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03.01.2013

10:25 Uhr

Blühender Arbeitsmarkt

2.840.000 Deutsche sind ohne Job

Die deutsche Wirtschaft trotzt der europäischen Schuldenkrise. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat um 88.000 auf 2.840.000. Dennoch erlebte der Arbeitsmarkt sein bestes Jahr seit 1991.

Arbeitsmarkt in Deutschland

Video: Arbeitsmarkt in Deutschland

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NürnbergDer Arbeitsmarkt in Deutschland hat 2012 sein bestes Jahr seit 1991 erlebt, ist zum Jahresende aber stärker in den Sog des europaweiten Wirtschaftsabschwungs geraten. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren nach Angaben vom Donnerstag im Dezember 2,84 Millionen Arbeitslose registriert. Das seien 88.000 mehr gewesen als im November und 60.000 mehr als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt verzeichnete die BA 2,897 Millionen Arbeitslose, rund 79.000 weniger als im Jahr 2011. Noch weniger Arbeitslose hatte es zuletzt 1991 im Wiedervereinigungsboom mit damals rund 2,6 Millionen gegeben.

"Der Arbeitsmarkt reagierte auch zum Jahresende robust auf die wirtschaftliche Eintrübung", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. "Spuren sind aber sichtbar." Saisonbereinigt legte die Erwerbslosenzahl den Angaben zufolge im Dezember den neunten Monat in Folge zu und stieg im Monatsvergleich um 3000.

Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten eine Zunahme um 10.000 erwartet. Finanziell schließt die BA das Jahr positiv mit einem Überschuss von rund 2,6 Milliarden Euro ab.

Für einen festen Arbeitsplatz sind viele Deutsche auch bereit, ihren Wohnort zu wechseln. Fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist aus rein beruflichen Gründen schon mindestens einmal umgezogen, ergab eine repräsentative Umfrage für die Bertelsmann Stiftung. Demnach packten für einen Job 23 Prozent der Befragten schon einmal ihre Koffer.

Die Bereitschaft zur Mobilität steigt mit dem Bildungsabschluss. Von den Bundesbürgern mit Abitur oder Hochschulreife sind der Umfrage zufolge 40 Prozent schon einmal aus beruflichen Gründen umgezogen. Viele auch mehrfach. Ins Ausland sind für einen Arbeitsplatzwechsel 5 Prozent gegangen. Bei den Gründen für einen Umzug stehe ein fester Arbeitsplatz ganz oben. Für mehr als 60 Prozent war eine unbefristete Stelle der Anlass für den Ortswechsel. Dagegen seien weniger als 25 Prozent für eine befristete Stelle umgezogen, für einen befristeten Vertrag unter einem Jahr hätten nur knapp 10 Prozent die Umzugskisten gepackt.

Kommentare (34)

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Carsten_Ax

03.01.2013, 10:26 Uhr

Die Aussage "Deutschland hat 2012 sein bestes Jahr seit 1991 erlebt" zeugt von mangelnder Urteilskraft. Das ist seit dem Sommer Geschichte.
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Vormonatsvergleiche sind unbeachtlich und verwirren Laien wie Journalisten allmonatlich. Es kommt nur auf den Vorjahresvergleich an. 60.000 AL mehr sind kein Pappenstil zumal es der Anfang eines Abschwungs ist. Mir bekannte Indikatorbranchen wie der Maschinenbau/Meetallteilefertiger haben seit 3 Monaten Probleme mit der genauso starken Intensität wie 2008/09. Wenn das so weiter geht gehen die Lichter aus. Das ist aber nicht schlimm.
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Rezessionen sind gut. Sie haben reinigende Wirkung. Sie merzen Ineffizienzen aus, so wie der Herr die dürren Äste im Weinberg. Fürchtet Euch nicht. Die Ressorcen können sich danach auf effizientes und nachhaltiges Wachstum konzentrieren.
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Export in PIIGSZ-Staaten ist nicht nachhaltig und auf Sand gebaut. Wertlose Target2-Forderungen, Geldmengenschwemme, staatsverschuldungsinduziertes Wachstum und Entindustrialisierung der SZ-Staaten waren und sind die Folgen.

truthseeker

03.01.2013, 10:31 Uhr

Alles dumdreiste Regierungspropaganda und politische Fälschungen.
Allein 2012 gab es nach der Bundesagentur für Arbeit ca. 4,6 Millionen Hartz4 Empfänger (ALGII).
4,6+ 2,8 Mio= 7,4 Mio Arbeitslose (offiziell)
Da werden noch alle Praktikanten, Aufstocker usw. fein herausgerechnet.
In der DDR gab es übrigens 0 Arbeitslose, das schaffen wir sicherlich auch bald!

Account gelöscht!

03.01.2013, 10:41 Uhr

Die EU hat 0 Arbeitslose und Deutschland ist ein Teil von ihr.

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