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15.05.2012

18:38 Uhr

Blockupy-Proteste

Polizei rät: Banker, verkleidet Euch!

Die Banken im Frankfurter Finanzviertel wappnen sich für die Proteste der „Blockupy“-Bewegung. Barclays montiert das Firmenschild ab, die Commerzbank macht ganz dicht. Die Banker haben Angst vor Gewaltausbrüchen.

„Blockupy“-Zeltlager vor der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am 8. Mai. AFP

„Blockupy“-Zeltlager vor der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am 8. Mai.

FrankfurtGesperrte U-Bahnhöfe, verbarrikadierte Geschäfte, ausgestorbene Bankentürme - Frankfurt wappnet sich für die erwarteten Proteste der kapitalismuskritischen „Blockupy“-Bewegung. Deren Aktivisten wollen sich auch von dem Verbot der Aktion nicht abschrecken lassen und ab Mittwoch verstärkt gegen die Krisenpolitik von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) protestieren. Die Banken bereiten sich auf mögliche Ausschreitungen vor.

So macht die Commerzbank ihre Zentrale von Donnerstag bis Sonntag dicht. In dem vom Star-Architekt Sir Norman Foster entworfenen und mit 259 Metern höchsten Wolkenkratzer Frankfurts arbeiten normalerweise mehrere Tausend Menschen. Auch ein weiteres Büro-Gebäude, das sogenannte Galileo, öffnet seine Pforten nicht. „Commerzbank-Filialen, die in der Sicherheitszone der Frankfurter Innenstadt liegen, werden teilweise und zeitlich begrenzt geschlossen sein“, sagte ein Sprecherin. „Die Kunden werden durch Plakat-Aushänge über die geplanten Schließungen dieser Filialen informiert.“

Die EZB zog aus Furcht vor Krawallen ihre Ratssitzung auf Dienstag vor. Zahlreiche Mitarbeiter werden zudem während der mehrtägigen Proteste auf geheime Ausweich-Quartiere verteilt. Für die übrigen wurden Polizei-Eskorten organisiert, damit sie das EZB-Hochhaus mitten im Frankfurter Bankenviertel gefahrlos betreten und wieder verlassen können. „Die EZB wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Fortführung ihrer entscheidenden Geschäfte sicherzustellen und handlungsfähig zu bleiben“, betonte ein Sprecher der Zentralbank.

Die Proteste beeinträchtigen sogar den Abschied von EZB-Ratsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo am Mittwoch. Die Ehrung, ursprünglich in einem Luxus-Hotel nur einen Steinwurf vom EZB-Gebäude entfernt geplant, wurde ins Umland verlegt. Die Gäste, zu denen Notenbanker aus aller Welt gehören, erfahren das neue Ziel erst kurz vor Beginn der Feierlichkeiten.

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Kommentare (51)

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Prachtsleistung

15.05.2012, 18:56 Uhr

Es ist nicht wirklich erstaunlich, dass die Bürger langsam kapieren, wer für dieses Desaster verantwortlich ist. Die Banken haben mit fremdem Geld Casino gespielt (und sich gehörig verzockt), hochverschuldeten Staaten weiterhin günstig Geld verliehen, Produkte an gutgläubige Kunden verkauft die sie selber nicht verstehen, sich Löhne und Bonis ausbezahlt haben, die jenseits von Ethik und Moral liegen etc. Und nun müssen diese Institute eine nach der anderen verstaatlicht werden, da keine flüssigen Mittel mehr vorhanden sind - BRAVO, Prachtsleistung!! Ich staune, dass es nicht schon früher zu Unruhen gekommen ist.

Mitdenken

15.05.2012, 19:08 Uhr

Vielleicht ist es nicht zuviel verlangt nicht von DER Blockupy-Bewegung zu sprechen, sondern wie es gegen Ende des Artikels ja auch getan wird, von einer vielfältigen Protestaktion, die von unterschiedlichen Gruppen getragen wird.

Das beiderseits enorme Droh- und Gewaltszenarien hochgezogen und medial befeuert werden - muss man wohl unter Teile und Herrsche verbuchen! Einerseits werden die Camper im Occupy Camp langsam eingezäunt um morgen die Räumung durchzuführen, andererseits wird Bankangestellten ans Herz gelegt lieber zu Hause zu bleiben oder in unauffälliger Freizeitkleidung zu kommen. So ein Maß an beidseitiger Oppression und Stimmungsmache sollte durch einen bunten, friedlichen, Protest konterkarriert werden!

Es dürfte jedoch nicht schaden sich über die demokratischen Implikationen - eines Protestverbots aufgrund von reinen Mutmaßungen und 'Befürchtungen' der Stadt - Gedanken zu machen.
Zur Deeskalation und zur Schützung des Rechtsstaats trägt so ein Politikverständnis sicher nicht bei!!

Account gelöscht!

15.05.2012, 19:09 Uhr

Das Bankgeschäft ist und war immer ein Risikogeschäft. In jedem Geschäft passieren Pleiten. Wenn Sie jetzt auf Ackermanns Aussage von 25% Eigenkapitalrendite anspielen, dann muss ich Ihnen aufgrund beruflicher Erfahrungen die ich nicht im Bankgeschäft gesammelt habe vorhalten, dass sich kein Gastwirt oder Lebensmittelhändler mit einem so geringen Prozentsatz zu frieden gegeben würde.

Jeder Anleger muss sich selber schlau machen. Es geht aber nicht 100% Profit haben zu wollen bei 0% Risiko. Ich habe mit denen die da Geld verloren haben überhaupt kein Mitleid und das habe ich meinen Mandanten auch klipp und klar gesagt und zu meiner Überraschung, die meisten haben verstanden.

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