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08.12.2012

08:06 Uhr

Bundesbank-Chef

Weidmann sieht keine Immobilienblase

Steigende Preise ja, Anzeichen für eine Blase nein. So sieht Bundesbank-Chef Jens Weidmann die Lage am deutschen Immobilienmarkt. Er tritt damit Kritikern entgegen, die der Bundesbank Panikmache vorwerfen.

Jens Weidmann: Kriterien für eine Blase sind nicht erfüllt. dapd

Jens Weidmann: Kriterien für eine Blase sind nicht erfüllt.

BerlinDie Bundesbank hat ihre Warnungen vor drohenden Übertreibungen am deutschen Immobilienmarkt bekräftigt. "Fakt ist: Der deutsche Immobilienmarkt ist mittlerweile regional angespannt. In Ballungsgebieten wie Frankfurt oder München sind die Preise deutlich gestiegen", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in einem Interview der "Welt am Sonntag". Dieser Preisanstieg hänge mit einer Vielzahl von Faktoren zusammen, "die günstigen Finanzierungsbedingungen sind einer davon".

Gleichzeitig trat Weidmann Kritikern entgegen, die der Notenbank vorgeworfen hatten, sie schüre mit Warnungen vor einer Immobilienblase unnötige Panik. "Wir weisen zwar auf einen beschleunigten Preisanstieg hin, insbesondere in Ballungsgebieten. Aber wir sprechen noch nicht von einer Blase und betreiben erst recht keine Panikmache", sagte er. Zu einer Blase würde gehören, dass die Immobilienkredite rasant wachsen, was aber nicht der Fall sei. Außerdem müsse man auch die im internationalen Vergleich sehr gedämpfte Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes im vergangenen Jahrzehnt berücksichtigen, um das Gesamtrisiko zu bewerten.

"Allerdings tragen die niedrigen Zinsen dazu bei, dass der Immobilienmarkt derzeit boomt", betonte Weidmann. Auch die Unsicherheit durch die Euro-Krise und der Wunsch, das Geld in vermeintlich sicheren Häfen zu parken, spielten eine Rolle. "Das alles ist keine Erfindung der Bundesbank."

Von

rtr

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