsselt worden sein. Computerexperte Bernd Wißner zeigte sich vor Gericht überrascht, dass die Firma brauchbare Angaben gefunden habe. Wißner hatte als Sachverständiger für die Staatsanwaltschaft keine Daten gefunden und die Festplatte an das EDV-Unternehmen weitergeleitet.

Aus Rücksicht auf den Gesundheitszustand von Strauß setzte das Gericht die Verhandlung für Donnerstag und Freitag ab. Die Rücksprache mit Ärzten habe ergeben, dass sich der Gesundheitszustand von Strauß zwar gebessert habe, dem Patienten Belastungen über einen längeren Zeitraum aber nicht zumutbar seien, sagte der Vorsitzende Richter. Der Prozess soll am 29. März mit der Vernehmung des in die Leuna-Affäre verwickelten und in Frankreich verurteilten Geschäftsmannes Dieter Holzer fortgesetzt werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×