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12.04.2017

08:55 Uhr

Bundesagentur für Arbeit

Kinderarmut im Jahr 2016 weiter gestiegen

Die Quote der Kinder in Grundsicherung ist bundesweit auf über 14 Prozent gestiegen – trotz anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs. Ein Jugendforscher kritisiert, die Hilfen müssten weniger auf die Eltern ausgelegt werden.

Ein Jugendforscher kritisiert, dass bisher fast alle Hilfsprogramme auf die Eltern und nur ganz wenige direkt auf die Kinder zielten. dpa

Kinderarmut

Ein Jugendforscher kritisiert, dass bisher fast alle Hilfsprogramme auf die Eltern und nur ganz wenige direkt auf die Kinder zielten.

EssenIn Deutschland sind mehr als zwei Millionen Minderjährige auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Das geht aus neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, aus denen die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch) zitiert. Ende 2016 lebten demnach 2.003.805 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften, also in Familien, die Hartz IV beziehen. Trotz des anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs waren das dem Bericht zufolge 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Quote der Kinder und Jugendlichen in der Grundsicherung stieg danach bundesweit von 13,6 auf 14,1 Prozent.

Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann kritisierte, dass bisher fast alle Hilfsprogramme auf die Eltern und nur ganz wenige direkt auf die Kinder zielten. „Das ist der große Konstruktionsfehler“, sagte er der Zeitung. Hurrelmann sprach sich dafür aus, dass der Staat Kinder außerhalb ihrer Familien unterstützt, damit die Förderung auch jenen zugute komme, deren Eltern weniger Wert auf Bildung legten. Zwar tue man vielen engagierten Eltern damit Unrecht. „Wir wissen aber auch, dass die oberen 20 Prozent der Gesellschaft zu 80 Prozent wollen, dass ihre Kinder Abitur machen, von den unteren 20 Prozent wollen das nur 20 Prozent.“

Von

dpa

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