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25.11.2013

06:25 Uhr

Bundesbank-Vizepräsidentin

Lautenschläger warnt Europas Banken

VonSven Afhüppe, Dorit Marschall, Michael Maisch

ExklusivDie EZB unterzieht die Banken einem Gesundheitscheck. Bundesbank-Vizepräsidentin Lautenschläger rechnet damit, dass dabei Finanzinstitute gefunden werden, die unterhalb der geforderten Kernkapitalquote liegen.

„Es ist möglich, dass nicht alle Banken diese harte Überprüfung überstehen“: Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger. Reuters

„Es ist möglich, dass nicht alle Banken diese harte Überprüfung überstehen“: Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger.

FrankfurtDie in Europa anstehende Überprüfung der Bankbilanzen könnte einige Finanzinstitute vor erhebliche Probleme stellen. Davon geht Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger aus. „Wahrscheinlich wird man schon nach der Bilanzprüfung Banken finden, die sehr knapp an der geforderten Kernkapitalquote von acht Prozent liegen“, sagte sie in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Diese Banken müssten ihr Kapital vermutlich aufstocken.“

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Die Prüfung der Bilanzen ist die zweite Phase des Gesundheitschecks, den die Europäische Zentralbank (EZB) durchführt, bevor sie im November 2014 die europäische Bankenaufsicht übernehmen wird. In der ersten, bereits laufenden Phase untersuchen Aufseher unter der Leitung der EZB riskante Positionen in den Büchern der 128 größten Banken. In der dritten und letzten Stufe müssen die Geldhäuser in einem Stresstest unter Beweis stellen, ob und wie gut sie für Krisensituationen wie etwa einen Konjunktureinbruch gewappnet sind. „Es ist möglich, dass nicht alle Banken diese harte Überprüfung überstehen“, sagte Lautenschläger dem Handelsblatt. „Aber die Frage, wie viele das sein werden, kann heute niemand seriös beantworten.“

Außerdem widersprach Lautenschläger der Kritik von Jürgen Fitschen, Co-Vorstandschef der Deutschen Bank. Fitschen hatte vor wenigen Tagen die Regulierer kritisiert und gesagt, statt von Banken, die zu groß zum Scheitern sind (too big to fail), solle man lieber von Banken sprechen, die zu stark zum Scheitern sind (too strong to fail). „Wir brauchen eine Antwort auf das Problem too big to fail“, betonte dagegen die Vizepräsidentin der Bundesbank. „Ziel muss es sein, dass künftig auch große Banken abgewickelt werden können und nicht automatisch vom Staat gerettet werden müssen. Der Markt darf eine Abwicklung nicht für unmöglich halten.“

Das komplette Interview zum Download finden Sie hier in unserem Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Kommentare (1)

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Pequod

25.11.2013, 09:35 Uhr

Frau Lautenschläger, die Zahlen liegen schon vor.
Das ganze Bankensystem ist nicht mehr 'too big to fail'
sonder 'too big to save' geworden, in dem allein
1,2 Billionen Euro benötigt werden um eine Refinan-
zierung dieses maroden Systems vorzunehmen und man
nicht weiß, außer der Notenpresse der EZB, woher man
diese Milliarden nehmen sollte? So kann davon ausge-
gangen werden, daß das 'systemrelevante' Bankensystem,
aus eigenem Verschulden, kurz vor dem Aus steht, denn
zum jetzigen Zeitpunkt reicht auch nicht mehr die
Finanzkraft der BRD, als das höchst verschuldete Land
in dieser EUdSSR aus, um 'Europa' mit seinem Euro-
sionsnssystem noch zu 'retten', was schon
von vornherein eine Utopie von Politikern war, die
meinten ihre politischen Vorstellungen über jede
ökonomische Vernunft setzen zu können! Das wars
dann wohl!

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