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06.01.2013

20:45 Uhr

Boom hält an

Neuer Rekord beim Bau von Solaranlagen

Eine Förderkürzung im Sommer soll den Zubau von Solaranlagen in geordnetere Bahnen lenken. Doch zunächst hat es 2012 wieder einen Rekord gegeben. Für die Bürger bringt der Solarenergie-Boom Zusatzkosten beim Strompreis.

Installation einer Solaranlage auf einem Hausdach. dpa

Installation einer Solaranlage auf einem Hausdach.

BerlinTrotz einer Förderkürzung sind in Deutschland noch nie so viele Solaranlagen neu installiert worden wie 2012. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden im Dezember neue Anlagen mit einer Leistung von 360 Megawatt gemeldet. Damit stieg die installierte Gesamtleistung im abgelaufenen Jahr auf rund 7630 Megawatt. Der bisherige Rekord lag bei 7500 Megawatt 2011.

Das Ministerium betonte, seit Oktober greife die im Sommer beschlossene Förderkürzung, der zuvor unkontrollierte Photovoltaik-Ausbau gehe signifikant zurück. Der stärkste Monat war der Juni mit 1790 Megawatt an installierter Leistung - ein monatelanges Gezerre zwischen Bund und Ländern um das Ausmaß von Förderkürzungen hatte noch einmal aus Sorge vor harten Einschnitten den Zubau gerade im Frühjahr in die Höhe getrieben.

Für die Bürger hat der Solarboom den Nachteil, dass er die Förderzahlungen weiter treibt. Denn die Kosten für die auf 20 Jahre garantierten festen Vergütungssätze werden per Ökostrom-Umlage auf die Strompreise der Bürger aufgeschlagen, zudem kann der Netzausbau bisher mit dem Tempo nicht standhalten.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) kam die Erzeugung von Ökostrom die Verbraucher 2012 so teuer zu stehen wie nie zuvor. Deutschlands Ökostromerzeuger hätten für Energie aus erneuerbaren Quellen - hierzu gehören zum Beispiel auch Windkraftanlagen - erstmals mehr als 20 Milliarden Euro erhalten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Netzbetreiber. Fast 17 Milliarden Euro davon hätten die Stromverbraucher mit der Ökostrom-Umlage gezahlt. An der Börse, wo die Erzeuger den Strom verkaufen müssen, hätten sie dafür 2,9 Milliarden Euro bekommen.

Der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband betonte, allein in den letzten drei Jahren seien rund 22 000 Megawatt an neuer Solarleistung installiert worden. „Damit wird die schwarz-gelbe Bundesregierung als die erfolgreichste Solarregierung in die Geschichte eingehen, aber zugleich auch als diejenige mit den höchsten Strompreissteigerungen.“

Kommentare (17)

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vandale

06.01.2013, 21:30 Uhr

Die Angabe der Netto EEG Umlage ohne MwSt. ist eine bewusste Irreführung der Leserschaft. Viele Leser meinen dann dass dieser Betrag die Gesamtkosten für "Erneuerbare" Energien darstellen würde.

Die EEG Umlage erfasst lediglich die Differenz zwischen den Einspeisevergütungen und den Erträgen des umweltschädlichen Ökostroms ohne Steuern.

Die Gesamtkosten für den umweltschädlichen Ökostrom umfassen neben der EEG Umlage die Kosten für den Netzausbau. Sie umfassen als sehr grossen Block die Kosten der Kraftwerke die in Bereitschaft gehalten werden. Auf diese Kosten werden Marge, Vertriebskosten und Steuern einschliesslich der Mehrwertsteuer aufgeschlagen. Daneben werden "Erneuerbare Energien" durch 1% Darlehen der KfW, Abschreibungsregeln für private Solaranlagenbesitzer und andere Subventionen "gefördert". Die Gesamtkosten für die "Erneuerbaren" betragen damit über 10c/kWh. Hinzu kommen Kosten die seitens des Gewerbes mit den Preisen weitergegeben werden.

Vandale

vandale

06.01.2013, 21:40 Uhr

Die Aussage, dass die Förderung 2015 auslaufen könne ist ein wenig erfrischend.

In einem bedarfsgesteuertem Netz ist der Wert von Zufallsstrom nahe 0. Da Solarenergie keine gesicherte Leistung bereitstellt liegt der Wert bei den vermiedenen Brennstoffkosten, max. 1c/kWh. Kein Versorger wäre freiwillig interessiert Minimengen nutzlosen Zufallsstroms, Wert z.B. 50 €/Jahr zu kaufen.

Ein Arbeitnehmerhaushalt kann weniger als 10% des selbst produzierten, umweltschädlichen Solarstroms im eigenen Haushalt nutzen. Üblicherweise gehen Arbeitnehmer tagsüber wenn die Sonne scheint zur Arbeit und kehren heim wenn diese untergeht, bzw. kaum mehr scheint. Auch am Wochenende sieht es düster aus weil der Strombedarf erheblich schwankt und sofern man sich mit der Beleuchtung, Computernutzung und Waschen nicht nach dem Sonnenstand richtet nur wenig von diesem Strom nutzt.

Der Eigenverbrauch von Solarstrom ist ein wenig parasitär solange der Haushalt an das Netz angeschlossen ist, Erzeugungskapazitäten und Netz in Reserve gehalten werden. Fairerweise sollte man jede kWh des Eigenverbrauchs mit einer Bereitstellungsgebühr und einer Steuer belegen.

Insgesamt ist es extrem abwegig anzunehmen dass die Solarsubventionen 2015 entfallen.

Vandale

Thomas

06.01.2013, 22:05 Uhr

Mehr als die Hälfte des Strompreises besteht aus Umlagen und Steuern dafon ist die EEG Umlage der größte Posten und damit haupt Strompreistreiber.
Dies alles nur für eigentlich nutzlosen Sonnen-Strom der weder Nachts und kaum in den Wintermonaten zur verfügung steht.
Strom ist Großtechnisch nicht Speicherbar und wird dies auch in Zukunft nicht sein.
Dazu muß man kein Pessimist sein sondern nur Realist, das Deutsche (Grüne) Energie Weltbild ist unrealistisch.
Lachen muß ich immer wenn von den riesigen Strommegen berichtet wird die exportiert werden.
Hier kennt man den Unterschied von Leistung und Arbeitsleistung nicht.
Was einem Elektrotechniker und einer Behörde unwürdig ist.
Es wurde sehr viel EE Leistung installiert und wenn das Wetter günstig ist steht auf einmal 100% der Leistung zur ferfügung aber nur dann.
und die Risigen mengen sind nur für kurtze Zeit da und dann voft nicht mehr verarbeitbar weil keiner dann soviel Strom braucht.
Im Übrigen kommt es nicht darauf an wieviel Leistung sondern Wieviel Elektrische Arbeit zur ferfügung steht.
Hier ist der Export nicht mehr gegeben weil wir meht Leistung/El Arbeit Importieren müssen.
Solar macht also nicht wirklich Sinn.

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