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10.03.2016

17:56 Uhr

Blutkrebs-Erkrankung

Westerwelle weiterhin im Krankenhaus

Seit mehr als drei Monaten liegt der an Blutkrebs erkrankte FDP-Politiker Guido Westerwelle im Krankenhaus. Wann er die Klinik wieder verlassen kann, ist unklar. Termine kann er nicht besuchen: „Die Gesundheit geht vor.“

Im Juni 2014 wurde bei Westerwelle Blutkrebs festgestellt. dpa

Ex-FDP-Chef

Im Juni 2014 wurde bei Westerwelle Blutkrebs festgestellt.

BerlinDer ehemalige Außenminister Guido Westerwelle (54) liegt weiterhin im Krankenhaus. Der frühere FDP-Vorsitzende muss sich in der Universitätsklinik Köln, wo er wegen seiner Blutkrebs-Erkrankung Knochenmark-Stammzellen bekommen hatte, stationär behandeln lassen. Dies bestätigte die Westerwelle-Stiftung, die der ehemalige FDP-Chef nach seinem Abschied aus dem Auswärtigen Amt gegründet hatte, am Donnerstag in Berlin. Begründet wurde der lange Klinik-Aufenthalt mit einer „Medikamentenumstellung“.

Dass Westerwelle wieder im Krankenhaus ist, ist bereits seit mehr als drei Monaten bekannt. Anfang Dezember hatte er einen TV-Auftritt absagen müssen. Damals teilte er über Facebook mit: „Im Rahmen meiner Behandlung ist durch eine Medikamentenumstellung ein stationärer Aufenthalt noch einmal notwendig geworden. Daher kann ich heute Abend leider doch nicht dabei sein, aber die Gesundheit geht vor.“

Der tiefe Fall der FDP

Ende einer Ära

Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Als Regierungspartei ereilte dieses Schicksal bisher nur die damalige Kriegsgeschädigten- und Vertriebenenpartei Gesamtdeutscher Block/BHE (GB/BHE) 1957 in der jungen Bundesrepublik.

Die Königsmacher

Seit 1949 saß die FDP ununterbrochen im Parlament. Mehr als vier Jahrzehnte war sie an Bundesregierungen beteiligt und bei Kanzlerwechseln mehrfach das Zünglein an der Waage.

Hohe Stimmenverluste

Den in früheren Jahren größten Stimmenverlust mussten die Liberalen 1994 hinnehmen. Damals rutschten sie von 11,0 auf 6,9 Prozent - ein Verlust von 4,1 Punkten. Nach ihrer „Wende“ von der SPD zur Union war die Partei aber schon 1983 auf 7,0 Prozent abgerutscht (minus 3,7).

Der Tiefpunkt

Schon 1969 hatte der FDP fast das Totenglöcklein geläutet. Mit ihrem schlechten Ergebnis von 5,8 Prozent (minus 3,7) überwand sie nur knapp die Sperrklausel, konnte aber mit der SPD eine sozial-liberale Bundesregierung bilden. Das Bündnis hielt 13 Jahre lang bis 1982.

Letzte Bastion Baden-Württemberg

Mehr als 50 Mal wurde die FDP aus Landtagen gekippt - zuletzt in Bayern. Nur in Baden-Württemberg ist sie noch nie gescheitert.

Bei Westerwelle war im Juni 2014 Leukämie festgestellt worden. Daraufhin musste er eine Chemo-Therapie machen und zog sich fast völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Über seine Erkrankung schrieb er vergangenes Jahr ein Buch mit dem Titel „Zwischen zwei Leben“.

Von

dpa

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