Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2011

14:41 Uhr

Brüderle-Affäre

Schnappauf-Rückzug ist konsequent

VonKlaus Stratmann

Der BDI ist auf ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Spitzen der Bundesregierung angewiesen. Deshalb ist der Schnappauf-Rücktritt folgerichtig. Ein Kommentar von Klaus Stratmann

Werner Schnappauf geht - und er tut dies mit einer sauberen Begründung. Er übernimmt die Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion, an der er nach eigenen Angaben nicht beteiligt war. Seit Donnerstag lag dieser Schritt in der Luft. Schnappauf, der Ende 2007 das Amt des BDI-Hauptgeschäftsführers übernommen hatte, steht schon länger unter Beschuss. Es war also klar, dass es nur noch eines kleinen Auslösers bedurfte, um ihn zu einem Rückzug zu drängen.

Schnappauf und der BDI passten nie so recht zusammen. Der frühere bayerische Umweltminister war nicht die erste Wahl. Die Kandidatensuche unter der Leitung des damaligen BDI-Präsidenten Jürgen Thumann zog sich quälend lange hin und verlief sehr unglücklich. Nachdem Wunschkandidat Norbert Röttgen, damals parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, nicht konnte und nicht wollte, geschah lange Zeit nichts. Schnappauf galt von Anfang an als ein Verlegenheitskandidat.

Der bayerische Jurist und CSU-Politiker ist ein Mann der Exekutive. Ein langjähriger Behördenchef, der sich über viele Jahre in der Welt der Aktenvermerke eingelebt hatte, um dann einen komplett neuen Job zu übernehmen. Andere Stadt, andere Leute, anderer Umgangston, andere Ziele, andere Aufgaben - das ist eine große Herausforderung. Doch Schnappauf erfand sich nicht neu, er baute auf ihm bekannte Strukturen und Vorgehensweisen. Kritiker im Verband werfen ihm vor, zu bürokratisch zu denken und zu arbeiten. Dazu passt, dass der  BDI unter seiner Ägide erstmal eine Strukturreform verpasst bekam - mit einer zusätzlichen Hierarchieebene.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Nightexpress

25.03.2011, 15:08 Uhr

Einspruch, Euer Ehren. Schappaufs Rückzug hätte bis Montag jedenfalls Zeit gehabt. Offenbar ist im BDI kopfloser Krieg ausgebrochen: http://berlin2011.wordpress.com/2011/03/25/atomenergie-im-bdi-bricht-offener-krieg-aus/

ursache

25.03.2011, 16:11 Uhr

Im Kern liegt kein Versagen von Brüderle oder Schnappauf vor.
Die Ursache ist Merkel, die ohne die Kabinettskollegen vorab zu informieren eine 100%ige Rückwärtsrolle hinlegt. Da bleibt den Kollegen schonmal die Spucke weg oder Sie sagen spontan Dinge, die sie so nicht gesagt hätten, wenn sie vorher Bescheid gewusst hätten.

TasseimSchrank

25.03.2011, 16:14 Uhr

Was lernen wir daraus? Indiskretion ist unanständig, den Wähler bescheißen nicht!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×