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14.01.2010

06:51 Uhr

Bundeshaushalt

Rentengarantie verursacht horrende Kosten

VonPeter Thelen

ExklusivDie noch von der alten Bundesregierung verabschiedete Rentengarantie wird die Rentenkassen voraussichtlich bereits in diesem Jahr mit rund einer halben Milliarde Euro belasten. Ab 2010 kommen Zusatzkosten von jährlich bis zu einer Milliarde Euro auf die Rentenversicherung zu.

Wegen der Garantie wird es aber eine Nullrunde für die 20 Millionen Rentner geben. ap

Wegen der Garantie wird es aber eine Nullrunde für die 20 Millionen Rentner geben.

BERLIN. Grund ist die negative Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Nach gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts sind die Bruttolöhne je Arbeitnehmer 2009 vor allem wegen des starken Anstiegs der Kurzarbeit um 0,4 Prozent gesunken. Ohne die Rentengarantie müssten die Renten zum 1. Juli entsprechend gekürzt werden.

Die Rentengarantie verhindert das aber. Mit mehr Mehr können die rund 20 Mio. Rentner in diesem Jahr aber wohl auch nicht rechnen. Wie die „Bild"-Zeitung unter Berufung auf Kreise der Deutschen Rentenversicherung (DRV) meldet, wird es eine Nullrunde geben. Das sei klar angesichts der für die Rentenberechnung notwendigen Zahlen zur Lohnentwicklung 2009, schreibt das Blatt.

Thilo Sarrazin im Interview: „Die Rentengarantie ist der reine Schwachsinn“

In diese Richtung äußerte sich auch der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Roland Dörhn: „Es ist eindeutig, dass die Renten 2010 eigentlich sinken müssten. Auf Basis der Rentengarantie wird es aber eine Nullrunde geben“, sagte er der Zeitung.

Da es nun stattdessen wegen der Garantie eine Nullrunde geben wird, kommt es zu entsprechenden Zusatzbelastungen der Rentenkassen. Ursprüngliche Prognosen waren sogar von einem Lohnminus von über zwei Prozent ausgegangen, was die Rentenversicherung mit jährlich über vier Mrd. Euro belastet hätte.

Kommentare (2)

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gerhardq

14.01.2010, 09:21 Uhr

Wie wäre es, wenn sich die bundesregierung ihren Steueranteil von den systemrelavanten banken zurückholt?
Es sind schon seltsame Verhältnisse, wenn es bei den Rentnern, die nun wirklich lange genug mit Nullrunden haben leben müssen, um ein paar Milliarden geht, dann wird laut aufgeschriehen. Geht es bei ein paar Zockerbanken um Hunderte von Milliarden für obskure Finanzspekulationen, dann ist das natürlich notwendig.
ich habe den Eindruck, als müßten da die Perspektiven mal wieder ein wenig korrigiert werden.

Uwe Kröger

14.01.2010, 13:04 Uhr

Dieser beitrag betrachtet wie fast alle beiträge zum Thema Altersversorgung nur den Teil der durch beiträge finanzierten Renten. in jedem Artikel müssten zwangsweise die Kosten für Pensionen mit eingebracht werden. Denn hier werden null (0) beiträge erhoben, die Pensionen sind auf die Einzelperson bezogen wesentlich höher. Jedesmal wenn Arbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst Einkommensverbesserungen durchsetzen, erklären sich die beamten zu Arbeitnehmern und verlangen genauso viel. bei der Altersversorgung ist diese berufsgruppe ohnehin überversorgt (Entgeld im Alter nach letzter Eingruppierung und nicht nach Lebensleistung). Würden Sie einmal darüber berichten, wieviel beamtenkosten können sich die Staatshaushalte leisten, dann müssten erhebliche Lohn- und Pensionsabsenkungen bei den beamten erfolgen. Offenbar hat die Staatslobby auch Sie im Griff. Daher schreiben Sie immer nur über die "bösen" beitragszahler, die dann auch noch dafür Renten beanspruchen.

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