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18.05.2013

01:40 Uhr

Bundesbank-Chef warnt

In Euro-Rettung nicht nachlassen

Bundesbank-Chef Weidmann warnt die Deutschen, sich zu sehr an niedrige Zinsen zu gewöhnen. Auch sieht er sein Institut nicht als Euro-Gegner, eher das Gegenteil. Was ihn nicht hindere, Kritik zu üben.

Bundebankchef Jens Weidmann warnt die Deutschen nicht auf lange Zeit mit den niedrigen Zinsen zu rechnen. ap

Bundebankchef Jens Weidmann warnt die Deutschen nicht auf lange Zeit mit den niedrigen Zinsen zu rechnen.

Berlin/FrankfurtBundesbankchef Jens Weidmann hat die Deutschen davor gewarnt, bei Investitions-Entscheidungen auf dauerhaft niedrige Zinsen zu setzen. „Die gegenwärtige Niedrigzinsphase darf kein Dauerzustand sein, und darauf sollte sich auch niemand verlassen“, sagte Weidmann der Zeitung „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. Dies sollten auch all jene bedenken, die sich jetzt verschuldeten. „Die Grenzen der eigenen Belastbarkeit sollte man nicht an den aktuell sehr niedrigen Zinsen, sondern an langfristig normalen Zinssätzen bemessen.“

Weiterhin warnte der Bundesbank-Präsident davor, im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise nachzulassen. „Ich habe die Sorge, dass die gute Entwicklung an den Finanzmärkten und insbesondere die niedrigen Zinsen auch für Staatsanleihen dazu führen, dass der Kampf gegen die Ursachen der Krise mit weniger Nachdruck geführt wird“, sagte Weidmann. Das gehöre zu den „Risiken und Nebenwirkungen der Medizin, die Zentralbanken weltweit mit der Politik des billigen Geldes gerade verabreichen“.

Weidmann ermahnt Frankreich: „ Das ist für mich kein Sparen“

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„ Das ist für mich kein Sparen“

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Europas Krisenländer ermahnt, nicht in ihren Sparbemühungen nachzulassen. Vor allem die französischen Regierung kommt bei Weidmann wegen ihrer Haushaltspolitik schlecht weg.

Die deutsche Notenbank geht mit der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hart ins Gericht: Vor allem die Staatsanleihenkäufe hätten die Währungshüter zu eng mit der Politik verwoben. Die Unabhängigkeit der EZB sei bedroht. Die Bundesbank fürchtet, dass das Ziel stabiler Preise hinter fiskalische Interessen von Schuldenstaaten zurückgedrängt werden könnte.

Weidmann, der auch Mitglied im EZB-Rat ist, bekräftigte zudem seine Vorbehalte gegen die Rettungspolitik der Europäischen Zentralbank. Zum Kurs von EZB-Präsident Mario Draghi, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen zur Stabilisierung des Euro aufzukaufen, sagte er der Zeitung: „Ist es eine gute Idee, dass wir einfach alle gegenseitig für unsere Staatsschulden haften? Eigentlich geht es doch darum, dass wir auf dem Weg zu einer stabileren Währungsunion vorankommen.“ Er habe die Sorge, dass die gute Entwicklung an den Finanzmärkten und insbesondere die niedrigen Zinsen auch für Staatsanleihen dazu führten, dass der Kampf gegen die Ursachen der Krise mit weniger Nachdruck geführt werde. „Das gehört zu den Risiken und Nebenwirkungen der Medizin, die Zentralbanken weltweit mit der Politik des billigen Geldes gerade verabreichen.“

Weidmann betonte, Kritik an der Ausgestaltung einzelner Rettungsmaßnahmen bedeute nicht, dass man den Euro abschaffen wolle. „Im Gegenteil: Für die Bundesbank gilt, dass wir den Euro erhalten wollen und zwar als stabile Währung.“

Kommentare (23)

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happy

18.05.2013, 04:45 Uhr

Ja,so isses:Die Deutsche Tea-Party=AfD(38,6%).

Account gelöscht!

18.05.2013, 05:32 Uhr

Leider ist Herr Weidmann in der Minderheit im EZB-Rat.Die aktuelle Niedrigzinsphase richtet sich auch nicht an den stärksten-sondern nach schwächsten Ländern des Euroverbunds.Bei so vielen unterschiedlich starken Ländern,eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

gaul

18.05.2013, 06:40 Uhr

Darin heißt es auch: "Denn wenn zehn Prozent der Stimmen wegfallen, reichen wahrscheinlich schon etwa 45 Prozent für eine Regierungsbildung." - ES GÄBE KEINE WAHL, wenn fest stehen würde, dass sie Bisheriges zerstören würde! Die Wahl wäre dann: schlicht verboten! Aber das sind die BILD-Schauer, die nur die Prozentzahlen angaffen. LESEN! In Zeiten wachsenden Smartphone-iPhone-Analphabetismus ganz sicher zu viel verlangt.

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