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07.06.2016

19:24 Uhr

BKA-Bericht

Straftaten von Flüchtlingen rückläufig

Flüchtlinge in Deutschland haben zuletzt weniger Straftaten begangen. In den meisten Fällen handelte es sich um Diebstähle, Vermögens- und Fälschungsdelikte. Syrer, Afghanen und Iraker wurden selten auffällig.

In mehr als der Hälfte der Fälle begingen Migranten Diebstähle (rund 29 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (28 Prozent). dpa

Prozess wegen Übergriffe in Kölner Silvesternacht

In mehr als der Hälfte der Fälle begingen Migranten Diebstähle (rund 29 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (28 Prozent).

BerlinDie Zahl der Straftaten von Flüchtlingen ist nach Daten des Bundeskriminalamts rückläufig. Wurden im Januar noch 25.660 Delikte von eingereisten Migranten begangen, waren es im März mit 21.000 Taten 18 Prozent weniger.

Das BKA legte erstmals einen Bericht mit Daten aus allen 16 Bundesländern vor, der Reuters am Dienstag vorlag. Insgesamt wurden danach von Flüchtlingen im ersten Quartal rund 70.000 Straften begangen oder versucht. Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als eine Million Asylsuchende ins Land.

In mehr als der Hälfte der Fälle begingen Migranten der Analyse zufolge Diebstähle (rund 29 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (28 Prozent). Delikte wie Körperverletzungen, Raub, Nötigung oder Freiheitsberaubungen machen rund 23 Prozent der Straftaten aus. Rauschgiftdelikte haben einen Anteil von 6,6 Prozent und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung machen 1,1 Prozent aus.

Sexualstraftaten in Deutschland

Sexualstraftaten...

... machen in Deutschland weniger als ein Prozent der Gesamtkriminalität aus. 2014 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik bundesweit knapp 47.000 Fälle registriert – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Jahr 2013.

Sieben Prozent...

... Prozent der Tatverdächtigen waren Frauen. Knapp vier Fünftel der Taten konnten aufgeklärt werden.

6100 der Verdächtigen...

... hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, das entspricht einem Anteil von 18,4 Prozent. Insgesamt waren es rund 33.100 Verdächtige. „Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die nichtdeutsche Wohnbevölkerung zu einem größeren Teil als die deutsche aus jüngeren Männern besteht“, heißt es beim Bundeskriminalamt. „Ferner dürfte die besondere Lebenslage junger Ausländer bedeutsam sein.“

Der Missbrauch von Kindern...

... lag unter den Sexualstraftaten 2014 an erster Stelle – mit mehr als 12.100 Fällen. Knapp dahinter folgen Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung, die nach Paragraf 177 des Strafgesetzbuches geahndet werden. Im Verhältnis zur Zahl der Einwohner gab es die meisten solcher Fälle in Großstädten wie Berlin, Köln, Bremen und Stuttgart.

Je nach Schwere der Tat...

... drohen langjährige Haftstrafen: bei sexueller Nötigung mindestens ein Jahr, in minder schweren Fällen mindestens sechs Monate. Vergewaltigung wird mit wenigstens zwei Jahren Haft geahndet. Mindestens drei Jahre Gefängnis werden verhängt, wenn der Täter bewaffnet ist. Gefährdet er das Leben seines Opfers, drohen nicht weniger als fünf Jahre Haft. Führen sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung zum Tod, folgen lebenslange Haft oder Gefängnis nicht unter zehn Jahren.

Dem Bericht zufolge traten Flüchtlinge aus Nordafrika, Georgien und Serbien gemessen an ihrem Anteil an allen Flüchtlingen überproportional häufig als Verdächtige auf. Syrer, Afghanen und Iraker werden als „deutlich unterproportional“ an Kriminalität beteiligt bewertet.

Von

rtr

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