Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2012

03:12 Uhr

Bundesbankpräsident

Weidmann kritisiert Hollandes Wachstumspläne

Bundesbankchef Weidmann hat am neuen französischen Präsidenten Francois Hollande Kritik geübt, da Hollande die Europäische Zentralbank auf den Kampf für mehr Wachstum verpflichten und die Statuten ändern will.

Frankreichs Präsident Francois Hollande. Reuters

Frankreichs Präsident Francois Hollande.

BerlinVor dem Antrittsbesuch des neuen französischen Präsidenten François Hollande in Berlin hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann Kritik an dessen Plänen für eine Wachstumspolitik geübt. „Eine Änderung der Statuten (der Europäischen Zentralbank) wäre gefährlich. Arbeitsplätze und Wachstum entstehen durch unternehmerisches Handeln. Die Notenbank kann am besten dazu beitragen, indem sie für stabiles Geld sorgt“, sagte Weidmann der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag).

Der Bundesbankpräsident kritisiert auch, dass Hollande den Fiskalpakt aufschnüren will. „Es ist gute europäische Gepflogenheit, sich an unterschriebene Verträge zu halten“, betonte Weidmann.

Hollande hatte im Wahlkampf gesagt: „Was den Status der Zentralbank angeht, so habe ich stets dafür gekämpft, dass er überdacht wird. Ich kenne die deutschen Vorbehalte.“ Aus seiner Sicht dürfe die EZB nicht mehr nur dem Kampf gegen Inflation verpflichtet sein, sondern auch für Beschäftigung und Wachstum sorgen.

Zudem hatte der künftige französische Staatschef gedroht, Frankreich werde den mühsam ausgehandelten EU-Fiskalpakt nicht ratifizieren, sollte dieser nicht um wachstumsfördernde Maßnahmen ergänzt werden. Länder wie Deutschland lehnen eine Neuverhandlung des Pakts allerdings strikt ab.

Der Sozialist Hollande hatte am vergangenen Sonntag in der Stichwahl Amtsinhaber Nicolas Sarkozy besiegt. Hollande soll am Dienstag in Paris das Amt übernehmen. Noch am Abend wird er in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Machiavelli

12.05.2012, 06:13 Uhr

Der Praktikant Weidmann sollte vielleicht sich damit beschäftigen wie und was man tun kann um die Leistungsbilanzungleichgewichte innerhalb der Währungsunion zu eliminieren.
Diese Leistungsbilanzungleichgewichte sind der Grund für Haushaltsdefizite, solange wir keine echte Fiskalunion für die Währungsunion haben, müssen wir dafür sorgen dass die Leistungsbilanzen innerhalb der Währungsunion ausgeglichen sind.
Notfall durch höhere MwSt. Sätze in den defizitären Ländern auf nicht im Lande erzeugte Produkte, und wenn dafür die Verträge ändern muss.
Der ganz Quatsch mit dem Fiskalpakt bringt absolut nicht und vergrößert sogar die Wirtschaftsdivergenzen innerhalb der Währungsunion, Jeder Idiot sieht dass nur Weidmann nicht, kurzfristig sogar schön für Deutschland und Merkel die dann wieder gewählt wird, langfristig führt der Fiskalpakt zum Auseinanderbrechen der Währungsunion oder schlimmer zum Neokolonialismus und Ausbeutung von Europäer durch Europäer.

dw-seneca

12.05.2012, 07:35 Uhr

Arbeitsplätze entstehen durch unternehmerisches Handeln ... dieser Satz ist absolut richtig, man müßte sogar genauer sagen, "haltbare" Arbeitsplätze entstehen ausschließlich duruch unternehmerisches Handeln. Wenn der Staat Arbeitsplätze schafft, produziert er ledgilich Blasen, die wieder platzen.
Aber ein Unternehmer wird nur dann Arbeitspätze schaffen, wenn sich dieser Arbeitsplatz auch rechnet, also wenn die Arbeit dem Unternehmen mehr einbringt als sie kostet.

Die Energiewende ist ein schönes Beispiel dafür, wie es nicht funktionieren kann. Die Solarbranche, vom Staat hochsubventioniert, ist pleite. Kein Unternehmen hat Lust, notwendige Gas- oder Kohlekraftwerke zu bauen, wenn diese aufgrund der Subventionen durch das EEG keinen Gewinn abwerfen können. Man kann diese Liste kilometerlang fortsetzen.

Oeconomicus

12.05.2012, 07:52 Uhr

Zitat Weidmann:
„Es ist gute europäische Gepflogenheit, sich an unterschriebene Verträge zu halten“

... das sollte er jeden Tag auf's Neue wiederholen ... insbesondere in Richtung der Euro-Junkies ... bei denen das gebrochene Wort Trumpf ist ... die no-bail-out-Klausel lässt grüßen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×