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11.01.2012

18:35 Uhr

Buchprojekt

Sarrazin greift in Euro-Debatte ein

Lange hat man nichts mehr von ihm gehört. Jetzt will sich Thilo Sarrazin wieder zu Wort melden. Mit einem Buch will er zur Euro-Krise Stellung nehmen – und Lösungen zu Bewältigung der Probleme liefern.

Thilo Sarrazin (SPD). dpa

Thilo Sarrazin (SPD).

Düsseldorf/BerlinDer frühere Berliner SPD-Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin will sich im Sommer mit einem Buch in die Debatte über die Euro-Krise einmischen. Nach seinem umstrittenen Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ gehe es in dem neuen Werk um eine kritische, ökonomische Analyse der europäischen Schuldenkrise und die Zukunft des Euro, berichtet die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ unter Berufung auf das Umfeld Sarrazins.

Das Buch soll demnach im Juni oder Juli im Verlag DVA erscheinen.

Sarrazin werde eine kritische Bestandsaufnahme des Krisenmanagements der Bundesregierung vornehmen und ökonomische Vorschläge für eine stabile Währungsunion machen, berichtete die „Rheinische Post“ weiter.

Sarrazin bestätigte auf Anfrage der Zeitung seine Buchpläne, gab aber keine Auskunft über den Inhalt. Es werde zu gegebener Zeit eine Presseankündigung geben. Auch der Verlag wollte sich zunächst nicht äußern.

Mit seinem ersten Buch hatte Sarrazin für großen Wirbel gesorgt. Mehr als ein Jahr nach dem Erscheinen von „Deutschland schafft sich ab“ sieht der Berliner Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, die Integrationsbemühungen sogar in der Sackgasse. „Seitdem das Buch erschienen ist, heißt es nur: „Bist Du dafür oder dagegen?““ sagte der SPD-Politiker bei der Vorstellung einer Fernsehdokumentation über die Folgen des Bestsellers. „In der Integrationsdebatte haben sich alle auf ihre alten Positionen zurückgezogen.“

Der Film  „Sarrazins Deutschland - Wie eine Debatte ein Land spaltet“ zeichnet die Wirkung Sarrazins bei vielen seiner Hörer und Leser nach und beschreibt mit Fällen und Projekten in Berlin und Essen Integrationsdefizite und -erfolge. „Seit Sarrazin ist die Integrationsdebatte intensiver geworden, dafür aber auch flacher und vor allem aggressiver“, sagt der Migrationsforscher Klaus J. Bade vor der Kamera. Auch das fängt die Kamera ein: Zuhörer eines Sarrazin-Auftritts im sächsischen Döbeln, wo der Ausländeranteil unter einem Prozent liegt, stimmen Sarrazins Thesen zur „Überfremdung“ begeistert zu.

Die Dokumentation zeigt Fälle von staatlich verhinderter Integration, etwa im Fall jener Ausländer mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus, denen der Zugang zu Arbeit dadurch versperrt wird.

Kommentare (37)

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Radek

11.01.2012, 18:46 Uhr

Sarrazin hat 1997 schon einmal ein Buch zum Euro veröffentlicht. Titel: Der Euro-Chance oder Abenteuer.
Er hat sich wohl eher zum Abenteuer entwickelt.
Der Mann scheint ein hinreichend erfolgreicher und treffsicherer Prognostiker zu sein.

Account gelöscht!

11.01.2012, 19:05 Uhr

Zitat: "Wenn er da soviel Mist schreibt, wie in seinem Rassisten-Bestseller, dann gute Nacht."

Ich frage mich, wer der üblere Mensch ist: ein Rassist oder einer, der einen Nicht-Rassisten als Rassisten bezeichnet. Aus meiner Sicht sind beide diskriminierend.

wanze1958

11.01.2012, 19:13 Uhr

@muk Haben Sie das Buch gelesen? Jetzt nach einem Jahr kann ich nur feststellen das er in vielen Dingen nicht so falsch lag. Als Beispiel nenne ich nur die Probleme der deutschen Schüler in Schulen mit Schüleranteil von über 80%. (Berlin oder hier in Bayern z. B Fürth. ) Ich empfehle Ihnen einmal mit betroffenen Schülern oder auch Lehrern zu sprechen. Dann können wir gerne weiterdiskutieren. (Ich distanziere mich allerdings auch von verschiedenen im Buch aufgestellten Thesen)

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