Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.08.2011

15:07 Uhr

Brandstiftungen

Friedrich fordert konsequentes Vorgehen

Wieder sind in Berlin Autos in Flammen aufgeganen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigt ein hartes Durchgreifen gegen die Auto-Brandstifter in Berlin an. Dazu gehörten deutliche Urteile und die Hilfe der Bundespolizei.

Hans-Peter Friedrich (CSU) dapd

Hans-Peter Friedrich (CSU)

BerlinAuch in der fünften Nacht in Folge zünden Brandstifter in Berlin wieder Autos an. Die Diskussion über notwendige Konsequenzen weitet sich deshalb aus. Nach der Bundeskanzlerin hat sich jetzt ihr Innenminister eingeschaltet. Innenminister Friedrich bezeichnete die nächtliche Brandserie als sehr beunruhigend. „Deswegen plädiere ich für ein hartes und konsequentes Vorgehen gegen diese Art von Kriminalität.“ Durch Fahndungserfolge und klare Urteile müsse deutlich gemacht werden, „dass sich die Bürger das nicht gefallen lassen“.

Seit der Nacht zum Dienstag sind in Berlin bereits rund 70 Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Inzwischen findet die Berliner Brandserie offenbar auch Nachahmungstäter in Sachsen. In Chemnitz wurden in der Nacht zum Samstag innerhalb von drei Stunden sechs Brände gelegt. Acht Autos und ein Lastwagen wurden zum Teil schwer beschädigt, der Sachschaden beträgt 300 000 Euro.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte im rbb-Inforadio: „Kriminalität darf nicht durchgelassen werden, egal von wem sie ausgeübt wird.“ Er wies unterdessen Vergleiche mit den Londoner Krawallen oder Ausschreitungen in den Pariser Vororten zurück. „Das wäre eine völlige Überhöhung der Dinge, die hier passieren.“ Gleichzeitig nahm Wowereit die Polizei in Schutz und verwies auf die schwierige Suche nach den Brandstiftern. „Wir haben ein völlig undefiniertes Täterprofil.“ Bundesinnenminister Friedrich sagte Berlin die Unterstützung des Bundes zu. Sollte Not am Mann sein, sei die Bundespolizei zur Hilfe bereit. Allerdings sei es nicht möglich, dass der Bund dauerhaft Defizite in einzelnen Bundesländern ausgleicht.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, hält angesichts der Anschlagsserie eine stärkere Polizeipräsenz für notwendig. „Erstens brauchen wir mehr Polizei auf der Straße“, sagte er in Berlin. Zum zweiten sei es aber auch wichtig, den Jugendlichen mehr Perspektiven zu geben. „Das sind junge frustrierte Leute“, sagte Gysi über die Brandstifter. Ähnlich wie bei den jüngsten Krawallen in London handele es sich um Menschen, die keine Chancen in der Gesellschaft und keine beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten hätten und nicht beachtet würden. „Und dann verschaffen sie sich pubertär ein Machtgefühl.“

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sieht neben der Polizei auch die Berliner Ordnungsämter in der Pflicht. Sie müssten ihre Mitarbeiter zu nächtlichen Patrouillen-Diensten verpflichten, um das Eigentum der Bürger zu schützen, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Von

dpa

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Nachwuchs

20.08.2011, 18:48 Uhr

Geht man endlich gegen Politiker vor, die dieses Vorgehen verharmlosen und Verständnis zeigen? Was ist mit der Berliner Polizeiführung, die forderte, keine parkende Autos in Berlin und damit dies provozierten? Sind sie endlich aus dem Dienst entfernt worden?

Account gelöscht!

20.08.2011, 19:25 Uhr

Ja nun erleben wir die Früchte der Kuschelpädagogik.
Und alle schreien haltet den Dieb, den sie aber selbst los geschickt haben.
In Deutschland ist es doch möglich, als 14jähriger bereits eine 70-Seiten dicke Polizeiakte zu haben, ohne jede Konsequenz.
Also was schreien dann unsere Politiker jetzt weil Autos abgefackelt werden.
Sie haben doch den Weg geebnet für eine derartige aus dem Ruder gelaufene Gesellschaft. Außerdem wurden doch Linke immr gehätschelt, der lächerliche Kampf (Krampf) gegen Rechts war doch wichtiger
Es wird noch schlimmer kommen und die Teilung unserer Gesellschaft wird ebenfalls voranschreiten.
Demnächst werden die Bürger sich private Wachdienste nehmen die schwer bewaffnet ihre Wohnviertel bewachen.
Rot-Grün sei Dank für ungebremste Zuwanderung und Kuschlüpädagogik. Unsere Gefängnise sind voll mit Zuwanderern. Aber auch das regt die linken Landesverräter nicht zum Nachdenken an

HvS-HH

21.08.2011, 00:11 Uhr

@Island: Ach, und deutsche Kriminelle sitzen keine ein, oder was?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×