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21.01.2013

16:48 Uhr

Blaupause für Deutschland

So geht Energiewende!

VonDana Heide, Stefan Kaufmann

Mangelhafter Netzausbau, erhöhte Strompreise, zähe Genehmigungsverfahren – die Energiewende hakt. Für Handelsblatt Online haben sieben Hauptakteure aufgeschrieben, was 2013 angepackt werden muss, damit sie gelingt.

Die Energiequellen der Zukunft: Sonne und Wind. dpa

Die Energiequellen der Zukunft: Sonne und Wind.

DüsseldorfGeht es um die Energiewende, dann sind alle Superlative erlaubt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Energiewende zum „Jahrhundertprojekt erklärt, SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht neuerdings à la Kennedy vom deutschen „Man-on-the-Moon-Projekt“, GE-Deutschland-Chef Stefan Reimelt sprach von einem „Blaupausen-Charakter für die Welt“. So einzigartig ist das Projekt, dass in anderen Sprachen noch nicht einmal eine Übersetzung für den Begriff gibt. In den USA etwa ist nur noch von „the Energiewende“ die Rede.

Doch im vergangenen Jahr stockte The German Energiewende, die Kommentare lauteten plötzlich „finanziell auf tönernen Füßen“, „viel zu teuer“, „ungerecht“. Die Liste der Kinderkrankheiten des Projekts ist lang: Stockender Netzausbau, unfaire Finanzierung, falsche Fördermechanismen.

Viele Baustellen, jede Menge Akteure und wenig Zeit. Was muss in diesem Jahr passieren, damit die Energiewende Schwung bekommt? Das hat Handelsblatt Online sieben Beteiligte gefragt. „Die große Frage für 2013 lautet: Wo sollen sinnvollerweise weitere Wind- und auch Solaranlagen entstehen? Es ist töricht, die Netzentwicklung anzugehen, solange diese Frage nicht geklärt ist“, sagt Juwi, einer der größten deutschen Projektentwickler für Ökostrom-Kraftwerke.

„Neue Stromleitungen an Land sollten schneller gebaut werden können“, fordert Deutschlands größter Netzbetreiber Tennet. „Dazu muss der Gesetzgeber den Bundesbedarfsplan, der die unverzichtbaren Netzausbaumaßnahmen für die nächsten Jahre festlegt, so schnell wie möglich verabschieden, sodass die Planungen für die neuen Strom-Autobahnen starten können.“ Mit der Forderung, die Bürger mitzunehmen und nicht zu überrumpeln, steht Tennet Seite an Seite mit dem Umweltverband BUND.

Der Energieversorger Eon erinnert bei all den Diskussionen um Bürgerbeteiligung und Stromtrassen an ein stark in Vergessenheit geratenes Projekt: „Leider kommt in der aktuellen Diskussion ein für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende unabdingbares Thema zu kurz: der Klimaschutz“, findet das Unternehmen.

Die große Bedeutung von konventionellen Kraftwerken für die Energiewende betonen sowohl der Energieversorger EnBW als auch die Bundesnetzagentur. Für das Bundesbauministerium ist die energetische Gebäudesanierung von zentraler Bedeutung. „Effiziente Wärme- und Energiesteuerung insgesamt sind ein Megatrend, der sich in diesem Jahr weiter verstärken wird“, schreibt Bauminister Peter Ramsauer in seinem Beitrag.

Die ganze To-Do-Liste „Energiewende 2013“:

Kommentare (13)

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Industrieller

21.01.2013, 17:01 Uhr

DIe Industrie mit ihrem 50%igen Anteil am Stromverbauch in Deutschland hätte vielleicht auch gefragt werden sollen. Denn sie ist zu eben diesen 50% auch die Kuh, die hier für die dreisten Forderungen der subventionsempfangenden Erneuerbaren-Verfechter gemolken werden soll. Ich hätte vom Handelsblatt hier eine differenziertere Betrachtung erwartet

vandale

21.01.2013, 17:21 Uhr

Der Artikel ist ein "Wünsch Dir Was" verschiedener Akteure aufgeschrieben von technikfernen MA der PR Abteilungen.

Das die Energiewende so wie diese konzipiert ist, abseits ökoreligiöser Illusionen in ein Desaster führt, lässt sich an wenigen Kennzahlen erläutern.

Die EEG Subventionen für meist wertlosen Wind- und Solarzufallsstrom steigen rasant an. Man kann im Excel eine gemischtquadratische Funktion finden. Letztes Jahr waren es 20 Mrd. €

Die Stromerzeugung muss jeden Augeblick gleich dem Stromverbrauch sein. Wind- und Sonne werden meines Erachtens auch in der Zukunft nicht strombedarfsgerecht scheinen, bzw. wehen. Das physikalische Prinzip nach dem sich grosse Mengen Strom wirtschaftlich speichern lassen ist noch nicht bekannt.

Die Konsequenz ist, dass die komplette Kapazität durch fossile Back-up Kraftwerke abgedeckt werden muss.

Die Stromerzeugung von Wind und Sonne schwankt zwischen 0% und 100% der Nennleistung im Durchschnitt 15,5% bzw. 9% der Nennleistung. Die Netze müssen um ein Vielfaches überdimensioniert werden.

Die Thematik der kurzfristigen Netzstabilität wurde noch nicht thematisiert. Dies wird in der Zukunft gleichfalls ein milliardenschweres Thema werden.

...und das alles geschieht um eine Stromversorgung an ökoreligiöse Visisonen anzupassen. Es ist eine teure und destruktive Religion.

Vandale

HansMeier

21.01.2013, 18:22 Uhr

Die Vorschläge sind weltfremd und unglaubwürdig aus 3 Gründen:

1. Nie war der Zweifel größer als heute, ob überhaupt das Klima eines Schutzes bedarf keine Erwärmung seit 15 Jahren mit offizieller Projektion gleichbleibender Temperaturen für die nächsten 5 Jahre). das ausgrechnet EON nun auf Klimaschutz setzt, kann man nur als lächerlich bezeichnen. Ein bisschen zu spät dran, und mit religiösem Glaubne behjaftet. Aber man kann natürlich auch "Klimaschutz" als Selbstzweck betreiben.

2. Schutz der Landschaft kommt nicht mehr vor. Ausgrechnet ein BUND, der in Tälern keine Umgehungsstraßen wegen Landschaftszerschneidung will, plädiert dafür, die Höhenlagen der Mitteglebirge mit Windrädern zuzupflastern. Unglaubwürdiger geht es nicht mehr.

3. Der Staat BRD fördert nach wie vor den Bau von Kernkraftwerken in anderen Ländern. Zum selben Zeitpunkt sucht Altmaier weitere Staaten für den Club der Energiewendler (in der irren Annahme, dass unser Modell ein Vorbild wäre - selten so gelacht). Unglaubwürdiger geht es nicht mehr.

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