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13.09.2017

00:21 Uhr

Brief an Merkel

Schulz fordert zweites TV-Duell

Auch der SPD-Kanzlerkandidat hat sich den Fragen von Bürgern gestellt. In der ZDF-Sendung „Klartext“ präsentierte sich Martin Schulz als Kümmerer. Bundeskanzlerin Merkel forderte er zu einer zweiten TV-Debatte auf.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will ein zweites TV-Duell mit Kanzlerin Merkel. Reuters

TV-Debatte

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will ein zweites TV-Duell mit Kanzlerin Merkel.

BerlinEineinhalb Wochen vor der Wahl versucht der in Umfragen abgeschlagene SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, ein zweites TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu erzwingen. In der ZDF-Sendung „Klartext“ sagte er am Dienstagabend, im Schlagabtausch mit Merkel am 3. September seien viele Punkte, die die Bürger bewegten, gar nicht angesprochen worden: „Deshalb habe ich Frau Merkel heute einen Brief geschrieben und sie aufgefordert, ein nächstes Duell mit mir zu machen, damit all' diese Punkte auch diskutiert werden können.“

Im TV-Duell waren Merkel und Schulz intensiv zu Flüchtlingskrise, Integration und Türkei-Politik befragt worden. Themen wie die Digitalisierung, Rente, Bildung oder Pflege waren von den vier Moderatoren gar nicht oder nur kurz thematisiert worden.

In dem Brief an Merkel, der der „Bild“-Zeitung und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schreibt Schulz, auch Merkel selbst habe ja die Themenauswahl beklagt. „Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit.“

Die TV-Sender ARD, ZDF, RTL und SAT.1 hatten sich im Vorfeld mehr als ein Duell gewünscht. Merkel lehnte dies ab. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sprang seinem Parteichef bei: „Ich finde, die Wählerinnen und Wähler haben ein Recht auf ein zweites TV-Duell, in dem die Alltagssorgen der Menschen im Mittelpunkt stehen“, schrieb er bei Twitter.

Am Dienstagabend stellte sich Schulz in der ZDF-Sendung „Klartext“ den Fragen von ausgewählten 150 Bürgern, die bei dem Live-Talk dabei waren. Den Anfang machte eine Hamburger Rentnerin, die Schulz damit konfrontierte, dass die Miete für die mit ihrem Mann bewohnte Wohnung nach einer Komplettsanierung von 230 Euro auf 850 Euro kalt im Monat ansteigen soll. Das sei unbezahlbar, sie stehe ohnmächtig davor. Warum habe die SPD so etwas mit der Mietpreisbremse nicht verhindert?

Schulz schüttelte den Eheleuten die Hand - und danach den Kopf. Rein gefühlsmäßig würde er sagen, eine Vervierfachung der Miete sei unzulässig und sittenwidrig. „Das ist hemmungslose Ausbeutung von armen Leuten, die da um ihre Wohnung und ihr Geld gebracht werden“, schimpfte er. Auf den Einwurf von ZDF-Chefredakteur Peter Frey, im aktuellen Fall verlange eine städtische Wohnungsbaugesellschaft im SPD-regierten Hamburg solche Mondpreise, entgegnete der SPD-Chef, er werde die städtische Gesellschaft mal fragen, „ob die 'nen Knall haben“.

Auch bei Müttern, die wegen ihrer Kinder Teilzeit arbeiten und später nur kleine Renten bekommen, sowie beim Pflege-Notstand versuchte Schulz, sich als Kümmerer zu präsentieren. Die Pflege alter Menschen müsse nach der Wahl zum Topthema werden. „Ich will, dass wir die Würde von alten Menschen an die Spitze der Prioritätenliste in der Politik in diesem Lande setzen“, sagte er. In einem der reichsten Länder der Erde gebe es weder genügend Personal noch Geld für alte Menschen. „Wir haben milliardenschwere Überschüsse in den Haushalten - und keinen Platz für Demenzstationen. Das wird geändert.“ Nötig sei mehr Personal, bessere Bezahlung und die Möglichkeit, unbürokratisch aus Pflegekräfte aus dem Ausland zurückzugreifen.

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Im Diesel-Skandal schilderte ein Lungenfacharzt aus Leverkusen eindringlich die Problematik der hohen Schadstoffbelastung für Menschen. „Meine Patienten in der Nähe der Autobahn, die sterben.“ Schulz sagte, Manager müssten zur Rechenschaft gezogen, die betroffenen Diesel-Motoren auf Kosten der Konzerne umgerüstet und optimiert werden. Den Diesel aber werde es „noch Jahrzehnte geben“.

