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06.08.2013

13:29 Uhr

Brisante Doping-Studie

Nord-SPD-Chef will Doping per Gesetz verbieten

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat die brisante Studie zum Doping in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Die SPD sieht sich in ihren Befürchtungen bestätigt und fordert Konsequenzen.

Sport-Enthüllungen

Erschütternde Details: Dopingstudie entlarvt jahrelangen Betrug

Sport-Enthüllungen: Erschütternde Details: Dopingstudie entlarvt jahrelangen Betrug

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DüsseldorfNach den Enthüllungen über systematisches Doping in der Bundesrepublik hat sich der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, für harte Konsequenzen ausgesprochen. "Ich bin für ein gesetzliches Doping-Verbot und auch für empfindliche Strafen für alle, die von Doping zu profitieren versuchen, also keineswegs nur für Sportler, sondern auch Ärzte und Verkäufer", sagte Stegner Handelsblatt Online. In schweren Fällen könne das auch eine Haftstrafe sein. "Nur so ist fairer Sport möglich, der Fans begeistert und ethischen Grundsätzen entspricht", betonte das SPD-Bundesvorstandsmitglied.

Ein Doping-Verbot empfehlen auch die Wissenschaftler der Humboldt-Universität, durch deren Studie am Wochenende bekannt wurde, dass der Staat in den 1970er Jahren Versuche zur Erforschung von leistungssteigernden Substanzen über das Bundesinstitut für Sportwissenschaft finanzierte. Die Studie legt den Schluss nahe, dass die Politik Doping nicht nur gebilligt, sondern auch gefördert habe.

Zu einem möglichen Doping-Verbot schreiben die Experten in ihrer Untersuchung: "Doping-Verbot durch ein Gesetz sowie die Berücksichtigung des Aspektes des Verstoßes gegen die „guten Sitten“ ist ein unerlässlicher, zeitnah zu implementierender Schritt. Die ausdifferenzierte Definition der Strafbarkeit des Athleten gehört hinzu."

Der sportpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Joachim Günther, sieht ein mögliches Doping-Verbot skeptisch. Ein Verbot sei zwar im Prinzip richtig. Allerdings müssten weltweit alle Länder dazu bereit sein, „sonst ist Deutschland isoliert“, sagte Günther Handelsblatt Online. „Ich erwarte, dass internationale Spitzenverbände wie das IOC oder die Fifa als Vorbilder vorangehen, einheitliche Anti-Doping-Regeln schaffen, die die Länder dann umsetzen müssen.“ Um den Druck zu erhöhen, müsse es Sanktionen geben. „Länder, die sich nicht an die Richtlinien der großen Verbände halten, müssen von internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen werden.“

Am Montag war der Abschlussbericht der Humboldt-Uni über die Doping-Vergangenheit in der BRD veröffentlicht worden. Er hat das Bild einer staatlich geduldeten und von Steuergeldern finanzierten Doping-Forschung seit 1970 bestätigt.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

06.08.2013, 06:41 Uhr

Mit ziemlicher Sicherheit wird sich das alles verlaufen. Denke ich noch an die Schauprozesse gegen die Ossis - die genau das Gleiche gemacht haben.
Da war von Unrechtssystem usw. zu lesen. Wir haben unsere ganze Siegermentalität ausgespielt. Nun kommt heraus, dass wir nicht besser waren. Man darf gespannt werden, wie man es schaffen wird, dass unser Doping nicht so schlimm wie das im Osten war.
Gut, es hat uns nicht viel gebracht. Getan haben wir es trotzdem. Und die Verantwortlichen gehören wegen Körperverletzung genauso verurteilt, wie die Verantwortlichen in der EX-DDR!

Kapturak

06.08.2013, 06:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

06.08.2013, 07:51 Uhr

Kaum gibt es Mißstände in Deutschland,wo auch SPD Politiker beteiligt sind,kommen die Rufer nach neuen Gesetzen aus dem Keller. Das wäre vielleicht gut, aber dazu müsste man aufklären wer alles beteiligt war am Dopingskandal. Das will keine Staatsanwaltschaft,Politiker und das ist der eigentliche Skandal. Aber wo keine Demokratie ist kann man handeln wie man will.

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