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26.01.2007

14:27 Uhr

Bundesagentur für Arbeit

Ich-AG wird zu Ohne-mich-AG

Der Existenzgründungsboom bei Arbeitslosen ist nach der Abschaffung der Ich-AG im vorigen Jahr eingebrochen.

HB BERLIN. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag in ihrem Finanzbericht für 2006 mitteilte, bewilligte sie rund 180 000 neue Anträge von Erwerbslosen auf Förderung der beruflichen Selbstständigkeit. Im Jahr 2005 hatten noch rund 250 000 Arbeitslose über eine staatlich bezuschusste Existenzgründung einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit gesucht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte jüngst die Abschaffung der Ich-AG kritisch bewertet. Ich-AG und Überbrückungsgeld seien erfolgreiche Instrumente zur dauerhaften Beendigung der Arbeitslosigkeit gewesen.

Die BA sparte 2006 durch den Rückgang 540 Millionen Euro. Statt der geplanten 3,1 Milliarden Euro gab sie zur Förderung von Existenzgründungen nur knapp 2,6 Milliarden Euro aus. Deutlich rückläufig war die Zahl der Neuanträge, seitdem die Förderinstrumente Ich-AG und Überbrückungsgeld zum 1. August 2006 zum Gründungszuschuss zusammengelegt wurden. In den fünf Monaten seit August 2006 machten sich rund 49 000 Arbeitslose mit staatlichen Finanzhilfen selbstständig - in den sieben Monaten zuvor waren es mit über 130 000 fast dreimal soviel.

Trotz des deutlichen Rückgangs im Jahresverlauf rechnet die BA in ihrem Finanzbericht für das laufende Jahr mit einer Stabilisierung der Teilnehmerzahlen. Sie erwartet 179 000 Neuanträge für den Gründungszuschuss.

Das DIW hatte jüngst bei der Evaluierung der Hartz-Arbeitsmarktreformen die Reform der Gründungsförderung kritisch bewertet. Ich-AG und Überbrückungsgeld seien erfolgreich gewesen. Die geförderten Arbeitslosen seien mit höherer Wahrscheinlichkeit selbstständig oder regulär abhängig beschäftigt und verfügten über ein höheres Erwerbseinkommen als die nicht Geförderten. Die Reform zum Gründungszuschuss berge die Gefahr, dass sich die Effektivität der Förderung und die Effizienz des Geldeinsatzes verschlechtern könnten.

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