In der Flüchtlingskrise betonte Schulz, der Staat müsse bei kriminellen Flüchtlingen Härte zeigen. „Wer in dieses Land kommt und hier Schutz sucht und unter dem Deckmantel des Schutzes hier Gesetze bricht, der muss aus diesem Land raus. Der muss gehen.“ Anschließend kamen zwei junge Afghanen zu Wort, die in Deutschland arbeiten und eine Ausbildung machen, aber Angst vor einer Abschiebung haben.

Schulz erklärte, zur Zeit könne niemand nach Afghanistan abgeschoben werden. Das Auswärtige Amt überprüfe nach dem Anschlag auf die Deutsche Botschaft in Kabul die Einschätzung zur Sicherheitslage. Zur katastrophalen Situation in nordafrikanischen Flüchtlingslagern wie etwa in Libyen sagte Schulz, dort gebe es „KZ-ähnliche Zustände“. Es sei aber richtig und notwendig, dass die EU mit der Küstenwache in Libyen zusammenarbeite, um kriminellen Banden der italienischen und libyschen Mafia das Handwerk zu legen.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Frau Elke Fischer

13.09.2017, 09:14 Uhr

Ich habe mit 48 Jahren meinen gut dotierten Job in einem Ministerium gekündigt. Im Sommer/Herbst 2015, die Flüchtlingskatastrophe rollte ungebremst über uns hinweg, war ich im neu gegründeten Referat für Asylpolitik als Referentin tätig. Ehrlich gesagt, ich war total entsetzt, wie die Bevölkerung nicht beunruhigt wird.

Ich habe erlebt wie regiert wird und kann nur jedem empfehlen, wählt Opposition.

Ich hatte viele Gründe zu kündigen, bin ausgestiegen und nach Griechenland ausgewandert. Dies ist sicher nicht die Lösung für jeden. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Carlos Santos

13.09.2017, 09:32 Uhr

BRIEF AN MERKEL
Schulz fordert zweites TV-Duell
Datum:
12.09.2017 22:44 UhrUpdate: 13.09.2017, 00:21 Uhr

..............................

Martin Schulz war JAHRELANG AN DER SPITZE IN BRÜSSEL UND HAT EBENSO VERSAGT WIE ALLE IN BRÜSSEL BEI DER EUROPÄISCHE UNION !!!

WAR DAS DUELLIEREN INNERHALB DER EUROPÄISCHE UNION NICHT GENUG FÜR MATIN SCHULZ ???

WAR DAS NICHT VERSAGEN GENUG FÜR MARTIN SCHULZ ???

WOZU JETZT NOCH BUNDESKANZLER WERDEN WOLLEN ???

UM DEUTSCHLAND IN DER GLEICHE SCHIEFLAGE ZU BRINGEN WIE DIE EUROPÄISCHE UNION DEN GESAMTEN EUROPÄISCHEN KONTINENT IN EINE SCHIEFLAGE GEBRACHT HAT ???

NOCH NIE SO HOHER SUIZID RATE BEI DER EUROPÄISCHER UNION WIE AKTUELL IN EUROPA WEIL DIE MENSCHEN NICHT DIE LAGE IN EUROPA LÄNGER AUSHALTEN UND NICHT LÄNGER MIT MACHEN WOLLEN ???

Herr Carlos Santos

13.09.2017, 09:37 Uhr

Frau Elke Fischer13.09.2017, 09:14 Uhr
Ich habe mit 48 Jahren meinen gut dotierten Job in einem Ministerium gekündigt.

..........................................

Andere kündigen Arbeitsplätzen die über 60 000 Euro Brutto im Jahr einbringen weil diese den Firmen Mobbing nicht länger hinnehmen können !

Und wieder andere nehmen sich in Ganz europa das eigene Leben weil diese durch und mit dieser EU alles verloren haben und nicht einsehen sich nochmal versklaven zu lassen bei einem Neubeginn !!!

MARTIN SCHULZ HAT IM BRÜSSELER PARLAMENT EIN PAAR POLITIKER " IN VIELE JAHRE DAUER " NICHT MOTIVIEREN KÖNNEN, WILL ABER DANN IN GANZ DEUTSCHLAND ÜBER 80 MILLIONEN MENSCHEN EHER MOTIVIEREN WOLLEN ???===>>> LACHPLATTE VON MARTIN SCHULZ !!!

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