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21.05.2013

12:34 Uhr

Bundesbank

Deutscher Schuldenberg schrumpft 2013 spürbar

Laut einer Prognose der Bundesbank kann Deutschland seine Schulden im Jahr 2013 deutlich reduzieren – trotz schwachem Wirtschaftswachstum. Auch für die kommenden Jahre sehen die Experten gute Aussichten.

Deutschland wird 2013 seine Schulden deutlich reduzieren können. dpa

Deutschland wird 2013 seine Schulden deutlich reduzieren können.

BerlinTrotz eines schwachen Wirtschaftswachstums kann der deutsche Staat nach Prognose der Bundesbank seinen Schuldenberg abbauen. 2012 war die Schuldenquote noch auf rund 82 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gestiegen. „Aus heutiger Sicht geht sie im laufenden Jahr aber spürbar zurück“, schrieb die Bundesbank in ihrem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht. Ein Grund dafür sei, „dass bei den staatlichen Bad Banks per saldo Verbindlichkeiten getilgt werden“. Dies wiege schwerer als die Milliardenkosten für die Rettung angeschlagener Euro-Staaten.

Der Bund trägt als Eigentümer das Risiko für Verluste der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), deren toxische Wertpapiere und Kredite in die Bad Bank FMS Wertmanagement ausgelagert wurden. Das FMS-Portfolio schrumpfte 2012 um 15 Prozent auf 137 Milliarden Euro. Auch beim WestLB -Pendant EAA ging es deutlich zurück.

Experten gehen davon aus, dass dieser Trend anhält und der Schuldenberg des Staates damit auf Jahre hinaus auf dem Papier kleiner wird. „Die Bilanzsummen der Abwicklungsanstalten werden über ihre Laufzeit von maximal 20 Jahren kontinuierlich abschmelzen“, heißt es in einer Studie von Banken-Professor Mark Wahrenburg von der Universität Frankfurt. "Damit einhergehen wird ein automatischer Rückgang der staatlich ausgewiesenen Schuldenquote.

Deutschland: Ausgeglichener Haushalt ab 2014 in Sicht

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Die Bundesregierung rechnet ab dem kommenden Jahr mit einem ausgeglichenen Staatshaushalt, ab 2016 sogar mit einem Überschuss. Die Schuldenquote dürfte in den kommenden Jahren jedoch die EU-Grenze weiter überschreiten.

2012 hatte der Gesamthaushalt von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung erstmals seit 2007 wieder einen kleinen Überschuss ausgewiesen. In diesem Jahr dürfte allerdings wieder ein "leichtes Defizit" herauskommen. "Die Verschlechterung resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich der im Vorjahr noch positive Konjunktureinfluss nunmehr zurückbildet", erklärte die Bundesbank. Die Commerzbank erwartet nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent, nachdem es 2012 noch 0,7 Prozent waren.

In ihrem im April aktualisierten Stabilitätsprogramm für die EU-Kommission geht die Bundesregierung für 2013 von einer Schuldenstandsquote von 80,5 Prozent aus, die 2014 auf 77,5 Prozent sinken dürfte. Über 75 Prozent im Jahre 2015 und 71,5 Prozent in 2016 soll letztlich ein Stand von 69 Prozent 2017 erreicht werden. Das ist allerdings immer noch höher als die im Euro-Stabilitätspakt vereinbarte Obergrenze von 60 Prozent des BIP.

Von

rtr

Kommentare (24)

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Truchel

21.05.2013, 12:45 Uhr

Die Betonung liegt auf "kann"! Jedoch der Murks der Altparteien hat in diesen Jahren der höchsten Steuereinnahmen gezeigt, dass man sich trotzdem weiter verschuldet. Der Spendenoberaufklärer sorgt schon dafür. Nein, es hilft nichts, der Altparteieneinheitseurobrei muss abgewählt werden. Darum die AfD wählen. Weiterso wie bisher geht nicht mehr. Der Einheitseuro und die EU-Diktatur müssen abgelöst werden durch funktionsfähige Währungen und funktionsfähige neue Politiker. AfD!

Account gelöscht!

21.05.2013, 12:46 Uhr

"aus heutiger Sicht" Sagt schon alles. Wie oft wurde so etwas angekündigt und prognostiziert. Spätestens nach einem Jahr gabs dann einen Börsenkrach und damit wars dann mit sparen, da die Arbeitslosigkeit steigt, die Sozialsysteme in Schieflage geraten und die Steuereinnahmen wegbrechen.

Kartenhaus

21.05.2013, 12:50 Uhr

Hokuspokus, sinkende Unternehmensgewinne und steigende Rentnerzahlen werden wohl kaum höhere Steuereinnahmen zulassen. Der Austausch der in Rente gehenden Stammbelegschaften mit Leiharbeitern ohnehin nicht. Derzeit sind noch Nachlaufeffekte erkennbar, die werden sich aber bald abbauen.

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