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04.05.2013

16:12 Uhr

Bundeskanzlerin

Frauenquote nur ein Weg der Frauenförderung

Angela Merkel macht Druck beim der Frauenquote: In ihrem Podcast kritisiert sie die Unternehmen, die sich zu einer Quote verpflichtet, aber nicht gehandelt haben. Sie sollten mehr über Frauenförderung nachdenken.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag: In ihrem Podcast ruft sie zur Frauenförderung auf. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag: In ihrem Podcast ruft sie zur Frauenförderung auf.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in einer Frauenquote nur einen von vielen Wegen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Allerdings steige durch eine Quote der Druck auf Unternehmen, über die vielen Möglichkeiten der Frauenförderung nachzudenken, sagte Merkel am Samstag in ihrem neuen Video-Podcast.

Neben einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht die Kanzlerin vor allem bei der Berufswahl einen Ansatzpunkt. Sie werbe sehr stark dafür, dass sich Mädchen und junge Frauen für naturwissenschaftliche und Ingenieurberufe entscheiden, „die auch sehr gut bezahlt sind“. Verantwortung zu übernehmen, sei eine wichtige und gute Sache, betonte Merkel. Am Dienstag diskutiert sie im Kanzleramt mit rund 75 weiblichen Führungs- und 30 Nachwuchskräften über die Bedingungen beruflichen Erfolgs. Auf dem Treffen wird Familienministerin Kristina Schröder reden, die für die sogenannte Flexi-Quote eintritt, offenbar aber nicht Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Pro Frauenquote

Zu wenige Frauen

In den Führungspositionen der großen Unternehmen in Deutschland sind Frauen immer noch eine kleine Minderheit. In Aufsichtsräten sind sie durchschnittlich etwa zu zwölf Prozent und in Vorständen nicht einmal zu 5 Prozent vertreten.

Freiwillig funktioniert nicht

Die Quoten-Befürworterinnen argumentieren, dass alle Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung der von Männer dominierten Chefetagen den Frauenanteil in den Spitzengremien nicht wesentlich erhöht hat. Sie verlangen, dass Frauen auch dort die im Grundgesetz geschützte gleiche Teilhabe ermöglicht wird.

40 Prozent bis 2020

Ohne eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Quote sehen die Befürworter keine Chance für Gleichberechtigung. Die EU-Kommission strebt bis 2020 europaweit für alle Aufsichtsräte großer Unternehmen eine Frauenquote von 40 Prozent an.

Nach dem heftigen Streit in der CDU über eine gesetzliche Frauenquote, die etwa von der Arbeitsministerin favorisiert wird, relativierte die Kanzlerin die Bedeutung der Quote. Diese betreffe nur die Aufsichtsräte börsennotierter Firmen und sei deshalb ein kleines Element für die Frauenförderung.

Die Wirtschaft habe über Jahre nicht ihre Versprechungen eingehalten, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, kritisierte die Kanzlerin. Mit einer „flexiblen Quote“ müssten sich die Unternehmen selbst verpflichten, den Frauenanteil in Aufsichtsräten und anderen Führungspositionen zu erhöhen. „Ich finde aber auch, eine Selbstverpflichtung darf nicht ohne jedes Ziel sein“, sagte Merkel.

Deshalb setze sie sich für eine rechtliche Regelung in der nächsten Legislaturperiode ein, wonach ab 2020 in Aufsichtsräten 30 Prozent Frauen vertreten sein sollen. Das sei aber nur „ein kleines Element“, räumte Merkel ein, da sich die Quote längst nicht auf alle Unternehmen beziehe: „Insgesamt müssen wir immer wieder dafür werben: Die erfolgreichsten Betriebe sind die Betriebe, wo Männer und Frauen, wo Menschen verschiedenen Alters gut zusammenarbeiten.“

Merkel möchte zudem Haus- und Erziehungsarbeit besser zwischen Frauen und Männern verteilt sehen. Mit den Vätermonaten beim Erziehungsgeld sei ein erster wichtiger Schritt dahin gemacht. Ein Umdenken will die Bundeskanzlerin auch bei der Karriereplanung. In vielen Unternehmen sei sie noch nicht darauf ausgerichtet, „dass Menschen heute ja auch eine lange Lebensarbeitszeit haben und dass nicht alle Karriereschritte schon mit 35 oder 40 geplant oder abgeschlossen sein müssen“. Die Familienzeit dürfe nicht „völlig identisch mit der Karriereplanungszeit sein“.

