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23.01.2012

15:19 Uhr

Brandbrief

Strauß-Sohn wettert gegen Seehofers Griechenland-Politik

VonDietmar Neuerer

ExklusivAn der Griechenland-Politik von CSU-Parteichef Horst Seehofer lässt er kein gutes Haar: Max Josef Strauß, der Sohn des CSU-Urgesteins Franz Josef Strauß, setzt sich massiv für einen Verbleib der Griechen im Euro ein.

Max Josef Strauß, der Sohn des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. dpa

Max Josef Strauß, der Sohn des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

BerlinDer Sohn des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, Max Josef Strauß, hat die Griechenland-Politik der CSU-Spitze kritisiert und ein Umdenken gefordert. Konkret wendet sich Strauß in einem Handelsblatt Online vorliegenden Brief an CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gegen die Position der Parteiführung, Krisenländern wie Griechenland auch das Ausscheiden aus der Euro-Zone zu ermöglichen.

Strauß begründet seine ablehnende Haltung mit zusätzlichen Lasten im dreistelligen Milliardenbereich, die im Fall eines Euro-Ausstiegs Griechenlands auf die deutschen Steuerzahler zu kämen. „Mich würde interessieren“, schreibt Strauß an Dobrindt, „wie die CSU den Wählern erklären will, dass solche gigantischen Beträge nach Griechenland fließen, damit den griechischen Steuerhinterziehern ihre Beute bleibt und der Sumpf weiterbesteht.“

Die Gläubiger Griechenlands (Stand: Januar 2012)

Kredite

Das Volumen der Kredite beläuft sich insgesamt auf 92 Milliarden und teilt sich folgendermaßen auf:

IWF: 20 Milliarden

Euro-Länder: 53 Milliarden

Sonstige: 19 Milliarden

Staatsanleihen

Gesamt: 260 Milliarden Euro, davon 55 Milliarden Euro bei der EZB

Bei griechischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei anderen europäischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei griechischen Sozialversicherungsfonds

30 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei europäischen Versicherungen

15 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei Fonds

Bei Investment-, Staats-, Pensions- und Hedgefonds sind es 70 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Aus diesem Grund müsse Griechenland im Euro bleiben, betont Strauß, der Mitglied der CSU ist. Darüber hinaus hält er es für nötig, „dass Experten der EU in das griechische Finanzministerium und andere Ministerien entsandt werden, um endlich dort die Verwaltung in Gang zu bringen“. Die bisher dort tätigen Berater reichten „ganz offensichtlich nicht aus, um dem Chaos Herr zu werden“.

Die CSU will dagegen ein Euro-Ausscheiden Griechenlands nicht ausschließen. In einem Parteitagsbeschluss vom 7.Oktober 2011 heißt es dazu: „Euro-Staaten, die sich nicht an die gemeinsamen Regeln der Haushaltsdisziplin halten und dadurch sich und die Währungsunion in Schwierigkeiten bringen, müssen damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen.“

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

23.01.2012, 15:49 Uhr

Raus aus dem Euro, ganz einfach! Wir werden am Ende so oder so als die Idioten da stehen, egal was kommt! Drum lasst es uns besser gleich alleine machen! Vorher noch die Politiker hierzulande inhaftieren und dann kanns mit dem rapiden Aufschwung losgehen.

PRhodan

23.01.2012, 15:53 Uhr

Wer gibt denn solchen korrupten sowie politisch und privat gescheiterten Politclowns schon wieder eine Bühne für seine kruden Thesen, die niemanden interessieren. Die Öffentlichkeit interessiert viel mehr, wie viel er an der herbeigeführten Pleite der Maschinenbaufirma Sangershausen verdient hat und wo die Bestechungsgelder von Schreiber gelandet sind. Als einziges Medium sollte solchen Elementen der Bayernkurier dienen.

fischhaut

23.01.2012, 16:25 Uhr

Nach Artikel 178 der bayerischen Verfassung betrachten wir die Alimentierung des Knohlauchgürtels durch die Bundesregierung als signifikanten Treuebruch und treten aus der Bundesrepublik aus.
Als Ablöse zahlen wir letztmalig unseren Beitrag im Länderfinanzausgleich.
Wir schaffen eine neue Währung: Dukaten, Taler, Brezl oder was auch immer.
Spielen in der schweizer Liga zusammen mit den Clubs aus Lichtenstein.
Erheben eine fette Strassenmaut und eine Bergluft-Abgabe.
Alles wird gut!

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