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27.01.2007

15:36 Uhr

HB FRANKFURT/ODER. Auf dem Parteitag in Frankfurt (Oder) stimmten 112 der Delegierten für den 50-Jährigen. Sein Gegenkandidat Sven Petke erhielt 110 Stimmen. Damit setzte sich nach einem beispiellosen innerparteilichen Machtkampf der Wunschkandidat des bisherigen CDU-Chefs Jörg Schönbohm knapp durch. Der 69-Jährige war nach acht Jahren Amtszeit nicht noch einmal angetreten.

Tumultartige Szenen gab es nach der Wahl des Generalsekretärs. Dabei ließen die Delegierten den Kandidaten Dierk Homeyer mit 96 Ja- zu 118 Nein-Stimmen durchfallen. Junghanns ließ daraufhin den Parteitag unterbrechen und rief eine Krisensitzung der Kreisvorsitzenden zusammen. In einem Gefühlsausbruch schrie Junghanns vom Podium herab einen Anhänger seines Kontrahenten Sven Petke an: „Ich sehe in Ihren Augen den Hass, der diese Auseinandersetzung geprägt hat“. Daraufhin gab es Buhrufe von den Delegierten. Später bat Junghanns um Entschuldigung.

Der CDU-Landesverband war in den vergangenen Monaten wegen des äußerst heftig ausgetragenen Machtkampfes tief gespalten worden. Schönbohm hatte Petke im vergangenen September zum Rücktritt als Generalsekretär gedrängt. Zuvor hatte es Vorwurfe gegeben, Petke habe den E-Mail-Verkehr des Landesvorstandes überwacht. Der frühere Verfassungsschützer hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und stattdessen seine Kandidatur zum Vorsitz erklärt.

Vor der Wahl hatte Junghanns vor den Delegierten das Miteinander der CDU- Mitglieder beschworen. Die Basis wolle, dass mit dem „Gerede“ in der Partei endlich Schluss ist. Als Vorsitzender wolle er die Interessen aller - vom Unternehmer über den Arbeiter bis hin zum Arzt und Künstler - ernst nehmen.

Der 39 Jahre alte Petke hatte dagegen die Notwendigkeit betont, die Union in Brandenburg erkennbarer zu machen. „Wir brauchen einen Neuanfang.“ Das Ergebnis der Landtagswahl 2004 von nur 19,4 Prozent sei eine Warnung gewesen. Vor allem in der Bildungs- und Familienpolitik müsse die CDU offensiver gegenüber SPD und Linkspartei.PDS werden. Seit 1999 regiert die knapp 7 000 Mitglieder zählende CDU Brandenburg in einer Koalition mit der SPD.

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