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29.07.2013

15:18 Uhr

Bundesinnenminister Friedrich

Falsche Vorstellungen von NSA-Spähaffäre

Die Spähaffäre des amerikanischen Geheimdienstes NSA erregt die Gemüter. Der Bundesinnenminister hält die Ängste für übertrieben. Die Menschen sollten sich nicht verunsichern lassen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU): Die NSA-Affäre brachte auch ihn unter Druck, nun geht er erstmals leicht in die Offensive. AFP

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU): Die NSA-Affäre brachte auch ihn unter Druck, nun geht er erstmals leicht in die Offensive.

RiesaNach Einschätzung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gibt es in Deutschland völlig falsche Vorstellungen vom Ausmaß der NSA-Spähaffäre. Derzeit gebe es in der öffentlichen Diskussion die Vorstellung, „da säßen irgendwo Tausende von Amerikanern und würden unsere Mails lesen und unsere Telefone abhören“, sagte Friedrich am Montag bei einer Sicherheitskonferenz mit sächsischen Unternehmern in Riesa. „Das ist eine völlig unsinnige Vorstellung, was man da den Leuten erzählt.“

Ziel sei vielmehr eine strategische Aufklärung. „Es geht darum, dass wir weltweit Netzwerke von Organisierter Kriminalität und Terrorismus haben und diese Netzwerke in irgendeiner Form aufgeklärt werden müssen.“ Dies sei überlebenswichtig für die Sicherheit in Europa.

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Nach den Worten Friedrichs filtern die Nachrichtendienste die Kommunikation lediglich. Eine „personenscharfe“ Aufklärung sei technisch nicht möglich. Es gehe beispielsweise um Telefonnummern potenzieller Terroristen in Ländern wie Somalia, Mali oder Pakistan. Man müsse auch über diejenigen Bescheid wissen, die von Berlin aus mit diesen Telefonnummern kommunizierten. Deshalb bitte er darum, sich nicht verunsichern zu lassen.

Friedrich zufolge haben sich etwa 1000 junge Menschen aus Europa in Syrien dem Dschihad - dem Heiligen Krieg - angeschlossen. Sie ließen sich an Waffen und Sprengstoff ausbilden. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder zurückkehren - mit dem klaren Auftrag, den Dschihad auch in Deutschland und Europa zu führen.

Seit Wochen wird in Deutschland darüber debattiert, dass der US-Geheimdienst NSA wohl im großen Stil die Kommunikation von Bürgern in Deutschland auskundschaftet. Details und Umfang sind aber weiter unklar. Die Bundesregierung bemüht sich bislang mit begrenztem Erfolg, nähere Informationen aus den USA zu bekommen. Offengelegt hatte den Skandal der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

Friedrich zeigte sich auch überzeugt davon, dass die US-Dienste über Spähprogramme keine Industriespionage betreiben. Das sei die „ganz klare Ansage der Amerikaner“.

Von

dpa

Kommentare (18)

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LiebVaterlandMagstRuhigSein

29.07.2013, 15:40 Uhr

Zitat: Friedrich zeigte sich auch überzeugt davon, dass die US-Dienste über Spähprogramme keine Industriespionage betreiben. Das sei die -ganz klare Ansage der Amerikaner-.
/

Na wenn die das doch sagen, dann bin ich ja echt beruhigt.

Werden wir von unseren Politikern echt schon für so blöde gehalten, oder sind unsere Politiker so blöde das die das selber glauben?

keeper

29.07.2013, 15:45 Uhr

" Derzeit gebe es in der öffentlichen Diskussion die Vorstellung, „da säßen irgendwo Tausende von Amerikanern und würden unsere Mails lesen und unsere Telefone abhören“, sagte Friedrich am Montag bei einer Sicherheitskonferenz mit sächsischen Unternehmern in Riesa. „Das ist eine völlig unsinnige Vorstellung, was man da den Leuten erzählt.“"

Diese unsinnige Vorstellung darf der Herr Friedrich ja hiermit als schönes Bild verbreiten.

In der Realität sind es gigantische Datenspeicher, welche ganz einfach ALLES aufzeichnen.
Nicht nur die Verbindungsdaten: "wer, wann mit wem" - sondern auch den gesamten Inhalt.
Die Daten werden dauerhaft, bis in alle Ewigkeit gespeichert, und mit immer "intelligenteren" Algorithmen untersucht.
Jeder kommunizierende Erdenbürger hat eine Datei und bekommt vom Algorithmus eine Typisierung, eine Bewertung unterschiedlicher Attribute - und eine zeitliche Betrachtung, wie sich die Attribute mit der Zeit so verändern.

... aus diesem Gesamtbild lässt sich dann so einiges ableiten -z.B.: "wie weit kann man den Gürtel vom Pöbel noch enger schnallen, ohne daß es zu Sabotageakten an der systemrelevanten Infrastruktur in der Exportkolonie kommt?"

Die einen sprechen vom "System" - die andern bereits vom "Unrechtregime";
die einen vom "Terror" - die anderen vom "Widerstand gegen die Unterdrückung".

... das beste Pferd im Stall sollte man gut pflegen.

keeper

29.07.2013, 15:48 Uhr

"unsere" Politiker sagen das, was man ihnen befiehlt zu sagen.

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