Contra Frauenquote

Leistung statt Gesetz

Viele Top-Frauen in der deutschen Wirtschaft lehnen eine Quote ab, weil Frauen wegen ihrer Leistung bis an die Spitze der Unternehmen befördert werden wollen - aber nicht, um damit gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Angst vor Kuchen

Öffentlich äußern sich dazu Managerinnen oder Aufsichtsrätinnen allerdings selten, weil sie Anfeindungen fürchten - besonders von Frauen. „Es bringt nichts - außer, dass Sie drei Kuchen ins Gesicht bekommen“, sagt eine DAX-Aufsichtsrätin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Förderung durch Vorbilder

Wichtiger als eine vorgeschriebene Frauenquote für Frauen an der Spitze ist aus Sicht der Aufsichtsrätin eine gezielte Frauenförderung auf allen Ebenen des Unternehmens. „Junge Frauen wollen Vorbilder“, sagt sie.

Die CDU-Spitze hatte Mitte April einen Kompromiss zur Anhebung des Frauenanteils in Führungspositionen vereinbart. Demnach soll die Forderung nach einer festen Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten großer Unternehmen ab 2020 ins Wahlprogramm aufgenommen werden. Davor war die CDU für die Flexiquote gewesen, die keine allgemeinverbindlichen Frauenquoten für Unternehmen vorgesehen hatte.

Kommentare (20)

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Angelika

04.05.2013, 16:55 Uhr

Ich bin jetzt 56 geworden und warte schon mein Leben lang darauf, das endlich etwas für Frauen in Führungspositionen getan wird. Freiwillig funktioniert das nicht, was die Vergangenheit beweist. Im Gegenteil. Schlechtere Bezahlung bis zu 30 % ist die Antwort der Männer für gleiche Arbeit - mit größtenteils Doppelbelastung wg. Kindern.
Ich fordere 50 % Frauen in allen Berufsfeldern, wo es Sinn macht!

Account gelöscht!

04.05.2013, 17:04 Uhr

Ich bin auch für eine Migrantenquote, Schwulenquote, Lesbenquote, Behindertenquote und Altenquote.

Danach sollten zukünftig 30 Prozent der Aufsichtsratsstellen für Frauen belegt sein, 30 Prozent für Migranten, 10 Prozent für Behinderte, 10 Prozent für Alte, 10 Prozent für Schwule und 10 Prozent für Lesben !

Wenn wir schon anfangen, bestimmte benachteiligte Gruppierungen per sozialistischer Gesetzgebung zu fördern, müssen wir das konsequent für alle Gruppen tun.

Feststeller

04.05.2013, 17:21 Uhr

So langsam sollten die Männer das Krebsgeschwür des Femifaschismus aktiv bekämpfen. Männer werden auf Grund ihres Geschlechtes von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen und niemand nimmt Anstoß daran, sie Gleichstellungsbeauftragter. Es gab mal eine Gleichstellungsbeauftragte, der die diskrimminierung von Männern durch den Staat zu weit ging. Sie hat nur angedeutet, dass was im Argen liegt und wurde sofort von (fast)staatlichen Organisationen mit Schimpf und Schande davon gejagt. Von der Justiz ist auch keine Hilfe zu erwarten, die ist so femifaschistisch indoktriniert, dass es sich nicht mehr leugnen lässt. Ganz extrem sind die Familiengerichte. Alle erfolgreichen Unternehmungen auch in letzter Zeit, Google, Facebook, amazon sind von glugen erfolgreichen Männern mit viel Einsatz, Ideen und Herzblut geschaffen worden. Warum machen das die Frauen nicht? Nun ja, sie können sich darauf verlassen, das bestimmt ein Quotengesetz kommt, damit dann Frauen in diesen Positionen ohne ihr Zutun schmarotzen können. Das ist die traurige Wahrheit. Dass das niemanden stört, ist an der gut funktionierenden jahrzehntelangen Gehirnwäsche zuerkennen.

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