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29.02.2012

21:07 Uhr

Bürgerdialog mit Kanzlerin

Eine Ideensammlung, mehr nicht

VonSaskia Littmann

Im Rahmen ihres Zukunftsdialogs spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel in Erfurt mit ausgewählten Bürgern. Doch viel mehr als das Versprechen, die Anregungen der hundert Fragenden aufzunehmen, kommt nicht heraus.

Merkel unter Menschen. dapd

Merkel unter Menschen.

Düsseldorf„Schön lächeln“ – das fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie im Anschluss an den Bürgerdialog in Erfurt umringt von allen Teilnehmern für die Fotografen posiert. Mehr Bürgernähe geht nicht. Die Kanzlerin gibt sich bei der ersten von insgesamt drei Bürgerdialogen betont volksnah. „Ich bin heute hier, um auf sie zu hören“, kündigte sie zu Beginn an.

Die Veranstaltung im Erfurter Kaisersaal gehört zu Merkels Zukunftsdialog. Hier widmet sich die Kanzlerin den wichtigsten Fragen der Zukunft, „Wie wollen wir zusammenleben?“, „Wovon wollen wir leben?“ und „Wie wollen wir lernen?“. Alle Bürger sind dazu aufgefordert, Vorschläge per Internet abzugeben. Jede Idee wird bewertet, sowohl von den Nutzern der Plattform als auch von ausgewählten Experten. Bis Mitte April können Vorschläge eingereicht werden. Am Ende des Dialogs lädt die Kanzlerin die Autoren der jeweils am besten bewerteten Ideen zu einer Diskussion ins Kanzleramt.

Es sind 100 ausgewählte Bürger, die heute mit Kanzlerin Merkel die Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“ diskutieren durften. Die Hälfte von ihnen wurde durch lokale Organisationen bestimmt, die andere Hälfte von regionalen Medien. So wurde sichergestellt, dass am Ende eine möglichst heterogene Gruppe mit Merkel diskutiert.

Dementsprechend breit war auch das Spektrum der eingebrachten Vorschläge. Es reicht von mehr Anerkennung fürs Ehrenamt über ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle bis hin zur Lohngleichheit in Ost- und Westdeutschland. Eine Schülerin schlägt einen energiefreien Tag vor, an dem jeder Zeit für die Familie hat. Die Kanzlerin zeigte sich offen für jeden Vorschlag, betonte allerdings, dass sie erst einmal alle Ideen sammeln würde. „Wir nehmen das auf“, war einer ihrer häufigsten Sätze.

Dabei gibt sich Merkel nicht als Regierungsoberhaupt. Sie punktet bei den Erfurtern mit Lockerheit. „So eine Chance kriegen sie nie wieder“, fordert Merkel die Anwesenden zu Vorschlägen auf. Merkel steht in der Mitte der Bürger, und achtet selber darauf, dass in dem 90-minütigen Dialog, der live im Internet übertragen wurde, keiner zu kurz kommt.

Kommentare (6)

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Rainer_J

29.02.2012, 22:34 Uhr

Zitat:"Eine Ideensammlung, mehr nicht"

Immerhin wesentlich mehr als dumme und korrupte EUdSSR-Politiker wie Juncker, Barroso oder Kapo Schulz zustande bringen und dazu wahrscheinlich auch viel billiger als der EUdSSR-Moloch in Brüssel mit diesem Fake-Parlament und der Bilderberger Freak-Show Kommission!

NextGeneration

01.03.2012, 00:07 Uhr

Sie scheinen ja ganz schön Abneigung, Wut und Frustration gegenüber der EU zu haben! Woher kommts? Klar ökonomisch-politischen Umstände sind beiweiten nicht optimal und hier und da zwickts im Wohlstandsschuh, aber mehr doch auch nicht? Es geht uns prächtig und die Gesellschaft entwickelt sich ohne Blutvergießen! Wir sind die erste Generation überhaupt, die das behaupten kann. Die letzten 20 Jahre, sind die besten gewesen die Europa je hatte.

Account gelöscht!

01.03.2012, 06:05 Uhr

Gelänge es mir, die letzten Tage komplett auszublenden, was aber bedauerlicherweise nicht der Fall ist, so wäre ich erfreut über einen guten Ansatz. Sieht man das Ganze aber im Kontext der vergangenen Tage und Ereignisse, so plagt mich der Verdacht, daß es sich hier nur wieder um einen propagandistischen Schachzug handelt, der die Kanzlerin ins richtige Licht rücken soll. Damit aber verkommt der eigentlich positive Ansatz zu einer weiteren Schmierenkomödie. Es ist traurig, daß es mittlerweile soweit gekommen ist. Je näher der Wahltermin rückt, umso weniger überzeugen mich solche Veranstaltungen. Zu Beginn ihrer Amtszeit hätte ich ihr diese Aktion sogar abgenommen.

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