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07.04.2015

15:00 Uhr

Brandanschlag auf Asylbewerberheim

Sachsen-Anhalt setzt Belohnung aus

Nach dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz gerät der Zeitplan durcheinander. Flüchtlinge kommen nun teilweise später in den Ort in Sachsen-Anhalt. Das Land hofft auf Hinweise auf die Täter.

Flüchtlinge sollen trotz Anschlag nach Tröglitz

„Rechtsstaat darf nicht vor Verbrechern kapitulieren“

Flüchtlinge sollen trotz Anschlag nach Tröglitz: „Rechtsstaat darf nicht vor Verbrechern kapitulieren“

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Magdeburg/TröglitzIn Tröglitz sollen nach wie vor 40 Asylbewerber aufgenommen werden – allerdings später als bislang geplant. Wie ein Sprecher des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt am Dienstag in Magdeburg mitteilte, sollten zunächst rund zehn Asylbewerber in privaten Unterkünften untergebracht werden. Das werde im Mai oder Juni der Fall sein, teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit. Später dann solle die Zahl auf 40 erhöht werden.

Der Zeitplan sei durch den Brand in dem hergerichteten Wohnhaus durcheinandergeraten – ursprünglich sollten die Flüchtlinge im Mai in Tröglitz ankommen. Es gebe mehrere Angebote von Einwohnern, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, teilte der Landrat mit. An Ostern hätten die Räume noch nicht begutachtet werden können - das solle in den kommenden Tagen geschehen. Es stehe noch nicht fest, aus welchen Herkunftsländern die Asylbewerber kommen werden.

Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) sicherte den Schutz von Flüchtlingsunterkünften im Land zu. „Der Personalbestand wird ausreichen, um die Sicherheitslage in diesem Land zu gewährleisten“, sagte Stahlknecht am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Abhängig von der Gefährdungslage werde man „Prioritäten innerhalb der polizeilichen Arbeit auch dann ein Stück weit vorübergehend verschieben müssen“. Ein Zurückweichen könne es nicht geben, „sonst würde das nicht nur in Tröglitz, sondern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland dazu führen, dass eine vernünftige Asylpolitik nicht mehr möglich wäre“, sagte Stahlknecht.

In der Nacht zum Samstag war offenbar vorsätzlich ein Feuer in einem weitgehend leer stehenden Gebäude gelegt worden. Bei dem Brand in dem Ort in Sachsen-Anhalt wurde unter anderem der gesamte Dachstuhl beschädigt. Zum Stand der Ermittlungen wollte sich Stahlknecht nicht äußern. Zur Frage, ob die Tat einen rechtsextremen Hintergrund habe, sagte er: „Die Vermutung drängt sich auf.“

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Das Land Sachsen-Anhalt hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Brandstifterführen, 20.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Das teilte der Direktor des Landeskriminalamts, Jürgen Schmökel, am Dienstag in Magdeburg mit. Eine Ermittlungsgruppe („Kanister“) aus 17 Beamten ermittle in alle Richtungen. Vermutet werde, dass der Anschlag aus dem rechten Spektrum heraus begangen wurde. Allerdings werde auch erwogen, dass die Tat begangen wurde, um das politische Spektrum zu diskreditieren. Die Ermittler würden am Mittwoch eine umfangreiche Befragung im Ort starten, sagte Schmökel. Die Täter seien mit Gewalt in das Gebäude eingedrungen und hätten an mehreren Stellen Brandbeschleuniger verwendet. Laut Schmökel hatten sie Kanister dabei.

Kommentare (18)

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Herr Mark Müller

07.04.2015, 12:06 Uhr

Mein Vorschlag:
Richtet endlich in Nordafrika oder auf einer einsamen Insel ein riesiges Flüchtlingskamp ein, in das die Menschen fliehen können, wenn es Krieg oder ähnliches in ihrem Heimatland gibt. Dort werden sie dann versorgt, bis wieder Frieden in deren Land ist und dann unverzüglich wieder dorthin zurück befördert.
Wir müssen nicht die ganze Welt aufnehmen und außerdem ist das Modell mit dem Flüchtlingskamp wesentlich günstiger und es entsteht kein Fremdenhass bei uns.
Eine 4 Köpfige Asylantenfamilie kostet bei uns dem Steuerzahler ca. 1700 EURO pro Monat. Ich bin mir sicher, wenn diese Leute in dem besagten Flüchtlingskamp betreut werden, würden wahrscheinlich nur Kosten in Höhe von 200 EURO anfallen.
Außerdem holen wir uns dann nicht die Islamisten ins Land.
Warum reden wir nicht über diese Lösung?
Das ist ein gutes Modell.
Was soll den noch passieren, wenn jetzt schon die Häuser bei uns brennen?

Herr Peter Spiegel

07.04.2015, 12:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Reiner Blumenhagen

07.04.2015, 12:28 Uhr

Angezündet wurden die Häuser ja nicht von den Asylbewerbern, sondern von den "aufrechten" Deutschen. Damit ist die Frage, was noch passieren soll, wohl hinreichend beantwortet: einsperren das Pack! Sachbeschädigung, versuchter Totschlag, Mordversuch etc., da ist ja ausreichend Grund vorhanden.

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